Von Hans Albers zum Bülowbogen

Stahlwerk und AEG verbindet man mit Hennigsdorf. Aber Kultur? Dabei hat die Havelstadt eine lange Tradition als Produktionsort von Filmen fürs Kino und später Fernsehen. Momentan entstehen akuelle Folgen der Serie „Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen“.

Bereits seit der 107. Folge wird die beliebte Fernsehreihe in der Havelstadt gedreht. Die Stars Reiner Hunold, Mariam Agischewa, Sven Riemann, Sybille Heyn, Gudrun Okras oder Nana Spier fühlen sich mittlerweile fast zuhause in Hennigsdorf. Und dabei treten sie in die Fußstapfen von Weltstars wie Hans Albers und Harald Juhnke.

Seine Karriere als Filmstadt verdankt Hennigsdorf übrigens weniger der Nähe zu den Studios in Potsdam-Babelsberg, denn der Industrie. 1932 ging es darum, mit „F.P.1 antwortet nicht“ einen utopischen Film zu kreieren. Für den suchte man entsprechende futuristische Kulissen.

Als das Team in Hennigsdorf auf das modernste und größte Dieselkraftwerk Europas stieß, war es von dem 11 700 PS-Schiffsdiesel so fasziniert, dass der Industrieort zum Produktionsstandort wurde. Hans Albers, damals schon Weltstar, sorgte für entsprechenden Wirbel. Er kam mit seiner großen weißen Yacht, die während der Dreharbeiten im Stadthafen vor Anker lag.

Dennoch logierte er nicht an Bord, sondern im Hotel „Goldener Löwe“. Von dort aus ließ er sich mit einem großen roten, amerikanischen Straßenkreuzer zum Drehort bringen. Er spielte in dem Film, der zum Kassenschlager wurde, den Ozeanflieger Ellissen.

Mitte der Sechziger bis Mitte der Siebziger führte das DDR Fernsehen die Tradition weiter. Produziert wurde im Kulturhaus des Stahlwerkes. Hier entstanden Sendungen wie „Herzklopfen kostenlos“ mit Heinz Quermann oder „Das müsste doch zu machen sein“ sowie Jugend- und Sportsendungen: „Mach’s mit, mach’s nach, mach’s besser“ mit Adi wurde aus Hennigsdorf gesendet. Heute wird das ehemalige Kulturhaus weiterhin für Filme genutzt. Von hier aus arbeitet das Produktionsunternehmen von Michael Melzer, das für „Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen“ zuständig ist.

Dieser mächtige Schiffdiesel diente als Kulisse für den Film „F.P.1 antwortet nicht”.

Bühnenbauer Wolfgang Wagner bereitet die Kulissen für die Dreharbeiten vor.

Hans Albers in seiner Rolle als Ellissen im Maschinenraum des Hennigsdorfer Kraftwerkes.