Wenn was rumliegt, gibt’s Ärger
Schnell vergeht die Zeit. Nicht wenige hetzen buchstäblich durch das Leben.

Und rückblickend ist sie dann weg, die Geschichte.

In Fehrbellin ist es Kurt Müller (51), der sich seit gut zwanzig Jahren als Ortschronist darum kümmert, daß möglichst nichts von der Geschichte „verlorengeht. Mit ihm sprach unser Reporter Klaus Zahn.

Wie wird man Ortschronist und vor allem warum?
Kurt Müller: Geschichte interessiert mich generell. So kommt man immer tiefer ins Thema rein. Schließlich hat mich die Stadt 1978 zum offiziellen Ortschronisten ernannt.

Sind sie dadurch angestellt? Welchen Berufsabschluß braucht man da?
Kurt Müller: Das ist reine Freizeitbeschäftigung und hat mit meinem erlernten Beruf, nämlich Schlosser, nichts zu tun.

Wie finanzieren Sie Ihr Engagement?
Kurt Müller: Aufwendungen wie Fahrkosten und Filme erstattet mir die Stadt, Gehalt gibt es natürlich keines.

Ortschronist Kurt Müller
Haben Sie Familie? Was sagt die zu dem großen Zeitaufwand?
Kurt Müller: Ja, ich habe Familie, bin verheiratet und habe zwei Töchter. Die Große ist 27 und aus dem Haus. Sie arbeitet als medizinisch technische Assistentin. Die Kleine ist zwanzig, Friseusin und wohnt noch bei uns. Probleme wegen meines Hobbys gibt es nicht. Nur wenn so viel Zeug rumliegt wird es kritisch. Aber andererseits braucht man ja auch eine sinnvolle Beschäftigung.

Was hat sich der Ortschronist für die Zukunft vorgenommen?
Kurt Müller: Wir bereiten die Fehrbelliner Festtage im Juni vor, die dem 325. Jahrestag der Schlacht bei Fehrbellin gewidmet sind. Die nächste große Aufgabe ist die Aufarbeitung der Zeit von den zwanziger Jahren bis 1945. Da gibt es noch viel zu tun. Ganz in der Ferne steht der Wunsch, irgendwann eine Heimatstube einzurichten. Immerhin haben sich zahlreiche Dokumente und Gegenstände angesammelt, die man zeigen sollte. Aber wann das soweit sein wird, steht in den Sternen.