Badespass und ein Hauch von Luxus

In das Ostseebad Binz kommt man, um zu baden, um Sommer, Sonne, Strand und Wellen zu genießen. Der erste Weg nach der Ankunft hier ist der zum Strand. So jedenfalls halten es die meisten Erholungssuchenden. Doch Binz hat weit mehr zu bieten. Sein ganz besonderes Flair bekommt der Ort durch die Villen und Gebäude, die im Zusammenhang mit dem Badebetrieb entstanden sind.Keineswegs sind sie nur auf das Baden an sich ausgerichtet. Im Gegenteil, in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die meisten der weiß getünchten Häuser gebaut wurden, stand das Vergnügen der Sommerfrischler ganz oben an. Inzwischen ist die sogenannte „Bäderarchitektur”, eine bunte Mischung verschiedenster Stile und Elemente, zu einer Sehenswürdigkeit geworden, auf die Binz und die anderen Seebäder zu Recht stolz sind.Begeben wir uns auf den Weg der Rokokoranken und Holzloggias, der gotischen Türme, der Erker und Jugendstilfenster.Die ersten Häuser für Sommergäste, die bis dahin bei Fischern unterkamen, entstanden in der Putbuser Straße. Diese Gebäude dienten dann auch zur Orientierung für spätere Neubauten. Deshalb lohnt es sich, den kleinen Rundgang gerade hier zu beginnen. So unterschiedlich die Häuser sein mögen, allen gemeinsam sind die Veranden, Loggias und Balkone, die mit ihren bisweilen filigranen Verzierungen Offenheit, Leichtigkeit und Beschwingtheit ausstrahlen.Gleich hier in der Putbuser Straße sticht ein dunkelbraun gestaltetes Holzhaus, neben all den weißen Exemplaren, im Schweizerischen Stil hervor.Schon hier wird sichtbar, daß ursprünglich, vielleicht wegen fehlender Reglementierungen, fast jeder Baustil möglich war. Die Putbuser Straße trifft sich mit dem Ende oder sollte man besser sagen mit dem Anfang der Strandpromenade, die vom Haus „Halali” begrenzt wird. Dahinter erhebt sich mächtig und majestätisch die Granitz, Zeuge und Ergebnis der letzten Eiszeit, bewachsen mit herrlichem Buchenwald. Die schönsten Promenadenvillen stehen in diesem Teil bis zur Seebrücke. Hier macht die Promenade einen fast märchenhaften Eindruck auf die Besucher. Vor dem Kurplatz biegen wir links in die Hauptstraße ein, eine der schönsten Flaniermeilen des Ortes. Dort fällt das 1904 von Gottlieb Buttermann errichtete und 1996/97 in seiner historischen Form völlig neu aufgebaute Hotel „Goldener Löwe” auf. Ebenso das Hotel „Vineta“, das als Villa Vineta 1904 erbaut, 1993 abgerissen und danach komplett neu aufgebaut wurde, nach historischem Vorbild, versteht sich.Weiter geht es die Hauptstraße entlang bis zur Pension „Granitz” an der Ecke Bahnhofstraße, rechts ein Stück die Jasmunder Straße entlang, an der Villa „Getreuer Eckart“ von 1905 vorbei und vor der Gemeindeverwaltung, die sich auf der linken Seite befindet rechts in die Margareten-straße. Genannt sein sollten hier das Haus „Metropol“ von 1907 mit seinen imposanten, durch Säulen gestützten Balkonen und den Zwiebeltürmen sowie die Villa „Meeresgruß“, deren Loggien mit Säulen und filigraner Zierde ein gutes Beispiel für die anfangs erwähnte Leichtigkeit und Heiterkeit sind.Zum Abschluß sollte die Villa „Undine“ nicht unerwähnt bleiben, eines der drei auf Rügen noch erhaltenen Wolgasthäuser. Der rotbraune Holzbau stammt von 1885. Diese Häuser wurden von der Wolgaster Firma Kraeftwerft als Fertigteilhäuser per Katalog angeboten und das schon vor über einhundert Jahren. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Viele interessante Dinge lassen sich auf eigene Faust noch entdecken. Doch wer an dieser Stelle erst einmal pausieren möchte, dem sei ein erfrischendes Bad in den Ostseefluten empfohlen. Es sind gerade mal 50 Meter und die Füße sind naß.

Wer in Binz ankommt geht natürlich zuerst an den Strand !

Zu einer kleinen Pause kann man sich in einem gemütlich Café niederlassen.

Die Bäderarchitektur macht den besondere Reiz aus.