Bestwin – viel guter Holunder
Ein großes grünes Kastanienblatt auf gelbem Grund im oberen Teil, geteilt durch eine Schlängellinie und darunter im blauen Wasser ein dicker silberner Fisch zieren das Bestenseer Gemeindewappen und symbolisieren die Historie.

Nachdem zunächst germanische Stämme siedelten, wurde 375 n. Chr. die Siedlung „Bestwin”, was soviel wie „viel guter Holunder” bedeutet, von Slawen gegründet. Noch heute sind am Ostufer des Klein Bestener Sees Holundersträucher zu finden.

Die zwei Dörfer, aus denen Bestensee entstanden ist, lassen sich noch heute deutlich erkennen. Die Bauernhöfe waren um einen Anger, in unserer Gegend Dorfaue genannt, angeordnet. Die vorhandenen Gebäude und die Dorfplätze lassen mit etwas Phantasie das Bild der einstigen Orte Großbesten und Kleinbesten erahnen.

Ausgedehnt liegt die Dorfaue von Großbesten an der Hauptstraße westlich vom Bahnhof. An dem romantischen Teich steht die voluminöse Kastanie vor dem Gemeindeamt, deren Blatt sich im Ortswappen widerspiegelt. Um eine prächtige Eiche und eine Trauerweide auf der anderen Seite des Dorfteiches gruppieren sich Häuser, von denen die meisten ihre bäuerliche Vergangenheit erkennen lassen.

Dahinter schließen sich Scheunen, Remisen und Felder an. Die bereits rekonstruierten Häuser zeigen, wie man Tradition und moderne Ansprüche in Einklang bringen kann. Neubauten passen sich dem ländlichen Charakter an. Zwei Perlen im Diadem des Ortes schließen die Dorfaue nach Norden ab.

Die ehrwürdige protestantische Kirche ist das wohl älteste Gebäude der Gemeinde mit ihren mittelalterlichen Feldsteinmauern und demüber hundert Jahre alten Glockenturm. Gleich daneben das 1905 aus roten Ziegel-steinen errichtete Einklassen-Schulhaus.

Die ehemaligen Gästehäuser des Weilers beherbergen heute das Gemeindeamt. Jenseits des Kleinbestener Sees, an der Motzener Straße, trifft man auf das Zentrum Kleinbestens. Auch hier standen Bauernhöfe um den Rasenplatz. Ihre kreisförmig zusammenhängende Struktur ist deutlich erkennbar. Ein Bauerngut präsentiert sich noch in rustikaler Schönheit. Gekrönt wird der Dorfplatz hier von drei mächtigen Eichen.

Feinsinnige Sticheleien zwischenälteren Einwohnern gibt es immer noch, weil Kleinbesten einst Großbesten angegliedert wurde. Es gibt unter den Älteren noch welche, die antworten auf die Frage, wo sie wohnen würden: „Na in Kleinbesten” oder „Hier in Großbesten”.