Märkische Ruhe und Beschaulichkeit
Fehrbellin verkörpert recht gut das, was man sich unter einem märkischen Kleinstädtchen so vorstellt. Ein bißchen verträumt, als ob die Zeit stehengeblieben sei, Ruhe und Beschaulichkeit ausstrahlend, Freundlichkeit, keinesfalls Hektik. Nur der Durchgangsverkehr, wie überall, ist etwas lästig. Von der Autobahn A24, Anschlußstelle Fehrbellin, kommt man geradewegs hinein ins Städtchen.

Bevor man die eigentliche Stadt erreicht, zeigt sie auch schon Muskeln. Der Gewerbepark „Ländchen Bellin“ grüßt den Besucher und mahnt, daß neben der Beschaulichkeit hier auch „gepowert“ wird.

Das Auto lassen wir in der Nähe der Amtsverwaltung in der Johann Sebastian Bach Straße stehen. Von hier aus gehen wir zu Fuß auf Erkundungstour.

Das Gebäude in dem die Verwaltung des Amtes Fehrbellin und auch der Bürgermeister der Stadt residieren, ist wohl das größte und prächtigste ringsum. Wenig verwunderlich, war es doch einst das Gutshaus des Domänenhofes. Das kurfürstliche Domänengut gab es seit 1571. Gebildet wurde es aus dem säkularisierten Besitz der Havelberger Bischöfe. Seit 1928 befindet sich das Rathaus in dem Gebäude, seit der Kreisgebietsreform 1992, als das Amt Fehrbellin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin geschaffen wurde, die Amtsverwaltung.

Ihr gegenüber hat sich im ehemaligen Wasserwerk ein Hotel etabliert. Im früheren Feuerwehrgerätehaus, der heutigen Stadtbibliothek, kann man Bücher und andere Medien ausleihen. Der Stadtpark dahinter lädt zu erholsamen Spaziergängen ein.

Wir biegen ein in die Geschwister Scholl Straße. Vorbei geht es am Denkmal für die Opfer des Faschismus auf dem gleichnamigen Platz auf dem Kapellenberg.

Einst hieß die Straße Kurfürstenstraße und der Platz Wilhelmplatz. Das Denkmal trug damals einen Adler und als Kriegerdenkmal war es den Gefallenen der preußischen Einigungskriege gewidmet.

Seine neue Funktion erhielt es nach 1945. Weiter geht es geradewegs zur evangelischen Kirche, die hier das Stadtbild dominiert. Rechter Hand sehen wir die in den Jahren 1816 bis 1818 erbaute heutige Grundschule, gleich daneben die Rhinhalle.

Das Denkmal des Großen Kurfürsten erinnert an die Schlacht bei Fehrbellin vom 18. Juni 1675.
Im Kleinstädtchen Fehrbellin scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Dreißig Meter hoch ragt der Turm der Kirche, die nach Entwürfen des Architekten Friedrich August Stüler ab 1866 gebaut und 1867 geweiht wurde. Stüler wurde als Sohn eines evangelischen Pfarrers im Jahre 1800 geboren. Mit einem theologischen Beruf, wie es der Vater gern gesehen hätte, hatte er aber wenig im Sinn. Statt dessen studierte er in Berlin an der Universität, der Bau- und der Kunstakademie.

Mit seinen Werken fand er Beachtung und erhielt 1842 durch Friedrich Wilhelm IV. den Titel „Architekt des
Königs“ verliehen. Den Bau der Fehrbelliner Kirche erlebte Stüler nicht mehr, starb er doch 1865. Die Bauleitungübernahm dessen Sohn Arnold Stüler.

Einmal herum um den kleinen Anger gehen wir die Berliner Straße zurück, rechts in der Brunner Straße kommen wir am Feuerwehrgebäude vorbei. Die Berliner Straße geht es bis zum Postplatz. Das Postgebäude, das ehemalige „Kaiserliche Postamt“, stammt von 1908. Eine Posthalterei gab es bereits 1675 in der Stadt.

Vorbei am Denkmal für die Kriegsgefallenen des ersten Weltkrieges und vorbei an der Gesamtschule erreicht man gegen Ende des Dechtower Weges den Kurfürstenpark mit dem Standbild des Großen Kurfürsten. Das Denkmal wurde 1902 durch Kaiser Wilhelm II. persönlich eingeweiht und erinnert an die Schlacht bei Fehrbellin vom 18. Juni 1675. Im Park werden in jedem Jahr die Fehrbelliner Festtage durchgeführt.

Wer gerne etwas erleben möchte, der zieht Richtung Flugplatz. Dort ist meist etwas los. Zahlreiche Veranstaltungen das ganze Jahrüber machen den Flugplatz zu einem populären Treffpunkt.