Von Rostock nach Zingst

Weisse Strände und Seefahrer-Romantik

Verliebt in Deutschlands schönste Halbinsel sind inzwischen viele. Findet man hier doch eine Region mit intakter Natur, malerischen Orten, fast unendlich scheinenden weißen Sandstränden, weiten Wiesen und großen Wäldern. Was es im Einzelnen zu entdecken gibt, das zeigt uns Hans Götze vom örtlichen Tourismusverein. „Von Rostock kommend, führt Sie die Bäderstraße zum Ostseeheilbad Graal. Zwischen der &Mac226;Rostocker Heide’ und der Ostsee gelegen, verfügt es als Kur- und Badeort über ein ausgezeichnetes Bioklima“, berichtet er. Der Rhododendronkulturpark wird gerade wiederbelebt und ist durchaus einen Bummel wert. Nächste Stationen sind Klein-Müritz und Klockenhagen mit dem interessanten Freilichtmuseum. Dann ist man schon im Ostseebad Dierhagen mit seinen fünf Ortsteilen. „Dort trifft man auf eine breite Palette von Übernachtungsmöglichkeiten. Das geht vom Campingplatz bis zum Hotel der Extraklasse. Dazu kommen viele Freizeitangebote. Das wissen besonders Familien zu schätzen“, berichtet Hans Götze weiter. Über die Fischland-Chaussee erreicht man als nächsten Ort das Ostseebad Wustrow und ist damit auf Fischland, der westlichsten der drei früheren Inseln angekommen. Das einst bedeutende Seefahrerdorf, in dem sich bis 1992 die älteste Seefahrtschule in Mecklenburg-Vorpommern befand, liegt an der schmalsten Stelle des Fischlands. Vom Turm der Kirche hat man einen phantastischen Blick über die einmalige Boddenlandschaft mit dem idyllischen Ortsteil Barnstorf, in dem im Sommer die „Kunstscheune“ zum Ausstellungsbesuch einlädt. Um 1800 waren es über 200 Segelschiffe, die von Wustrow aus die Meere befuhren. Vorher bereits soll Seeräuber Klaus Störtebeker dort einen geheimen Hafen gehabt haben. Stammte sein Steuermann Gödeke Michels doch aus Michaelsdorf am Südufer der Boddengewässer. Gesichert ist, dass Pommernherzog Barnim VI. in Ahrenshoop einen „Klipphafen“ anlegen wollte, um zollfreien Handel zu betreiben. Von Ribnitz aus sollten die Waren dann weiter ins Land befördert werden. Da jedoch weder Ahrenshoop noch Ribnitz der Hanse angehörten, ließen die Hansestädte Rostock und Stralsund in den schmalen Wasserläufen Boote versenken. Die Rinne verlandete, das Fischland verlor seinen Inselcharakter und Ribnitz den direkten Zugang zur Ostsee. Schon geht es auf die höchste Erhebung der Halbinselkette. Mit 18 Metern ragt die Kliffküste beeinruckend in den Horizont. Nächste Station ist Ahrenshoop, der weitum bekannte Künstlerort. Neben dem traditionellen „Kunstkaten“, dem „Neuen Kunsthaus“ und der „Bunten Stube“ sind es vor allem die „offenen Ateliers“, die faszinieren. Nun geht es weiter auf den Darß, der früher ebenfalls eine eigenständige Insel war. An seinem wilden Weststrand, der nur für Fußgänger und Radfahrer zugänglich ist, findet man eine bizarre Landschaft. Vom Sturm verformte Bäume, sogenannte Windflüchter, bestimmen das Bild. Auf der Boddenseite liegt der beliebte Erholungsort Born. Charakteristisch sind die Darßhäuser mit Rohrdach und phantastisch bemalten Haustüren sowie die rohrgedeckte Holzkirche. Nächste Station am Bodden ist der Erholungsort Wieck. Im ehemaligen verträumten Fischerdorf bietet das neue Nationalpark- und Gästezentrum „Darßer Arche“ Interessantes und Wissenswertes über den „Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft“. Prerow liegt an einer flachen Ostsee-Bucht. Der über fünf Kilometer lange und bis zu 100 Meter breite feinsandige Strand sucht in Deutschland seinesgleichen. Er ist ideal für einen Familien-Badeurlaub mit Kindern. Im Darß-Museum kann man in die Seefahrts-Vergangenheit eintauchen. Sehenswert ist die historische Prerower Seemannskirche mit ihren Votivschiffen. Ein Muss ist ein Besuch des Leuchtturms „Darßer Ort“, der seit 150 Jahren den Schiffen den Weg weist und von dessen Aussichtsplattform man einen herrlichen Ausblick über den Darß genießen und den aktiven Anlandungsprozess am Nordende erleben kann. Am Ostende liegt das Ostseeheilbad Zingst. Es verdankt seine Zugehörigkeit zur Halbinselkette einer Naturkatastrophe: Die große Sturmflut vom 12. September 1872 kostete vielen Menschen das Leben. Um ähnliche Auswirkungen zu vermeiden, wurde der Prerow-Strom, der an der Seemannskirche in die Ostsee mündete, zugeschüttet und der Küstenschutz verstärkt. Als 1910 eine Bahnlinie Zingst mit Berlin verband, wurde der Ort schnell als Urlaubsziel populär. Vom Boddenhafen in Zingst gibt es Ausflugsfahrten bis zur Insel Hiddensee. Hauptattraktion ist die herbstliche Kranichrast – bis zu 60000 dieser imposanten Großvögel übernachten dann auf den Vogelschutzinseln Kirr, Oie, Bock und Werder sowie im Flachwasser des Boddens und des Windwatts.
Infos: Tourismusverband Barther Straße 31, 18314 Löbnitz, Tel. 038324/6400

Reetdachgedeckte Häuser bestimmen das Bild.

Wenn die Sonne untergeht, kommt Romantik auf.

Ausflugstouren per Schiff bieten unvergessliche Eindrücke.