Wie Forsts altgediente Radrennbahn mit viel persönlichem Engagement jetzt wieder zu neuen Ehren gelangt.
Auch wenn es mit der Telecity nicht so richtig klappt, als Sport-Stadt hat sich Forst an die Spitze geschoben. Höhepunkte heuer waren die Deutschen und Europameisterschaften der Steher in der traditionsreichen Radrennbahn.

Schon seit 1906 finden hier nämlich hochkarätig besetzte Steher-Rennen statt. Daß dies nun nach der Wende wieder so ist, verdankt die Stadt auch der Standfestigkeit des „Ober-Stehers“ Otto Friedrich (kleines Foto rechts oben), der als Geschäftsführer des Polizeisportvereins PSV 1893 Forst und des Brandenburgischen Radsportverbandes unermüdlich im Einsatz ist. Seit der PSV 1992 die Anlage gepachtet hat, wurden erhebliche Summen zur Modernisierung des Zementovals und der angrenzenden Anlagen investiert.

Auch Forsts OB Dr. Gerhard Reinfeld gilt als Radsportfan: „Er setzt sich immer wieder persönlich bei den Radsportverbänden dafür ein, daß große Rennen nach Forst kommen“, lobt Otto Friedrich.Viel zum Aufstieg der Forster Steher trug die hiesige Wirtsschaft bei: „Ihr verdanken wir einheitliche Anzüge für die Gespannführer oder die Installation der Lautsprecheranlage.“

Der Erfolg gibt der Standhaftigkeit der Forster Steher recht: So erklärte Roland Hofer, Generalsekretär des europäischen Radsportverbandes UEC, am Rande der Kontinentalmeisterschaften dieses Jahr Forst zum „Mekka des Stehersports“! Und nicht nur das: Im Umfeld der ältesten heute noch bestehenden Radrennbahn in Ostdeutschland werden außerdem Deutsche Meisterschaften der Straßenradrennfahrer ausgetragen oder Etappenankünfte internationaler Rundfahrten wie der Friedensfahrt ausgerichtet. All das von einem kleinen Verein, dessen Radsportabteilung nur knapp 60 Mitglieder zählt. Bestes Zeichen für die intensive Trainingsarbeit war, daß Carsten Podlesch 1994 als Steher-Weltmeister Radsportgeschichte schrieb.

Mit Jürgen Gallinge und Bodo Scholz stellt man außerdem international geschätzte Schiedsrichter. Trotz dieser Erfolge gelang es bisher nicht, für Organisator Otto Friedrich eine dauerhafte feste Stelle zu schaffen: „Ich bin im ständigen Wechsel zwischen ABM und Arbeitslosigkeit“.