Das Amt
Schwielowsee stellt sich vor

Caputh


„Komm nach Caputh, pfeif auf die Welt“. Mit diesen Worten versuchte Einstein seinen Sohn Eduard zu einem Besuch des schon damals sehr beliebten Paradieses für Sommerfrischler zu überreden. Der große Physiker fühlte sich hier sehr wohl. Er hatte sich 1929 am Waldrand ein Holzhaus bauen lassen, in dem er jedoch nur drei Sommer verbringen konnte, denn die Machtübernahme durch die Nazis zwang ihn zur Emigration.

Einstein hat sein Haus nie wieder betreten. Behutsam wurde es jetzt interessierten Besuchern an den Wochenenden zugänglich gemacht. Ab 1998 sollen auch die ersten Räume im Caputher Schloß geöffnet werden. Nach Abschluß der umfangreichen Restaurierungsarbeiten wird das kurfürstliche Landschlößchen aus dem 17. Jahrhundert ein Besuchermagnet sein.

Dann werden noch mehr Gäste auch die Stüler-Kirche besuchen, um den Caputher See spazieren, vom Krähenberg einen weiten Blick ins Havelland werfen und natürlich mit „Tussy“, der nun bald 150 Jahre alten Fähre, über die Havel in Richtung Geltow übersetzen.

Zwei große Neubaugebiete zeigen, daß auch in Caputh der Blick nach vorn gerichtet wird.

Ferch


Flächenmäßig ist Ferch mit Abstand der größte Ort des Amtes, mit seinen gut tausend Einwohnern jedoch gleichzeitig der am geringsten besiedelte. Im sanften Auf und Ab führt die nicht enden wollende Dorfstraße in unzähligen Windungen durch das hügelige Gebiet.

Innerhalb der Ortslage präsentieren sich dem Betrachter daher immer nur wenige der kleinen, gepflegten Häuschen. Und gerade das macht wohl den Reiz des Ortes aus. Man ist geneigt, die Sage von der Fee, die die Gegend verzauberte, um den fremden Geliebten immer bei sich zu halten, Glauben zu schenken.

Auch die Fercher haben sich am Potsdamer Platz ein neues Ortszentrum bauen lassen, das ebenso Bewunderer wie Kritiker auf den Plan rief. Ferchs Kleinod ist ohne Zweifel die Dorfkirche aus dem 17. Jahrhundert.

Der äußerlich gedrungene Fachwerkbau überrascht den Besucher im Inneren mit außergewöhnlichen Gestaltungselementen, die eher irdisch als göttlich anmuten. Wer einmal hier war, kommt unzweifelhaft wieder. Auch auf kulturellem Gebiet hat das große, kleine Ferch Extravagantes vorzuweisen: Die Obstkistenbühne, eine märkische Chansonwerkstatt mit ganz speziellem Fercher Flair.

Geltow


Die Geltower sind mit recht stolz darauf, daß ihr Ort nachweislich schon über 1000 Jahre alt ist. Daß sie sich aber auch Modernem öffnen, beweist das gerade fertiggestellte neue Ortszentrum. Damit wird die Gemeinde immer attraktiver für Aussteiger aus den überfüllten Großstädten.

Ob an der Bundesstraße 1 zwischen den vielen kleinen Geschäften und großen Autohäusern, ob im idyllischen Alt-Geltow mit seinen gedrungenen Häusern und der schon von weitem sichtbaren Kirche, ob in der Waldsiedlung Wildpark-West, die Anfang der 30er Jahre entstand oder auf dem Franzensberg, ob am Wasser, im Wald oder vor allem auch im erst neu entstandenen Brückenpark, überall ist es wunderschön. Geltow, das ist Leben an einem der schönsten Flecken Brandenburgs.

Und nicht nur bei schlechtem Wetter sollte die Kunsthandweberei, ein aktives Museum von ganz besonderer Art, besucht werden.

Wer sich für Vergangenes interessiert, darf die Heimatstube in der Gaststätte „Baumgartenbrück“ nicht versäumen. Und nicht zu vergessen: Welches andere märkische Dorf hat schon einen eigenen Tierpark?