Das Amt Niederer
Fläming stellt sich vor
Bochow
Bochow ist vermutlich ein Besitztum des wendischen Tempels zu Jüterbog gewesen. In der Fläminger Mundart wird es Boche genannt. Der Ort wird erstmals 1210 erwähnt. Im Mittelalter zählte er zu den reichsten Dörfern des Flämings. Die Kirche bezog aus dem Dorf einst einen umfangreichen Zehnten. Nach einem Schloßregister gehörte das Dorf 1492 und auch 1496 dem Schloßamt Jüterbog.

Borgisdorf
Borgisdorf ist ein mittelgroßes linsenförmiges Angerdorf, das 1283 als Kirchendorf erstmalig erwähnt wurde. Im Dorfteich befindet sich ein mittelalterlicher Turmhügel als Insel. Sie wird von einem tiefen Graben umgeben, der 1851 als Burgwall bezeichnet wurde. Im Czerny-Park steht eine „Baumbank“, die sogenannte Czernybank.

Gräfendorf
Das kleine Straßendorf wurde 1205/21 erstmals urkundlich erwähnt. 1638 wurde dem Dorf infolge eines Großbrandes schwerer Schaden zugefügt. 1815/16 gab es bereits wieder eine Windmühle, Hufschmiede sowie die Brauerei mit Branntweinbrennerei und eine Ziegelei.

Herbersdorf
Das schmale Gassendorf wurde 1337 erstmalig als „Jacobus de herberstorp“ erwähnt. Guts- und Gemeindebezirk wurden 1928 vereinigt. Reizvolle Gebäude sind die einzelnen Häuser an der Dorfstraße. Der Ortseingang wirkt durch die vorgelagerten Obstgärten einladend und freundlich.

Hohenahlsdorf
Das kleine Straßendorf wurde 1352 erstmalig erwähnt. 1664 wurde der Ort teilweise verwüstet – die Kirche war abgebrannt. 1815/16 gibt es hier eine Windmühle und eine Branntweinbrennerei. Wichtige Denkmale sind die Dorfkirche, das Gutshaus mit Park sowie ein langes Lehmhaus, das einstige Gutsarbeiterhaus.

Hohengörsdorf
Die Kirche, ein spätgotischer Feldsteinbau von 1200 bis 1250, zählt zu den ältesten Kirchen des Flämings. Hohengörsdorf, an der B 102 gelegen, ist ein regelmäßiges Platzdorf mit einer sehr gut erkennbaren Grundform mit um den Dorfplatz gereihten Vierseithöfen. Es wurde erstmalig 1161 als Gerhardestorph erwähnt.

Hohenseefeld
Hohenseefeld ist ein großes, fast kleinstädtisch wirkendes Straßendorf. Es entstand im 12. Jhd. noch unter dem Namen Sevelde.

Niederseefeld lag unmittelbar nebenan und war bis 1950 eigenständige Gemeinde. Reizvolle Gebäude an der Hauptstraße wurden in ihrer historischen Substanz renoviert


Ihlow
Ihlow ist ein Straßendorf. Es wurde 1205 erstmalig erwähnt. Das gesamte Dorfensemble gilt als historischer Bereich. Die Schwarzkiefer als Naturdenkmal ist genauso beachtenswert wie die zweitürmige Feldsteinkirche. Von Illmersdorf kommend bietet sich ein harmonisches Dorfbild.

Meinsdorf
Meinsdorf, der südlichste Ort des Kreises Jüterbog, entstand im 12. Jahrhundert als „Meensdorp“.

1962 wurden Rhinow und Weißen; 1979 Bärwalde eingemeindet. Nach alten, aber bisher unbelegten Nachrichten, soll im Stadtgrund des Dorfes die alte Stadt „Meins“ gelegen haben.

Denkmale sind unter anderem die Einsiedler-Säule und ein jüdischer Friedhof.


Nonnendorf
Erstmalig wurde Nonnendorf 1235/53 als „Nannendorff“ erwähnt. Der Ort wird 1459 als wüste Feldmark bezeugt. 1538 war die Kirche noch zu sehen. Um 1685 ist die Feldmark „mehrerenteils mit Fichten und anderen Sträuchern bewachsen“. Angesessene Einwohner sind selbst 1777 nicht vorhanden. 1800 entstand dann ein Rittergut, allerdings ohne Untertanen.

Reinsdorf
Das kleine Straßenangerdorf wird um 1325 erstmalig erwähnt. 1368 ist es schon eine wüste Feldmark.

Um 1416/19 wird die Glocke des wüstgewordenen Dorfes im Jüterboger Rathaus aufgehängt und 1492/96 zurückgegeben. Die in der Region größte Gutsanlage mit Herrenhaus wird heute als Altersheim genutzt.


Riesdorf
Riesdorf wurde 1221 erstmalig als „Risdorp“ urkundlich erwähnt. In dem kleinen Sackgassendorf gab es 1801 Schmiede, Krug und Windmühle. Bis 1931 existierte ein Gutshaus. Die Abrißsteine wurden für den Bau von Siedlungshäusern verwendet. 1948 wurden 215 Hektar Land enteignet. 1952 wurde die erste LPG gegründet. Am Dorfplatz grünt eine Friedenseiche. Ein Wanderweg führt nach Schlenzer beziehungsweise Fröhden.

Schlenzer
Großes linsenförmiges Angerdorf, das 1204 oder 1214 als „villam Schlentziger“ erwähnt ist.
1642 ist das ganze Dorf wüst und abgebrannt. Denkmale sind die schöne Dorfkirche, ein frühgotischer Feldsteinbau aus dem 13. Jhd., das Pfarrhaus von 1823 sowie das „Amt“-Fachwerkhaus mit Klinker. Wanderwege führen nach Riesdorf, Schlenzer, Fröhden, Wahlsdorf, Nonnendorf und Markendorf.

Sernow
Das mittelgroße, linsenförmige Angerdorf wird 1205/1232 erwähnt als: „de certis mansis Inn Sernow“.

Von Werbig kommend verbindet ein verhältnismäßig großer Teich Dorf und Landschaft miteinander. 1801 notiert der Chronist: „Krug, Windmühle, Nebenzollamt von Luckenwalde“.


Waltersdorf
Das linsenförmige Angerdorf wurde 1342 erstmalig erwähnt und besaß 1722 bereits eine Windmühle und Schmiede. Waltersdorf bietet ein harmonisches Dorfbild durch die vielen reizvollen alten Gebäude in der Nähe des Dorfteiches mit seinen vorgelagerten Gärten und seinem Obstbaumbestand. Die Dorfkirche mit turmlosem Rechteckbau aus dem 15. Jhd., mit ihrer Bemalung aus dem 18. Jhd. und dem Glockenturm gilt als wichtiges Denkmal.

Welsickendorf
Welsickendorf ist ein Angerdorf, es wurde 1307 erstmalig erwähnt.

1406 wurde Welsickendorf von Jüterboger Bürgern überfallen und größtenteils abgebrannt. 1969 wird Höfgen und 1974 Körbitz eingemeindet.


Werbig
Als „de Villa Werbigk“ 1225 zum ersten Mal erwähnt, ist unser Werbig ein Straßenangerdorf. Im viergeschossigen Schulneubau befindet sich die Grund- und Gesamtschule mit Schulsportplatz und Halle. Ein alter Ziegeleiteich östlich des Ortes wird als Bade- und Angelteich genutzt. Im Ortsteil Lichterfelde, 1279 als „ad villam Lichterfelde“ erstmalig erwähnt, befindet sich die Amtsverwaltung.

Wiepersdorf
Wiepersdorf ist ein mittelgroßes linsenförmiges Angerdorf und wurde 1160 erstmals erwähnt. Es gehört zu dem „Ländeken Bärwalde“.

Die von Arnims waren es, die Wiepersdorf zu einem Ort nationaler Denkwürdigkeit machten. Als Ortsteile gehören dazu: Kossin, 1472 erstmalig urkundlich erwähnt und als Dorf mit Gehölz und Weide, das Kossinerluch, beschrieben.


Zellendorf
Das deutsche Kolonistendorf wurde 1217 erstmals erwähnt. Die erste Schreibweise lautete „Cedelendorf und geht zurück auf das wendische „seleny“, zu deutsch grün, und „sedelen“, was soviel heißt wie ansiedeln. Zellendorfs Geschichte ist bewegt. 1635 starben nach mündlicher Überlieferung die Dorfbewohner an der Pest. Die 350-Seelen-Gemeinde verfügt über einen regen Fußballclub mit neun aktiven Mannschaften.