Interview mit Bauamtsleiter Gerd Zander

Das Benedix-Haus auf dem Marktplatz ist das ältestes Gebäude der Stadt und wird nun mit Hochdruck saniert.

Es soll Ende 1999 bezugsfertig sein, Platz für die Touristen-Information, ein feierlicher Hochzeitsraum und Raum für Tagungen der Fraktionen soll darin geschaffen werden.

Wie geht es nach diesem Kraftakt weiter, wollten wir von Bauamtsleiter Gerd Zander wissen.

Gerd Zander: Wir sind bemüht, das bekannte innerstädtische Sanierungsgebiet in Richtung der Bahnhofsstraße und der Königsstraße zu erweitern. Das erlaubt dann auch den dortigen Eigentümern von Wohn- und Geschäftshäusern, Fördermittel für ihre Sanierungsaufwendungen zu bekommen.Denn als Stadt wollen wir wesentlich Unterstützung bieten, um ein attraktives Geschäfts- und Gastronomieangebot zu entwickeln.

Dazu gehört aber auch ein verbessertes Parkplatzangebot...
Gerd Zander
: Sicherlich – und mit zwei Investoren sind wir konkret im Gespräch, um in der Mühlenstraße und in der Parkstraße Parkhäuser oder Tiefgaragen zu errichten.

Wo wird man demnächst konkrete Sanierungsfortschritte sehen können?
Gerd Zander
: 1999 hoffen wir, mit den ersten Baumaßnahmen in der Dammstraße, in der Schulstraße und in der Neuen Straße beginnen zu können, während die Maßnahmen am Brinken in der oberen Bahnhofsstraße dem Abschluß entgegen gehen. In der Planung sind zudem Sanierungen in der Raddasstraße, Kirchstraße, Billrothstraße und dem Joachimberg.

Bleiben die Bewohner der Plattenbausiedlungen in Bergen-Süd und Rotensee bei alldem außen vor?
Gerd Zander: Nein. Während die beiden großen Vermieter, Wohnungsgesellschaft und Wohnungsgenossenschaft, ja sichtbare Verbesserungen in der Wohnqualität und Wohnungsausstattung, auch der Gestaltung der Fassaden, vorgenommen haben, bemühen wir uns gemeinsam mit ihnen um eine Verbesserung des Wohnumfeldes.

Etwa 40 Millionen Mark standen und stehen uns zur Verfügung, um die Innenhöfe nach und nach umzugestalten, um Wege, Spielplätze, weitere Grünanlagen und befestigte Parkplätze zu schaffen. Bergen-Rotensee zum Bespiel werden wir mit einem grünen Gürtel aus Waldpark und großzügigen Sportanlagen umgeben.

Und wo hat die Stadt Platz für Eigenheime?
Gerd Zander:
Bekanntlich im Wohngebiet Kiebitzmoor, wo die ersten Häuser inzwischen fertiggestellt sind. Außerdem im Granitzblick, wo nun die Bauarbeiten beginnen konnten und hoffentlich ab 1999 in Tilzow, wo 120 Wohnungseinheiten für Einfamillien-, Zweifamilien- und Reihen-häuser in Planung sind.
Das Interview führte Ralf Döscher

Sabine Verch von der
Touristen-Information im Interview

Bergen sieht sich gern als Rügens Inselhauptstadt. Von Sabine Verch von der Bergener Touristen-Information wollten wir wissen, wie man sich in Bergen um die Realisierung dieses selbst gestellten hohen Anspruches engagiert.

Was bietet Ihre Touristen-Information den Besuchern und Einwohnern?
Sabine Verch: Über uns, als Touristen-Information, ist es möglich sich Privatquartiere sowie Hotel- und Pensionszimmer in und um Bergen vermitteln zu lassen. Außerdem bieten wir Souvenirs, verkaufen Karten für diverse Veranstaltungen der Insel und halten ein großes Angebot an Informationsmaterial bereit.

Wir erteilen fachkundig Auskünfte über Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Freizeitmöglichkeiten. Weiterhin organisieren wir Reisen unter sachkundiger Leitung sowie individuelle Reisebegleitung. In vielen Fällen sind wir für die Bergener auch so eine Art Stadtinformation.

Was würden Sie kulinarisch empfehlen?
Sabine Verch:
Auf Deutschlands größter Insel findet man traditionsgemäß eine große Auswahl an Fischgerichten. Den Bürgern und Besuchern der Stadt bietet sich eine breite Palette an gastronomischen Einrichtungen, von gutbürgerlicher Küche bis hin zum Spezialitätenrestaurant. Je nach „Fischsaison” werden Gerichte angeboten. Wer seinen Fisch allerdings selbst vom Fischer holen möchte, dem empfehlen wir Lauterbach und Sassnitz. Eine besondere Delikatesse ist übrigens der Hornfisch.

Wie ist es um Quartiere für Besucher bestellt?
Sabine Verch
: In Bergen gibt es eine Vielzahl von privaten Quartieren mit einfacher bis sehr guter Ausstattung. Um für die Besucher eine noch leichtere Orientierung zu ermöglichen, hat der Deutsche Fremdenverkehrsverband jetzt dazu aufgerufen, sich freiwillig einer Klassifizierung zu unterwerfen.

Worum geht es dabei im Detail?
Sabine Verch: Nach einem Punktesystem werden Kritierien wie Art des Objektes, Vorhandensein von Parkplatz, Balkon oder Terrasse und Ausstattung der Zimmer bewertet. Auch Details werden geprüft: Etwa, ob das Bett ordentlich bezogen ist oder lediglich die Wäsche dafür bereit liegt. Eine Urkunde und ein Schild am Haus sollen ähnlich der Einstufung von Hotels auf den Standard hinweisen. Aus unserer Sicht ist dies sowohl für Vermieter als auch für die Gäste von Vorteil. Natürlich findet sich diese Klassifizierung dann in unserem Gastgeberverzeichnis wieder.

Was macht ausgerechnet Bergen für einen Inselaufenthalt so attraktiv?
Sabine Verch:
Bergen liegt zentral auf der Insel Rügen und bietet einen günstigen Ausgangspunkt für Ausflüge in alle Teile der Insel, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Stadt selbst verfügt über eine gute Mischung aus Kultur und Einkaufsmöglichkeiten.

Was soll sich noch verbessern?
Sabine Verch
: Gern würden wir unseren Kunden auch in der Vor- und Nachsaison zahlreiche kulturelle Veranstaltungen anbieten können. Eine Bummelmeile und kostenlose Parkplätze im Zentrum sind der Wunsch vieler Gäste. Ein Schwimmbad könnte einen Schlecht-Wetter-Tag überbrücken.
Das Interview führte Reinhard Witteck