Freizeit, Badespaß, Kuren und Kultur

Kurverwaltung, Kurdirektor, das alles gibt es seit Jahren in Binz. Neu ist, dass es nun zu den tollen Titeln echte Kuren gibt. Dafür zuständig sind aber weder die Kurverwaltung noch die Kurdirektorin, sondern bestenfalls Kurärzte. Reporter Reinhard Witteck machte sich ans Werk, das Kuddelmuddel rund ums Wort „Kur“ zu entwirren.Und so stellte sich heraus, dass das ehemalige Fischerdörfchen an der Ostsee vor über hundert Jahren tatsächlich beliebtes Kurbad war. Und Schauplatz dafür waren zwei Nebenflügel des heutigen „Haus des Gastes“ in der Heinrich-Heine-Straße. Darin untergebracht war ein Warmbad, in dem Süß- und Salzwasserbäder, Packungen, Abgießungen und medizinische Bäder verabfolgt wurden. Und damit alles mit rechten Dingen zuging, hatte der Ortspolizist, der die Obergeschosswohnung des Hauptflügels bewohnte, ein waches Auge darauf. Das Salzwasser wurde übrigens mittels einer Pumpe aus der Ostsee gewonnen. Das war bequem und bewahrte die wasserscheue Mehrheit unter den Besuchern vor Kontakt mit dem Natur-Strand.Ein Inhalorium wurde gern von Gästen mit Atemwegserkrankungen genutzt. Im gegenüberliegenden Park wurden einst in einem Kiosk Flaschen mit heilkräftigem Brunnenwasser aus Marienbad und Karlsbad verkauft und von den promenierenden Gästen getrunken. Seit 1884 ist Binz offiziell Ostseebad.

Rügener Heilkreide
Weniger spektakulär, dafür aber mit nachweislicher Wirkung, sind Packungen und Bäder mit dem Zusatz von Rügener Heilkreide. Die gibt es in vielerlei Varianten. Weitere Heilmittel von hier sind Sanddornsaft, Bernsteinsalbe und die Thermalsole. Und immer empfehlenswert ist ein Bad im Meer. Das Wasser ist sauber, darauf kann man sich verlassen. Das bestätigt die „Blaue Europaflagge“. Mit durchschnittlich 1872 Sonnenstunden im Jahr gehört Binz übrigens zu den besonders von der Sonne verwöhnten Orten in Deutschland.
Strandpromenande
Die lange Strandpromenade reicht vom einstigen Kraft-durch-Freude Seebad in Prora bis zum Fischerstrand, da wo Binz am schönsten ist. Hier steigt einem noch der Duft von frisch geräuchertem Fisch in die Nase. Jürgen Kuse, der einzige noch tätige Fischer bietet Hering, Aal und weitere Köstlichkeiten aus der Ostsee fangfrisch oder geräuchert an. Immer wieder ein Genuss ist ein Bummel auf der Strandpromenade. Hobbymaler wie in Paris, mondäne Geschäfte, exzellente Restaurants und die Seebrücke sorgen für ein einzigartiges Flair.

Die Binzer Strandpromenade ist der treffpunkt der Hobbymaler.

Binzer Museen
Die Museumswelt hat Binz längst für sich entdeckt. Über Bademoden längst vergangener Tage erfährt man amüsantes im Historischen Binz Museum. Gefälschte Gemälde bestaunt man im Fälschermuseum und in der Binzer Glasbläserei kann man beobachten, wie Glas geblasen wird.

Im Haus des Gastes finden anspruchsvolle Kulturveranstaltungen statt.

Cleopatra in Binz
An diese Tradition, die mit den Kriegswirren weitgehend zum Erliegen kam, knüpft man heute vielerorts im Ort an. Und weil man nun das Salzwasser doch lieber „in natura“ am Strand genießt, haben sich die „Wellness-Manager“ eben andere „Kur-Ideen“ einfallen lassen. Neuester Hit ist das Cleopatra-Bad“ im IFA-Ferienpark, für das Stutenmilch aus dem nahen Ummanz als Grundlage eingesetzt wird. Übrigens, neueste Forschungen ergaben, dass es mit Cleopatras sprichwörtlicher Schönheit so weit gar nicht her gewesen sein soll, und früh gestorben ist sie ja auch... Aber daran muss die Stutenmilch ja nicht schuld gewesen sein!

Die Hauptstraße ist beliebter Anziehungspunkt.

Bäderbahn
Hier startet übrigens die Binzer Bäderbahn. „Wir haben mit allen unseren Angeboten die vier Bäderorte Binz, Baabe, Sellin und Göhren verknüpft. In unseren 13 Bäderbahnen werden die Kurkarten der Gäste aus diesen Orten gegenseitig anerkannt“, berichten die Jagdschloss-Express-Chefs Roger Pieniak und Bernhard Wehry.

Bei einer Fahrt mit dem Jagdschloss-Express gibt es viel zu sehen und zu erfahren.