Rotkäppchen in Wiepersdorf
Daß die Brüder Grimm ihren Stoff zu dem Märchen „Rotkäppchen und der böse Wolf“ im brandenburgischen Wiepersdorf fanden, steht auch für den Wiepersdorfer Kurt Hanisch fest. Wenige Schritte vom Schloß beginnt sein Märchen. Auf der achthundert Meter langen Rotkäppchentour erfährt Kind und Kegel, Rotkäppchen könnte eine Wiepersdorferin gewesen sein. Liebevoll und mit viel Fleiß wurde ein einmaliger touristischer Märchenwanderweg angelegt.
Der grimmige Wolf schaut uns entgegen. Auf der Rotkäppchenbank, einer wie zum Sitzen einladenden Kiefer, kann man sich ausruhen. Vielleicht saß hier auch das kleine Mädchen. Ein efeuberankter Eingang markiert den Platz, an dem einst Großmutters Haus stand. Für Generationen von Wiepersdorfern ist die Echtheit des Entstehungsortes gar keine Frage.

Läßt sich doch vieles aus dem Märchen hier wiederfinden. Daß Rotkäppchens Wiege im Ländeken stand, wird von einer Vielzahl von Autoren gestützt. Hier in Wiepersdorf hatte das Dichterehepaar von Arnim seinen Landsitz.

Nicht nur, daß die Brüder Grimm dort Gastrecht genossen, Achim von Arnim förderte unermüdlich den Gedanken, die von den Brüdern gesammelten Sagen und Märchen der breiten Öffentlichkeit zugängig zu machen. Von besonderer Bedeutung für unser Rotkäppchen ist, daß der Malerbruder und Kupferstecher Ludwig Emil Grimm die Illustrationen für die 1825 erschienene Märchenausgabe in Anlehnung an lebende Vorbilder in Wiepersdorf geschaffen haben soll und dies wiederum auf Drängen von Achim von Arnims.
Eine Vergrößerung des Bildes ist am Ziel der Rotkäppchentour im Wiepersdorfer Wald zu sehen. Welches ältere, illustrierte Märchenbuch man auch aufschlägt, eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Wiepersdorfer Vorbild der Rotkäppchenfigur nach Ludwig Emil Grimm ist immer vorhanden.Die schönen, großen verkehrsarmen Kiefernwälder im Verbund mit Inseln aus Laubbäumen um Wiepersdorf herum verführen geradezu, zu einer Wanderung oder Radtour in diesen Märchenwald.
Das Rotkäppchen soll von hier stammen, die Rotkäppchenbank , eine ungewöhnlich gewachsene Kiefer, soll der Kleinen als Ruheplatz gedient haben..