Wie die Kyritzer heute knattern

„Kyritz an der Knatter“ lautet seit altersher ein Werbespruch der Stadt. Warum kam man zu dieser einprägsamen, aber ungewöhnlichen Bezeichnung, heißt doch das Flüßchen, das hier durchfliest, nicht Knatter sondern Jäglitz? Über dieses und andere Rätsel sprachen wir mit Marlies Nitsche, der engagierten Chefin des Fremdenverkehrsvereins Ostprignitz e.V.

Bitte verraten Sie uns mal: Wo um alles in der Welt muß man in Kyritz die Knatter suchen?
Marlies Nitsche:
Eine Knatter als geographischen Ort werden Sie bei uns lange suchen, sowas gibt es hier nicht. Der Name kommt vielmehr davon, daß es hier früher so viele Wassermühlen gab, daß deren Knattern und Klappern schon von Weitem akustisch den Weg in die Stadt wies.

Auch heute gilt, Klappern gehört zum Handwerk. Welchen Service bietet das Fremdenverkehrsbüro in der Bahnhofstraße 5?
Marlies Nitsche:
Zu unserem Service gehört, ein umfangreiches Informationsmaterial über die Stadt Kyritz und die Ostprignitz anzubieten. Außerdem gibt es Zimmervermittlung, Souvenirs sowie Karten für Veranstaltungen in der Region.

Unsere Mitarbeiterinnen erteilen fachkundig Auskünfteüber Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele, Schiffsfahrten und Freizeitmöglichkeiten. Wir organisieren Touren unter sachkundiger Leitung, bieten spezialisierte Unterlagen für Reise- und Wanderrouten sowie individuelle Reisebegleitung. In vielen Fällen sind wir für die Kyritzer die Stadt- und Amtsinformation. Bei uns gibt es ja sogar Müllmarken zu kaufen.

Gibt es ein typisches Souvenier in Kyritz?
Marlies Nitsche:
Knatterwasser und Knatterperle sind beliebte Gags. Das erste ist ein herzhafter Schnaps und die Perle ist ein lieblicher Sekt. Kinder stehen auf T-Shirts mit dem Aufdruck des Raubritters Bassewitz. Auch das Bier „Mord und Totschlag” gibt es in vielen Gastwirtschaften in und um Kyritz wieder.

Was sollte man hier mit besonderem Genuß geniessen?
Marlies Nitsche:
Die Kyritzer schwärmen von ihrem Ostprignitzer Knieperkohl. Nach der Devise: Strenger Frost verfeinert die Kost, beginnt die Hoch-Zeit des krausigen Blattkohls nach den ersten Frösten.

Er zeichnet sich bei richtiger Zubereitung durch seinen kräftig-deftigen Geschmack aus. Er wird entweder als Eintopf oder als Beilage gereicht. Zur Verdauung empfiehlt sich ein Schluck Knatterwasser. Kraftfahrer sollten jedoch vorher den Zündschlüssel abgeben oder sich den köstlichen Tropfen mit nach Hause nehmen.

Wie unterstützt die Stadtverwaltung ihren Fremdenverkehrsverein?
Marlies Nitsche:
Der Sitz des FVV-Ostprignitz e.V. wurde durch die Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt. Unsere Einrichtung steht soweit auf eigenen Füßen. Durch eine Vereinbarung ist es dem Verein gelungen einen jährlichen finanziellen Zuschuß zu erhalten.

Das Interview führte Reinhard Witteck