Ausflug in die Unterwasserwelt

Will man auf dem Landweg nach Rügen oder zurück, kommt man durch Stralsund. Ein ganz besonderer Anziehungspunkt der Hansestadt Stralsund ist das Meereskundemuseum, das jährlich von über 600 000 Menschen besucht wird und dieses Jahr seinen 50. Geburtstag feiern kann.

Man findet es in den Räumlichkeiten des früheren Katharinenklosters. Gleich im Eingangsbereich wird der Besucher von einem riesigen Globus empfangen und da wird klar, worauf man sich einläßt: Die schier endlosen Meere und Ozeane sind Thema.

Deshalb ein Tipp vorweg, erst recht wenn man mit Kindern unterwegs ist: Ein bestimmtes Gebiet aussuchen und sich ansehen, beim nächsten Besuch das nächste. Und vor allem nicht vergessen, man besucht ein Museum, keinen Zoo oder Tierpark! Die Kinder zappeln schon ganz aufgeregt, denn die wollen ins Aquarium, die Fische und anderen Meerestiere sehen. Aber bis es soweit ist, benötigen sie eine ganze Menge Geduld.

Sehr interessant sind die originalgetreu dargestellten Sklette.

Sehr tot geht es, zumindest für den Laien, in der ersten Abteilung zu. Chemische, physikalische und geologische Vorgänge im Meer sind doch eher etwas für Fachleute als für den typischen Sonntagsbesucher. Spannender und farbenfreudiger ist da schon das nachgebaute Korallenriff aus dem Roten Meer. Darin konzentriert sich die Artenvielfalt des Meeres. Allerhand ist hier zu entdecken, aber eben wieder nur tot.

So geht das weiter zu Skeletten und Präparaten, ein bißchen gruselig ist das schon. Für Leute, die davon ein bißchen Ahnung haben, ist das alles sicher sehr interessant. Beeindruckend das wohl bekannteste Exponat: Das Skelett eines Finnwales, der 1825 vor Rügen strandete. Fünfzehn Meter lang und eine Tonne schwer, so schwebt es über den Köpfen der Besucher.

Eine Freude für jeden Modellbauer ist die Ausstellung zur Fischerei. Schiffe über Schiffe, von der Küstenfischerei bis zum Hochseetrawler, reiht sich Modell an Modell nebst der Darstellung der diversen Fangmethoden. Eigentlich ist es erstaunlich, dass es bei den raffinierten Methoden überhaupt noch Fische im Meer gibt. Auch wenn die Ostsee, der eine eigene Abteilung gewidmet ist, ein sehr interessanter Lebensraum ist, für heute kann auch ich nicht mehr.

Da freut sich die Schildkröte – die gespendeten Münzen kommen der Erweiterung des Aquariums zugute!

Das Aquarium, besser die Aquarien, will ich mir dennoch nicht entgehen lassen. Für heute ist es mir sogar egal ob es sich um die Nordsee, Ostsee oder Südsee handelt, die dort dargestellt sind. Es ist einfach nur spannend zu sehen, welche Artenvielfalt sich da im Wasser bewegt. Da ist es wieder, das Korallenriff, diesmal aber voller Leben. So schließt sich der Kreis von musealer Ausstellung zum lebendigen Objekt. Die Haie sehen eher harmlos aus und den Rotfeuerfischen sieht man ihre Giftigkeit auch nicht an.

Während der älteste Gast, ein Waxdick aus der Familie der Störe, bereits seit 1968 hier seine Runden schwimmt und für den Besucher eher langweilig wirkt, sind die Wasserschildkröten schon recht beeindruckend. Das schwerste Exemplar, gleichzeitig das schwerste Tier der Ausstellung, ist eine unechte Karettschildkröte mit 120 Kilogramm. Da könnte man gut drauf reiten denke ich so bei mir. Jedenfalls, meine Kinder würden’s gerne ausprobieren. Wenn nur das viele Wasser nicht wäre!