Wasserspaß im neuen Park der Sinne

Kräftig Kurbeln für Binz

Kurbeln für Binz, das könnte zum neuen Volkssport werden. Denn kaum ein Spaziergänger schafft es, am Wasserstrudel vorbeizugehen, ohne mal kräftig zu kurbeln.
Darüber freut sich Thomas Nießen ganz besonders. Denn er ist Schöpfer der neuen Strandpromenade am Schmachter See. „Park der Sinne“ nennt sich die Kombination aus entspannendem Park, Seeromantik und allerlei ungewöhnlichem Spielzeug. Da kann man selbst einen Wasserstrudel erzeugen, kann erleben, welche Spuren Wasser in einer drehbaren Scheibe erzeugt oder darüber staunen, dass man in der Lage ist, einen tonnenschweren Stein mit nur einem kleinen Finger zu bewegen.
Die Kleinen können sich über einen „Wasserspielplatz“ freuen, wie es ihn so nirgendwo mehr gibt. Da kann man per Wippe Wasser pumpen, es sammeln, in Kanäle fließen lassen oder per Spirale hochpumpen. Entgegen dem allgemeinen Trend sorgen dabei kühle Materialen wie Edelstahl und Stein für eine stilvolle Antwort auf die verspielte Bäderarchitektur an der Strandpromenade zur Ostsee. Aus dieser Sicht lässt sich die romantische Natur des Schmachter Sees dann umso bewusster und unverstellter erleben.
Wer steckt hinter dieser mutigen Gestaltung? Thomas Nießen ist 35 Jahre jung, stammt von der Insel und hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt: Am Anfang war eine fundierte Gärtnerlehre, anschließend ein Jahr harte Praxis: „Wir haben Platten gelegt, Bäume gepflanzt, eben alles gemacht, was im Landschaftsbau gefragt ist“, erinnert er sich. Die harte Arbeit hat ihn nicht gestört, aber er wollte mehr. Also Studium, Abschluss als Landschaftsarchitekt, ein Jahr in München, dann die Möglichkeit ins Ausland zu gehen: „Als Landschafts-architekt in Neuseeland zu sein, das war ein Traum für mich!“ Gerne wäre er geblieben, doch die Liebe zog ihn nach Deutschland zurück: „Meine Frau Franziska hatte schreckliches Heimweh!“ Binz kann ihr dankbar sein: Denn ohne sie hätte das Ostseebad nicht diese ungewöhnliche Strandpromenade.
Letztere dürfte übrigens dafür sorgen, dass der bisher eher in Deutschland bekannte Erholungsort nun international ein Begriff wird. Denn Thomas Nießen schaffte es, dass die Promenade am Schmachter See zum Außenprojekt der Internationalen Gartenausstellung in Rostock erklärt wurde: „Die IGA rechnet mit drei Millionen Besucher. Davon werden nun etliche nach Binz kommen, die sich für uns sonst nicht interessiert hätten. Einige werden sicher die Reize unserer Gemeinde schätzen lernen, wieder kommen oder anderen davon erzählen. Außerdem werden für die IGA 30 Millionen Prospekte in vielen Sprachen gedruckt und verteilt. Und damit haben wir 30 Millionen Mal Werbung für Binz, ohne dafür extra bezahlen zu müssen!“