Hochzeit im Burgverließ !
Wer nach Belzig kommt, dem fallen zwei Dinge sofort auf. Das Altertümliche mit seiner romantischen Ausstrahlung, die kleinen Straßen und Gassen, die den Hauch längst vergangener Zeiten verbreiten und das Neue, sich Entwickelnde. Und alles scheint wie füreinander gemacht, zumindest im Stadtkern. Drumherum tost der Verkehr auf den beiden Fernverkehrsstraßen B102 und B246.
Beginnen wir unseren kleinen Bummel an der Touristinformation in der Straße der Einheit unweit des Marktes. Die netten Damen dort haben so manchen Tip für Unternehmungen in und um Belzig herum parat. Schließlich ist die Kreisstadt ein idealer Ausgangspunkt, den Hohen Fläming zu erkunden. Anschließend geht es zwei Mal rechts herum und man steht auf dem Markt. Frisch und liebevoll restaurierte Bürgerhäuser strahlen das historische Flair der Stadt aus. Dominierendes Bauwerk ist das Rathaus. Es scheint ein ebenso betagtes Gebäude zu sein, wie die Bürgerhäuser ringsum. Doch der Schein trügt. Nach einem Brand 1972 war das Haus nicht mehr zu retten. An seine Stelle trat der jetzige Neubau, ganz in alter Form, so daß der harmonische Gesamteindruck von Markt und Wiesenburger Straße nicht gestört wird. Fast eine Schweikjade war die Errichtung, denn der Wohnungsbau hatte in der DDR Vorrang, Verwaltungsbauten bekamen deshalb keine Baugenehmigung. Schließlich kam man 1985 auf die Idee, ein Mehrzweckgebäude zu errichten, das dann 1991 doch als Rathaus übergeben werden konnte.Am Haus gegenüber verweisen zwei Tafeln auf Fritz Reuter, der im damaligen Gasthaus „Goldener Stern“ auf seinem Weg in die Magdeburger Festungshaft vom 26. zum 27. März 1837 Herberge fand. Weiter geht es die Wiesenburger Straße über die Wiesenburger Brücke und dann gleich rechts in die Niemöllerstraße. Hier sitzt der Landrat des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Jetzt gehen wir, erneut rechts, den kleinen romantischen Weg Am Stadtgraben entlang. An der nächsten Straßenkreuzung muß man sich entscheiden: Wer sportliche Betätigung und aktive Entspannung mag, der wendet sich nach links. Über die Straße der Einheit und die Weitzgrunder Straße gelangt man zum Freizeit- und Erlebnisbad. Dort gibt es Spaß für Jung und Alt. Richtig austoben kann man sich auf der 55-Meter-Rutsche, Klasse auch, sich das Wasser von einem Wasserpilz auf den Körper prasseln zu lassen. Und eine Mordsgaudi ist es, sich im Strömungskanal treiben zu lassen. Wer mag, kann natürlich in Ruhe seine Bahnen ziehen, auch dafür ist gesorgt. Im Winter geht es nur einige Schritte weiter auf die Kunsteisbahn. Auf glatten Kufen, die es natürlich auch auszuleihen gibt, kann man dann seine Runden drehen. Wer es weniger sportlich mag, sich dafür mehr für Geschichte und Architektur interessiert, biegt rechts in die Straße der Einheit und gelangt über den Kirchplatz zur St. Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert. Ihre die Stadtsilhouette dominierende Turmhaube erhielt die Kirche erst im 17. Jahrhundert. Gleich daneben befindet sich das Reißigerhaus. Es ist das ehemalige Kantorenhaus und erinnert an Carl Gottlieb Reißiger, der 1798 hier geboren wurde und später Hofkapellmeister in Dresden war. Weiter geht der Bummel Richtung Markt, dann über Baderstraße, Am Schloßtor und Schloßstraße hinauf zur Burg Eisenhardt. Am Fuße der Erhebung in der Wittenberger Straße sollte man noch einen Blick auf die sächsische Postmeilensäule werfen, zeugt sie doch von der Vergangenheit der Region. Bevor wir die Burg betreten, lohnt sich noch ein kleiner Abstecher auf den Friedhof zur dortigen Briccius-Kirche, die allerdings nur von außen zu besichtigen ist.Der älteste heute noch erhaltene Teil der Burg, der Burgfried, stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist ein idealer Aussichtspunkt. Bei gutem Wetter hat man eine herrliche Sicht über die Stadt und den Fläming. Keinesfalls sollte man versäumen, dem Museum einen Besuch abzustatten und sich in mittelalterliche Zeiten versetzen zu lassen. Zudem weiß Museumsleiter Thomas Schmöhl so manch interessante oder witzige Begebenheit zu berichten. Da wird der Geschichtsexkurs zum Erlebnis. Ein Tip noch für Romantiker: Auf der Burg Eisenhardt kann man sich auch trauen lassen!
Wir beenden hier unseren kleinen Bummel. Der Bahnhof ist nur wenige Fußminuten entfernt und im Stundentakt kann man sich innerhalb einer knappen Stunde nach Potsdam oder Berlin kutschieren lassen.
Im Freizeit- und Erlebnisbad Belzig in der Weitzgrunder Straßekann man sich mal so richtig austoben.
Über die Wiesenburger Brücke gelangt man in die Niemöllertstraße, wo der Landrat zu finden ist.