Auf den Spuren der Geschichte
Die Stadt Bad Liebenwerda lädt die Besucher und Gäste zu einem Rundgang durch das Stadtzentrum ein, weil sich gerade hier der historische Teil unseres Ortes befindet.

Wir beginnen den Stadtrundgang am Rathaus, das in einem anderen Baustil bereits zur Zeit der Verleihung des Stadtrechtes am gleichen Standort gestanden haben mag. Mehrfach brannte es ab. Im Juli 1798 wurde das Rathaus ein letztes Mal zerstört und in seiner heutigen Form wieder aufgebaut.

Rathaus
Zu einer alten Tradition ist das abendliche Läuten der Rathausglocke zu Ehren des von schwedischen Truppen zu Tode gemarterten Bürgermeisters Elias Borßdorff während des Dreißigjährigen Krieges geworden. Es wird ein Besuch der gegenüberliegenden evangelischen Nikolaikirche empfohlen.
Bereits um 1220 muß es hier ein Gotteshaus gegeben haben. 1376 wird von einer massiven Kirche gesprochen, die durch Stadtbrände mehrfach in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde sie 1655 wieder aufgebaut. Das Gemäuer der Kirche ist bis heute erhalten geblieben, während der Kirchturm am 29. Mai 1894 infolge eines schweren Gewitters total abbrannte und in der heutigen Form wieder aufgebaut worden ist.

Weiterhin wird der Marktplatz durch das Hotel „Weisses Roß“ abgegrenzt, wo einmal die Postkutschen anhielten, um die Pferde auszuwechseln. Gegenüber schließt das Patrizierhaus der vormaligen Kreisblattdruckerei Carl Ziehlke den historischen Marktplatz ein.

Das Hirtenmädchen Barbara als Brunnenfigur, die Wasserschöpferin am Rathaus, die alte Schwengelpumpe sowie der Kreis des mittelalterlichen Halsgerichtes auf dem Marktplatz gehören zu den kleinen Sehenswürdigkeiten der Innenstadt.

Der hinter dem Rathaus vorhandene Gebäudekomplex zwischen Breite- und Mittelstraße hat bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts bestanden. Über die Torgauer Straße gelangt der Besucher in das alte slawische Fischerdorf und erreicht über einen Pappel- und Feldweg unter dem Bahndamm das kleine Städtchen Wahrenbrück.

Wer in die östliche Richtung möchte, der wende sich dem Roßmarkt zu. Beide Marktplätze wurden inihrer Gesamtfläche als Anger bezeichnet. Er war das Hauptzentrum großer Vieh- und Krammärkte.

Begeben wir uns geradeaus in die Hainsche Straße, dann gelangen wir in die ehemalige Hainsche Vorstadt, das heißt, dieser Weg führte nach Hain (Großenhain).
Biegen wir in die Dresdener Straße ein, dann präsentiert sich vor uns die im Jahre 1993 neu erbaute Rheumaklinik mit dem Altbau des ehemaligen Eisenmoorbades, der heutigen psychotherapeutischen Klinik und dem zusätzlich entstandenen neuem Gebäude. In diesem Bereich befinden wir uns nun bereits im Territorium der alten Wasserburg beziehungsweise des späteren Renaissanceschlosses. Als Restbauwerk ist heute nur noch der 32 Meter hohe Lubwartturm vorhanden.

Diese ehemalige Burg entstand während der Zeit des Vordringens der Deutschen in Richtung Osten und diente als eine der sieben Burgen an der Schwarzen Elster zum Schutz der Elsterübergänge. Der Burgturm wird als Lubwart bezeichnet und könnte eine mundartige Variante unseres Ortsnamens „Lubbigewarta-Livenwerde“ sein. Das heutige Amtsgericht wird als das Hauptburggebäude, später als das Hinterschloßgebäude bezeichnet. Hier war der Amtssitz der Verwalter dieser gesamten Gebiete an der Elster.

Das heutige Museum war Wohngebäude für die Herrschaft und später für die sächsischen Kurfürsten, die sich vielfach zur Jagd im Schloß aufhielten. Seit 1150 soll der alles überblickende Lubwartturm hier stehen. Verfolgen wir nun die Straße in Richtung Stadtwäldchen weiter, dann gelangen wir in wenigen Minuten zur Wäldchenwiese mit dem Haus des Gastes. Wir befinden uns im Zentrum des Kurparkes. Überschreiten wir die Bahnhofswegbrücke, liegt vor dem Besucher der „Otto Kloss Garten“ in seiner neuen Gestaltung.

Rheumaklinik
Wer nun in Richtung Zeischa wandern möchte, der gehe auf der Dresdener Straße bis zum Bahnübergang und biege rechts ab in Richtung Zeischa. Von hier gelangt man in das Waldbad.
Wer nur einen kurzen Rundgang am Stadtrand einschlagen möchte, der gehe von der Fußgängerbrücke links in Richtung Bahnhofstraße und von dort wieder in Richtung Stadtmitte.

Zu empfehlen ist ein Besuch der katholischen Herz-Jesu-Kirche im Nordring, ein Spaziergang durch das südliche Stadtgebiet, eine Kurzwanderung durch die Waldstraße, entlang am Sportplatz, durch das Neubaugebiet sowie die Schloßäckerstraße.