Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Einzigartiges Naturerlebnis

Mit einer Landfläche von 118 Quadratkilometern und einer Wasserfläche von 687 Quadratkilometern ist der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft eine der wenigen naturhaften Großlandschaften Mitteleuropas. Er erstreckt sich über den Darß und den Zingst bis hin an die westrügensche Küste und schließt große Flächen von Bodden und Ostsee ein. Hier soll die urtümliche Landschaft mit ihren Dünen, Nehrungen, Strandseen, Windwatten, dem Salzgrasland, ihrer typischen Tier- und Pflanzenwelt, den Steil- und Flachküsten und dem größten Kranichrastplatz Mitteleuropas weiter bestehen können. Die Natur kann sich in diesen Räumen frei entfalten. Die Ortschaften sind nicht in den Nationalpark einbezogen. Der Besucher kann das Schutzgebiet in weiten Teilen individuell oder auf geführten Wanderungen erleben. Der Darß ist ein Juwel des Nationalparks. Das wildreiche Waldgebiet ist in zwei große Bereiche gegliedert. Südlich findet sich der Altdarß als Rest eines Inselkerns, der nach der Entstehung der Ostsee aus dem Wasser ragte. Eine in der Nähe des Großen Sterns deutlich sichtbare Geländestufe, das Alte Meeresufer, markiert den Übergang zum etwas tiefer gelegenen Neudarß. Dieses erdgeschichtlich wesentlich jüngere Gebiet entstand durch Anlandung. In nördlicher Richtung reihen sich Reffe, ehemalige Dünenzüge, und Riegen, sumpfige Senken, aneinander. Während der Darßer Ort durch Anlandung jährlich um mehrere Meter in nördliche Richtung weiter wächst, ist am Weststrand ein Landrückgang zu erkennen. Die größte Waldfläche auf dem Zingst ist der urwüchsige Osterwald. Ganz im Osten befindet sich die Hohe Düne von Pramort, das größte Weißdünengebiet der deutschen Ostseeküste. Im Osten schließen sich die Werder-Inseln an. In deren Flachwasserbereichen rasten während der Zugzeit im Herbst mehrere zehntausende Kraniche neben unzähligen Watt- und Wasservögeln. Die flachen, von der Ostsee abgeschnürten Lagunen nennt man Bodden. Hier leben über 40 verschiedene Fischarten, unter ihnen Aal, Barsch und Zander. Die breiten Röhrichte sind idealer Lebensraum für viele seltene Vögel wie Rohrsänger und Rohrweihe. Auf den Küstenvogelbrutinseln brüten über 30 zum Teil vom Aussterben bedrohte Arten, wie Rotschenkel, der Große Brachvogel und die Uferschnepfe. Barhöft mit seinem seit langem nicht mehr aktivem Kliff auf der Festlandseite gelegen, bietet Einblicke in die landschaftlichen Besonderheiten zwischen dem Ostzingst und dem Süden der Insel Hiddensee. Dazu gehört die Waldinsel Bock mit vorgelagertem Windwatt. Die Westküste Rügens besitzt mit ihrer Naturbelassenheit einen Ruhecharakter, der anderenorts kaum noch zu finden ist. Von den insgesamt neun kleineren Inseln zwischen Rügen und Hiddensee gelten einige als bedeutende Küstenvogelbrutgebiete. Hiddensee ist die größte Insel im Nationalpark. Das Hochland des Dornbusch, ein eiszeitlicher Stauchmoränenkern, überragt mit seinem Leuchtturm die flache Landschaft im Süden und im Osten. Starke Abtragung am Dornbuschkliff, verbunden mit einem Materialtransport in östliche Richtung, ließ die beiden Sandhaken Alter und Neuer Bessin weit ins Wasser hinauswachsen. Das Vogelbrut- und -rastgebiet auf dem Neuen Bessin darf nicht betreten werden, auf dem Alten Bessin sind Wanderer willkommen. Zu einem besonderen Erlebnis wird eine Wanderung durch die Dünenheide zwischen Vitte und Neuendorf, die im Spätsommer ihre ganze Blütenpracht entfaltet. Die Südspitze der Insel, der Gellen, eine baumlose Heide- und Dünenlandschaft, ist als eine besondere Ruhezone ausgewiesen. Auf den angrenzenden Wattflächen finden zehntausende Watt- und Wasservögel Nahrung.
Nationalparkamt Vorpommersche
Boddenlandschaft
Im Forst 5, 18375 Born, Tel. 038234/5020

Bizarre Landschaften machen den besonderen Reiz des Darß aus.

Schautafeln informieren über das vielfältige Leben in dem Park.