„Don Camillo“ ist Besucher-Engel
Der „Don Camillo“ von Löwenberg ist vielleicht nicht ganz so schlitzohrig wie sein literarisches Vorbild, doch an Witz und Geschichtsinteresse nimmt es der agile Geistliche durchaus mit seinem aus vielen Filmen bekannten Kollegen auf. Sorgt er doch ganz wesentlich für die Betreuung der Touristen!

Peter Engel, der „Engel der Löwenberg-Besucher“, ist deshalb im Spritzenhaus wie auch in der Kirche anzutreffen. Denn ganz wesentlich seinem Engagement ist es zu verdanken, daß das alte Feuerwehrhaus erhalten wurde und heute Touristeninformation nebst kleinem Museum beherbergt.

Den Namen „Hus tu Löwenberg“ bezieht das Gebäude aus längst vergangener Geschichte: So hatte Landvogt Hans von Bredow seine Burg aus dem Jahre 1460 genannt. Davon geblieben ist die heutige Kindertagesstätte, die sich in dem barocken Schloßbau befindet, den Johann Heinrich von Bredow 1724 auf den Grundmauern der mittlerweile sehr vom Zahn der Zeit angenagten Festung errichtet hatte.

Das Sprizenhaus hatte übrigens lange Zeit eine entscheidende Funktion: Wurde Löwenberg doch häufig Opfer verheerender Brände. Das letzte große Unglück dieser Art ist gar nicht so lange her: 1808 zerstörte ein Feuer die schmucke Dorfkirche und zwei Drittel des Ortes. Diese und viele anderen Geschichten erzählt der immer gut aufgelegte Löwenberger Pfarrer gerne persönlich: Wenn er etwa in einer seiner Führungen die Gäste mit auf den Kirchturm nimmt, um aus der Vogelperspektiveüber Land und Ort zu berichten.

So weiß er auch von einem Löwen, der sich einst jährlich ein hübsches Löwenberger Mädchen geholt haben soll! Verbürgt in der Löwenberger Chronik hingegen die Geschichte vom bösen Gottfried Mügge: Derüberfiel 1757 auf der Straße nach Nassenheide einen Handwerker und erbeutete 15 Pfennige! Bis zum Prozeß sperrte man ihn kurzerhand im Spritzenhaus ein. Allerdings verstarb er vor dem Urteil. Seine Zelle im Spritzenhaus ist noch zu besichtigen.

Pfarrer Peter Engel führt humorvoll durch Kirche und Museum.
Das einstige Löwenberger Spritzenhaus wurde zum Heimatmuseum geadelt.