Haus des Gastes im Kurpark
Durch Erlaß des preußischen Staatministeriums vom 19. Dezember 1924 ist der Name der Stadt Liebenwerda, Kreis Liebenwerda, in „Bad Liebenwerda“ umgeändert worden. So stand es schwarz auf weiß am 16. Januar 1925 in den amtlichen Bekanntmachungen. Lange Bemühungen waren dem vorausgegangen.

Weniger bekannt sein dürfte, daß bereits seit dem Jahre 1900 im Krankenhaus an der Schloßäckerstraße Moorbäder verabreicht wurden. Erst Jahre später, am 12. September 1903, debattierten kühle Rechner im Rathaus und findige Bürger über den Bau eines Moorbades als gewinnbringende Geldanlage.

So wie das einstige Schweizerhaus im Kurpark begrüßt das neue Haus des Gastes seine Besucher.
Im März 1904 war Grundsteinlegung. Das Gebäude wurde im Schweizerhausstil erbaut und hatte Ähnlichkeit mit dem Restaurant „Schweizerhaus“ im Stadtwäldchen, das schon viele Jahre vorher errichtet worden war. Ein neues Kapitel der Stadtgeschichte begann 1905, als das Eisenmoorbad seinen Betrieb aufnahm und rheumatische Erkrankungen behandelte.

Es war nicht allein das Moorbad, was die Kurgäste anlockte, es waren auch die herrlichen Anlagen, das kleine ruhig gelegene Provinzstädtchen und die Gondelstation an der Elster. Kurkonzerte fanden ursprünglich im Garten des Eisenmoorbades statt und die Hotels „Weisses Roß“ und „Norddeutscher Hof“ wetteiferten miteinander.

An diese langjährigen Traditionen soll auf dem Weg zur Anerkennung als Heilbad angeknüpft werden. Das einstige Schweizerhaus wurde erweitert sowie modernisiert und erwartet als „Haus des Gastes“ seine Besucher. Der Park, einst Geschenk Friedrich Wilhelm III. an die Liebenwerdaer, soll zum attraktiven Kurpark werden. Die Stadt gehört zu den Bewerbern für die Landesgartenschau des Landes Brandenburg im Jahr 2000.

Findige Köpfe sehen darin die Chance für viele Gartenbaubetriebe der Region und für eine wirksame Vermarktung von Bad Liebenwerda.