Rügener Traditionsbahn als „Star“ in Fernseh-Serie

Rasender Roland rast in Deutschlands Wohnzimmer

Rügens Rasender Roland rast nun durch die Wohnzimmer der Republik!
Das ist dem Mainzer Fernsehsender ZDF zu verdanken. Denn die dortigen Produktionsverantwortlichen haben sich entschlossen, ihre beliebte Serie „Hallo Robbie“ auf Rügen zu drehen. Und der Rasende Roland darf dabei immer wieder eine ganz wichtige Rolle spielen. Neben dem Seelöwen sind Karsten Speck und Laura Lehnhardt die Stars. Sie spielen den Meeresbiologen Dr. Jens Lennart und seine Tochter Laura. Die beiden wohnen auf dem Hof der Familie Marten und erleben mit ihrem ungewöhnlichen Haustier die wildesten Abenteuer!
Harald Gau ist Mitglied der Betriebsleitung der Privateisenbahn. „Startschuss für den Rasenden Roland war 1895. Damals verkehrte die Bahn zwischen Putbus und Binz. 1899 wurde die Strecke nach Göhren verlängert“, berichtet er. Heute sind neun Dampfloks und zwei Dieselloks im Einsatz. Sie bringen ein Gewicht zwischen 25 und 52 Tonnen auf die Waage, schaffen eine Spitzengeschwindigkeit von „etwa 30 Stundenkilometer“ und erzeugen dafür die beachtliche Leistung von 300 bis 600 PS. Der Dampfkessel steht unter einem Druck von zwölf bis 14 Bar und hat ein Fassungsvermögen von bis zu 4000 Liter. Die älteste Lok ist aus dem Jahr 1914 und die „neueste“ Diesellok von 1964. Eine Dampflok besteht, je nach Größe, aus bis zu 8000 Einzelteilen und da das Eine oder Andere mitunter kaputt geht, wird die Lok alle 30 Tage gewartet und der Kessel von „Kesselschlamm” befreit. Einige der Zweiachser-Waggons stammen aus dem Jahr 1900 und wurden 1979 überholt und modernisiert. Der Speisewagen, der in den Sommermonaten unterwegs ist, wurde von einem heimischen Tischlerbetrieb speziell angefertigt. Die Bahn ist heute mit 60 Beschäftigten im Sommer und 45 im Winter einer der größten Arbeitgeber der Region. Für das sichere Weiterkommen sorgen elf Lokführer, drei Mechaniker und zehn Heizer. Täglich sind bis zu vier Loks unterwegs wovon eine 18 bis 19 Stunden im Einsatz ist und 24 Stunden unter Dampf steht. In der Nacht knistert ein Ruhefeuer vor sich hin. Lok und Waggons müssen alle sechs bis acht, der Kessel alle drei Jahre, zu einer kostspieligen Hauptuntersuchung. 200000 Euro werden dafür in Rechnung gestellt: „Ohne die Untersützung vom Land könnten wir dies nicht bezahlen. Die Tickets wären sonst unerschwinglich!“
In diesem Sommer ist ein Ausflug mit dem Rasenden Roland besonders interessant: Vielleicht trifft man dabei Robbie und das Drehteam von der Fernsehserie. Denn die Sendungen sind so beliebt, dass mittlerweile mehrere Staffeln von der Berliner Produktionsfirma erstellt und ausgestrahlt wurden und dennoch kein Ende der Begeisterung in Sicht ist.

Serienstar Robbie fühlt sich auf Rügen wohl.