Das Amt Dahme/Mark stellt sich vor
Bollensdorf
Die Bollensdorfer gehörten schon immer zum Kirchen-spiel Dahme. Dort wurden sie jedoch im Seitenschiff plaziert. Es ist nachgewiesen, daß sie schon 1562 eine eigene Kirche bauen wollten. Durch Pest, Krieg und Hungersnot kam es nie dazu. Ihre Fachwerkkirche ist deshalb eine der jüngsten im Fläming. Erst zwischen 1946 und 1952 erfüllten sich die Bollensdorfer ihren Kirchentraum.

Buckow
Gemeinsam mit vier anderen Orten des Amtes Dahme konnte Buckow 1996 sein 650jähriges Bestehen feiern. Der Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Buche“. Der nur 140 Einwohner zählende Ort liegt abseits der großen Straßen inmitten weiter Felder und angrenzender Kiefernwälder. Als Besonderheit weist er ein kleines Freibad auf, das der Initiative eines Schulmeisters in den 20er Jahren zu verdanken ist. Die Feldsteinkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, ihr Turm wurde später im Stil des 19. Jh. erneuert.

Dahme
Die kleine, auch heute noch verträumte Land-stadt Dahme liegt gut eine Autostunde südlich von Berlin, genau an der geographischen Grenze des Niederen Fläming zum Lausitzer Grenzwall. Etwa sieben Kilometer südöstlich, entspringt der Fluß gleichen Namens, die Dahme. Nicht zu übersehen ist das Rathaus mit Post. Dahme ist Sitz der Amtsverwaltung für die sechzehn Amtsgemeinden.

Görsdorf
Mit seinen Ortsteilen Liebsdorf und Liedekahle zählt das ehemalige Gutsdorf etwa 275 Einwohner. Um 1500 kam es in die Hände der Familie von Schlieben, von der sich ein Zeugnis in der Kirche befindet. Der Altaraufsatz aus Sandstein wurde 1581 von dem Torgauer Bildhauer Georg Schröter für Michael von Schlieben, Herrn auf Baruth und Görsdorf, geschaffen. Dieser ist dort mit seinen beiden Ehefrauen und 17 Kindern abgebildet. Die Liedekahler waren da bescheidener: Da das Geld für den Kirchturm fehlte, hängten sie das Geläut in einen hölzernen Glockenturm. Die Glocken schuf der berühmte Wittenberger Meister Georg Billich im Jahre 1689.

Kemlitz
Geographisch gesehen liegt dieser Ort schon in der Niederlausitz und früher brauchten die Bauern von Kemlitz eine Sondergenehmigung, um in Dahme ihre Erzeugnisse anbieten zu können. Zur Gemeinde Kemlitz gehören die Ortsteile Schlagsdorf und Altsorgefeld. Letzterer liegt versteckt inmitten der Rochauer Heide und stellte eine Besonderheit dar, weil seine Einwohner vornehmlich im Forst arbeiteten und eine eigene Schule besaßen, die von den Besitzern der Siemens-Werke gestiftet wurde, auch wenn – wie aus der Chronik hervorgeht – der letzte Lehrer bis zum Kriegsende zeitweilig nur sechs Kinder unterrichtete.

Gebersdorf
Wenn man die liebliche Auenlandschaft mit dem sich dahinschlängelnden Bächlein betrachtet, kann man sich kaum vorstellen, daß die Fuhrleute in früherer Zeit die Überquerung des „Moosebruches” fürchteten, da nicht selten die Fuhrwerke im Schlamm feststeckten, ihre Achsen zerbrachen und auch die Pferde zu Schaden kamen. Heute ist Gebersdorf mit seiner schönen spätromanischen Kirche eine schmucke kleine Gemeinde.

Illmersdorf
Das Reststück einer Kursächsischen Halbmeilensäule, die einst auf der Höhe von Illmersdorf an der alten Poststraße Luckau-Dahme-Jüterbog stand, ziert heute den Dorfanger im Ort. Ein gut erhaltener Oberlaubenstall erinnert an fränkische Siedler. Die fränkische Hofanlage ist gerade um Dahme bis weit hinter Jüterbog verbreitet. Typisch ist die überbaute Toreinfahrt zwischen Wohnhaus und Stall. An die Franken erinnern die Futtergänge, die Laubengalerien im Obergeschoß des Stalles.

Mehlsdorf
Heute ist er im Jüterboger Heimatmuseum ausgestopft zu bewundern. Der letzte Wolf auf freier Wildbahn, vermutlich eingewandert, wurde hier am 24. März 1961 zur Strecke gebracht. Vorher hatte er mehrfach weidendes Vieh gerissen. Selbst in Jungviehställen dehnte er seine Raubzüge aus. Werner Schmidt aus Ihlow bekommt ihn vor die Flinte, und nach drei Schuß ist der stattliche Bursche erlegt. Der Wolfsstein am Mehlsdorfer Busch erinnert daran.

Niebendorf-Heinsdorf
Da der Kirchgemeinde Niebendorf das Geld für den Kirchturm fehlte, trägt Zimmermanns Glockenstuhl zu ebener Erde die Glocke. So kann sie jeder betrachten und anfassen. Die zweite Glocke fehlt leider seit dem letzten Krieg. Im ehemaligen Schloßpark von Heinsdorf ist vorwiegend die heitere Muse auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu Gast. Bis zu 2000 Besucher finden hier Platz. So viele kommen oft zusammen, wenn mehrmals im Jahr namhafte Künstler hier gastieren. Diese locken selbst Berliner in die größte Gemeinde des Amtes.

Niendorf
Das „neue Dorf” weist als Gründung vor rund 700 Jahren eingewanderte Flamen aus. Zur typischen Dorfanlage des Fläming-Angerdorfes gehören in der Dorfmitte die Kirche, umgeben vom Kirchhof. Der Dorfteich auf dem Anger ist umrahmt von stattlichen, breit ausladenden Gehöften, die Wohlhabenheit und Bodenständigkeit bezeugen.

Prensdorf
Das Angerdorf Prensdorf liegt abseits der Straße versteckt. Diese Abgelegenheit ist eigentlich Symbol für das ganze Dorf. Ein vorgelagertes Sumpfgebiet war einst noch zusätzlicher Schutz. Diese Lage hat die Bewohner in vergangenen Jahrhunderten sicher oft vor Raub geschützt. Das verträumteste Fleckchen findet man am Rande des Dorfes versteckt. Das Paradies für Enten und Gänse ist nicht der Dorfanger mit seinen Bauten, sondern ein Pfuhl in einem Seiten-gäßchen.

Rietdorf
Die Feldsteinkirche in Rietdorf war einst eine Wehrkirche. Hier suchte man Zuflucht vor plündernden Kriegshorden.
Die Innenverriegelung beweist es noch heute.
Beachtlich ist die künstlerische Gediegenheit der über 300 Jahre alten Innengestaltung. Mit seinem alljährlichen Bikertreffen im Herbst macht der Ort heute unter Sportbe-
geisterten von sich reden.

Rosenthal
Mit dem Park auf dem Anger setzte sich der letzte Rosenthaler Lehrer Heinz Richter unbeabsichtigt selbst ein Denkmal. Einst Verkehrsgarten für die Kinder, später Botanischer Garten mit über 200 Gräsern, Stauden und Büschen, erfreut heute die Einwohner und ihre Besucher der Rosenpark auf dem Anger. Ganz besonders stolz sind die Rosen-thaler jedoch auf ihren stimmkräftigen Männerchor.

Schöna-Kolpien
Hamburg, Berlin, Dahme und Kolpien verbindet dieses Wässerchen hier. Die Rede ist von der Dahmequelle. Nördöstlich von Kolpien entspringt die Dahme. Nach knapp 100 Kilometer Schlängellinie mündet sie bei Köpenick in die Spree. Ganz in der Nähe der Dahmequelle steht eine Kellerholländer-windmühle. Die steht auf einem Keller, der eine Durchfahrt besitzt, weil sich hier ein Sägegatter befand.

Wildau-Wentdorf
Der Alte Fritz habe an diesem Stein gefrühstückt, erzählt die Sage. Sicher, er hat nach der Schlacht bei Torgau 1760 auf dem Rückmarsch nach Schlesien in Wildau genächtigt. Getafelt hat der gichtgeschüttelte König im November sicher nicht unter
freiem Himmel. An dem Findling wurde eine Fläche aufgearbeitet. Eine kreisrunde Nut läßt auf einen geplanten Mühlstein schließen, trieb doch einst die Dahme hier vier Wassermühlen an. Heute klappert nur noch ein Wasserrad am rauschenden Bache.

Wahlsdorf
Der Wahlsdorfer Dorfteich ist einer der größten in der Umgebung. Der schlanke, neugotische Kirchturm spiegelt sich in seinem Wasser. Wildenten lockt es besonders im Herbst hierher. Leider ist die Zeit der Kleinbahnromantik seit über 30 Jahren vorbei. Das Bähnlein ist hier öfter aus den Gleisen gesprungen, worüber sich als einziger der Gastwirt besonders gefreut haben soll. Das Gutshaus,
erbaut Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Berliner Architekten Cremer und Wolffenstein, hat sicher schon bessere Tage erlebt.