Rügen erleben – Vergnügen ohne Ende

Entweder man mag Rügen und die See,dann kommt man immer wieder. Oder der Funke springt nicht über, dann soll man die Finger von Deutschlands größter Insel lassen. Ein Zwischending gibt es wohl nicht. Die Reiseführer sind voll von richtig guten Wander- und Ausflugtips. Doch wollten wir mal in Ecken sehen und Geheimtips zusammentragen, die sonst eher den Einheimischen bekannt sind. Was liegt also näher, zunächst einen Insider zu befragen. Fündig wurden wir wieder bei Sabine John von der Kurverwaltung. Von ihr bekamen wir zwei echt gute Tips.
Kap Arkona vom Wasser aus
Ausflugsschiffe gibt es eine ganze Menge. Von Binz oder von Sassnitz aus mit dem Schiff zu den Kreidefelsen ist zwar ein Muß für jeden RügenBesuch, aber längst kein Geheimtip mehr. Dafür schwärmt Sabine John von einer Bootstour von Vitt aus. Das kleine Fischerdorf, selbst in jedem Reiseführer erwähnt, bietet diese Attraktion. Mit einem kleinen offenen Fischerboot geht es hinaus. Von See aus fährt man um die nördlichste Spitze der Insel, ein Erlebnis, das echt umwerfend sein muß. Sabine John fehlten die Worte, das zu beschreiben. Sie verriet nur noch, daß sie bald Gäste bei sich hat, mit denen sie sich dieses Vergnügen wieder gönnen wird. Kein weiterer Kommentar!
Gingst
Erster Zwischenstop ist in Gingst. Das alte Angerdorf von 1232 ist seit dem Mittelalter Handwerker-zentrum von Rügen. Auf Betreiben des Pastors Picht wurde hier 1774 die Leibeigenschaft aufge-hoben. Damit war Gingst der erste Ort der Insel ohne Leibeigenschaft.Heute sind die Handwerkerstuben besonders sehenswert. Sehr eindrucksvoll wird hier das Leben der Handwerker in früheren Zeiten dargestellt.Für meine Kinder war es beson-ders toll, daß man bestimmte Sachen auch anfassen durfte.Da wird Geschichte richtig lebendig. Ein Bonbon der Ausstellung ist das Fingerhutmuseum. Dutzende von Fingerhüten der verschiedensten Formen aus vielen Ländern der Welt werden hier gezeigt. Eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art, wie wir fanden.
Kranichwelt Ummanz
Weiter geht es auf die Insel Ummanz. Hier ist gut aufgehoben, wer seine Ruhe haben möchte und mit sich und der Natur allein sein will. Für meine Kinder sicher zur Zeit des Kranichaufenthalts im Frühjahr und vor allem im Herbst sehr interessant, aber sonst ist es für den Nachwuchs eher etwas eintönig. Bei Tankow wurde extra für die Kranichbeobach-tung eine Aussichtsstation errichtet. Auf den weitläufigen Feldern machen tausende der Vögel auf ihrem Zug in den Süden, respektive in den Norden, regelmäßig Station. Ein einzigartiges Naturschauspiel, das man nicht so schnell vergißt. Wer Ummanz besucht, sollte es nicht versäumen, sich Freesenort anzusehen. Das Naturschutzgebiet im Süden der Insel ist ebenfalls Sammelort der Kraniche und Brutgebiet seltener Vogelarten.Deshalb sind bestimmte Bereiche nicht zugänglich. Trotz allem ein ideales Wandergebiet.

Mit dem Boot kann man sich durch dieJasmunder Bodden bis nach Hiddensee schippern lassen.

Im Handwerkermuseum in Gingst gibts Spannung für Groß & Klein.

Geheimtip Zicker
„Mein absoluter Favorit ist eine Wanderung in den Zickerschen Alpen”, erzählt sie weiter und das Strah-len ihrer Augen läßt keinen Widerspruch zu. „Es ist eine unbeschreiblich herrliche Landschaft, sanft hü-gelig. Immer ist man von Wasser umgeben, man sieht die Greifswalder Oie, Stralsund und die Insel Vilm und zum Baden geht es dann ins Nonnenloch" Westrügen – Paradies für Wanderfreunde
Unser Reporter Klaus Zahn hat sich mit Familie auf eine kleine Tour in die Mitte und den Westen der Insel aufgemacht. Tapfer spielten Ronald (12) und Stephan (9) mit, die Papa bei der Arbeit helfen wollten. Der Strand war natürlich viel verlockender als die Aussicht auf herrliche, nahezu unberührte Natur!

Bergen
Von Binz aus geht es, wie nicht anders zu erwarten, durch Bergen, denn auf der Insel geht fast alles durch Bergen, die heimliche Hauptstadt. Nett haben sich die Häuser rund um den Markt herausgeputzt beziehungsweise sind noch dabei. Doch den Ernst Moritz-Arndt-Turm, von dem man eine herrliche Rundumsicht auf die Insel hat, Kirche, Stadt-Museum und die anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt lassen wir heute links liegen. Bergen ist mindestens einen Tagesausflug wert. Den sollte man an der Touristeninformation direkt am Markt beginnen, denn dort hat man so manchen Tip für einenerlebnisreichen Tag und die aktuelle „Bergen-Broschüre“ des Augusta Verlags parat.

Neuenkirchen
Etwas genervt lassen sich meine Kinder auf einen Abste-cher nach Neuenkirchen ein. Der Hauptort der Halbin- sel Lebbin beherbergt in seiner Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert die älteste Glocke Rügens. Seit 1993 hat der Ort eine weitere Attraktion. Auf der fast 44 Meter hohen Erhebung Hoch-Hilgor steht der GrümbkeAussichtsturm mit selbst noch einmal mehr als 15 Metern. Während Mutti und Stephan ein kleines Picknick machen, müssen Papa und Ronald hinauf. Und das bei der Hitze! Warum eigentlich? Der Ausblick entschädigt für die Anstrengung des Aufstiegs. Von Arkona über die Schaabe schweift der Blick über die Halbinsel Jasmund Die Kirchturmspitze von Bergen ist zu erkennen und Stralsund am Horizont. Die Wittower Fähre ist gerade in Aktion und beim Abstieg denken wir etwas traurig daran, daß der Urlaub schon vorüber ist.
Stoff für morgen
Schade,den Nationalpark Jasmund haben wir in diesem Jahr nicht geschafft zu besuchen. Die Granitz im Südosten von Rügen und Mönchgut mit seinen malerischen Dörfern durchwandern wir im nächsten Jahr. Dann nehmen wir uns endlich auch Zeit für Hiddensee,ein echtes Kleinod in dieser so hektischen Welt.Kein Auto, nur Natur. Kaum zu glauben, aber das sehen wir uns an. Übrigens, wer es mag, startet von Ralswiek aus nach Hiddensee und schippert durch den gesamten Großen Jasmunder Bodden.„Ja, Papa, nun reicht es aber. Auf zum Strand, die Wanderfüße kühlen. Und außerdem: Versprochen ist versprochen....!!!!!”