Rund um Binz ist eine Menge geboten

Freizeit-Tipps für jedes Wetter

Der kilometer lange Strand ist natürlich die Hauptattraktion in Binz. Die einmalige Bäderarchitektur im Ort bietet eine Urlaubs-Atmosphäre, die Besucher immer wieder gerne kommen lässt. Doch manchmal hat man einfach Lust, ein wenig herumzufahren. Schließlich gibt es auf Rügen eine Menge zu sehen und zu erleben. Reporter Reinhard Witteck machte sich auf die Suche nach bekannteren und weniger bekannteren Ausflugszielen.

Eulen im Jagdschloss
Jagd auf interessante Ausstellungen können Rügen-Besucher bei einem Ausflug ins Jagdschloss Granitz machen. Museumschef ist Klaus-Dieter Mickschat, und er legt viel Wert auf Vielfalt. So wird am 8. Juni eine Ausstellung mit Werken des Malers Harald Metzken in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung Rügen eröffnet. Ab 3. August heißt es bereits zum zweiten Mal: „Die Eulen der Welt“. Man erfährt, warum diese geheimnisvollen Vögel so lautlos dahingleiten und wieso sie sich selbst in dunkelster Nacht orientieren können. Höhepunkt des Veranstaltungsreigens ist das Schlossfest am ersten Wochenende im August. Immer zu sehen ist die Dauerausstellung „Jagd und Hege auf der Insel Rügen“.

Museums-Bauernhof Zirkow
Der Arbeit der Bauern verdanken wir unser tägliches Brot. Auf dem Museumshof in Zirkow erfährt man, welche Arbeiten nötig sind, bis die Ernte der Feldfrüchte abgeschlossen ist. Erklärt wird, wo die Saat für das nächste Jahr bereit liegt und was alles zur Betreuung der Nutztiere in einem landwirtschaftlichen Betrieb getan werden muss. Der Museumshof Zirkow ist gleichzeitig ein gutes Beispiel für die ländliche Bauweise von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden auf Rügen im 18. und 19. Jahrhundert.

Museenvielfalt in Göhren
Das Göhrener Heimatmuseum in einem Bauern-, Fischer- Schiffer- und Lotsenhaus aus dem 19. Jahrhundert zeigt unter anderem die Kultur und die Lebensweise der Mönchguter und die Geschichte des Fremdenverkehrs auf der Halbinsel Mönchgut. Auf dem nur wenige Schritte entfernten Museumshof kann man am Beispiel zahlreicher alter Arbeitsgeräte das frühere Leben auf dem Bauernhof kennen lernen.

Luise auf der Wiese
Eine weitere Attraktion in Göhren ist das Rookhus. Das ist ein schornsteinloses ehemaliges Wohnhaus einer Fischer- und Kleinbauernfamilie in Form eines sogenannten Zuckerhutes. Die Einrichtung zeigt das Wohn- und Arbeitsmilieu in dem rohrgedeckten Haus vor 200 Jahren. Ein Leben ohne elektrischen Strom, fließendes Wasser und fast ohne Heizung, man kann es sich heute kaum mehr vorstellen. Besonders für Kinder interessant ist das Museumsschiff Luise in Göhren. Hinter den Dünen am Südstrand liegt der Motorsegler seit einigen Jahren auf der grünen Wiese und ist zu besichtigen. Mit diesen Segel- und Motorschiffen beförderte man früher einen großen Teil der Ernte zu den Häfen von Stralsund, Greifswald und Stettin.

Mühlenmuseum Patzig
Wenige Kilometer von Bergen entfernt, liegt in einer landschaftlich reizvollen Gegend die 500-Seelen-Gemeinde Patzig. Als hier einst die alte Bockwindmühle ihre Schuldigkeit getan hatte, baute man sie 1946 in eine Motormühle um. Bis 1999 wurde darin Brotgetreide zu Backschrot, Vollkorn- und Feinmehl vermahlen. Heute zieht sie als Museum und technisches Denkmal Besucher an. Faszinierend ist die ausgeklügelte Technik und beeindruckend die Holzkonstruktion. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr. Ist man einmal in dieser Idylle, lohnt sich anschließend ein Besuch der im 16. Jahrhundert erbauten Dorfkirche und ein Spaziergang in Richtung Woorke. Hier ragen 13 Hügelgräber aus der weiten Landschaft heraus.

Bergen – Hauptstadt von Rügen
Viele sagen ja, auf Rügen laufe die Zeit anders. Tatsächlich kann man diese Feststellung in Bergen unschwer machen. Denn die Turmuhr der Kirche hat doch tatsächlich 61 Minuten statt 60. Direkt hinter der Kirche befindet sich in der Oase des Klosterhofes das Stadtmuseum. Dort erhält man Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Klosters und der Stadt. Ganz in der Nähe befindet sich der Marktplatz. Hier fällt das Benedix-Haus, das älteste Fachwerkhaus der Stadt mit der Touristeninformation ins Auge. Direkt gegenüber von der Landkreisverwaltung in der Billrothstraße steht das Geburtshaus von Theodor Billroth. Er war einer der Begründer der modernen Operationstechniken für Magenresektionen und zählt zu den bedeutendsten Chirurgen des 19. Jahrhunderts. Weiter geht es zum Ernst-Moritz-Arndt-Turm, dem 27 Meter hohen Aussichtsturm der Stadt. Bei schönem Wetter kann man eine ausgiebige Wanderung rund um den Nonnensee, der sich im Nordwesten der Stadt befindet, anschließen. Wer Zeit und Muße hat, kann von hier aus einen wundervollen Spaziergang machen.

Klein, aber imposant
Der Königsstuhl bei Sassnitz ist zwar nur 117 Meter hoch und damit im Vergleich mit den meisten Bergen ein Winzling, doch wenn man direkt hinunter ins Meer blickt, weiß man, warum dieser Anblick so faszinierend und prägend auf Dichter oder Maler wie Caspar David Friedrich gewirkt hat. Genug des Wanderns, ein weiteres reizvolles Ausflugsziel ist die Halbinsel Wittow. Auf dem Weg geht es über die zehn Kilometer lange Bucht der Schaabe, die die beiden Halbinseln verbindet. Hier findet sich übrigens ein traumhafter Sandstrand. Auf Wittow weht immer eine frische Brise, weshalb die Einheimischen über die Gegend auch gerne als „Windland“ spötteln. Hauptsehenswürdigkeit ist hier Kap Arkona, das nördlichste Flächendenkmal Deutschlands. Neben den markanten Leuchttürmen trifft man auf Reste eines slawischen Burgwalls – diese Bevölkerungsgruppe stellte schließlich die ersten Siedler von Rügen und prägte über lange Zeit die Geschichte der Insel. Ein Muss ist der Abstieg zum Fischerdörfchen Vitt. Die Strapazen werden entschädigt durch den Besuch eines urtümlichen, pittoresken Ortes, wie man ihn in Deutschland kaum mehr erwartet.

An heißen Tagen kann man sich auch mit einem eis am Strand abkühlen.

Das Schiff Luise findet man am Südstrand von Göhren auf der Wiese.

Kap Arkona ist der nördlichste Punkt Deutschlands.

Schilffgedeckte Dächer prägen das Bild auf dem Museumshof Zirkow.

Das Stadtmuseum Bergen bietet Einblicke in die wechselvolle Geschichte der Stadt.

Das Fischerdorf Vitt liegt unweit vom Kap Arkona.