Löwenberger sammeln Medaillen ein
Sein Blick geht aufmerksam immer wieder ins Stadionrund. Mal schmunzelt er anerkennend, mal schüttelt er den Kopf.

Am liebsten möchte er aufspringen und seinen jungen Sportlern vormachen, was sie trainieren sollen.

Ihm ist anzumerken, neugierige Fragen auf der Tribüne im Waldstadion sind für ihn weniger interessant wie der tägliche abendliche Übungsbetrieb.

Denn Axel Klicks, Löwenbergs Sportlehrer, Leichtathletiktrainer und Chef des Löwenberger SV, ist aktiver Leichtathlet seit Kindesbeinen und heute noch zwei mal in der Woche aktiv beim Volleyball am Netz.

Unser Reporter Reinhard Witteck sprach mit dem 36jährigenüber Löwenbergs größten Verein. Der zählt immerhin 300 Mitglieder, darunter 70 aktive Leichtathleten, 150 Fußballer in acht Mannschaften und drei Frauensportgruppen.

Leichtathletik und Fußball sind in Löwenberg sehr populär. Wann sollte man damit beginnen?
Axel Klicks: So früh wie möglich, im Fußball sind unsere Zwerge, die Vier- bis Fünf-jährigen, schon ganz stolze
F-Junioren. Für die Kinder bietet Sport ein wichtiges Gruppenerlebnis, sie lernen früh, Erfolg oder Mißerfolg zu verarbeiten.

Der Löwenberger SV feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag. Wie fing einst alles an?
Axel Klicks: So genau weiß man es nicht, lediglich ein Archivbild, wo die damaligen Turner vor einer Fahne mit der eingestickten Jahreszahl 1924 posieren, weist auf den Beginn hin. Jedenfalls stießen 1929 die Fußballer von Hertha Löwenberg zu unserem Verein.

Das Waldstadion Löwenberg ist eines der modernsten im Land Brandenburg. Wie kam es dazu?
Axel Klicks: Der Landesleistungsstützpunkt Leichtathletik entstand, weil wir in das Projekt „Sportstätten in ländlichen Gemeinden“ aufgenommen wurden. Brandenburgübernahm 80 Prozent der Kosten, den Rest trug die Gemeinde.

Worin sehen Sie die Schwerpunkte des Landesleistungsstützpunktes?
Axel Klicks: Sehr wichtig ist mir die Nachwuchsarbeit, die Sichtung und Förderung von Talenten.
Die Teilnahme an „Jugend trainiert für Olympia” oder die Delegierung zu einem Sportclub sind erste sichtbare
Erfolge. Wir sehen unseren Schwerpunkt im Mehrkampfbereich.

Bei uns gilt, alle machen in der Leichtathletik erst einmal alles, um hier bei uns Talente auszuprägen und Stärken auszubauen. Wir haben eine gute Werfergruppe mit Kugelstoßen, Speerwerfen, Hammer oder Diskus. Im Sprungbereich geht es besonders um Hoch-, Weit–, Stabhoch- oder Dreisprung.

Wie oft sollte man trainieren, will man Lorbeeren und Medaillen erkämpfen?
Axel Klicks: Im Trainingsbetrieb in den Sportabteilungen je nach Anspruch und Leistungsgebiet ein bis vier Mal in der Woche. Für Freizeitsportler in der Regel ein bis zwei mal. Für unsere Leichtathleten mit Status Landes-Leistungsstützpunkt geht es mindestens vier Mal so richtig zur Sache.

Welche Erfolge konnten bisher erreicht werden?
Axel Klicks: Wir sind besonders stolz auf eine Reihe von Landesmeistern in den verschiedensten Altersklassen. Bei Starts in Dänemark und Schweden konnten unsere Sportler das Niveau mit bestimmen. Beim Leichtathletikwettbewerb in Dänemark belegten wir den 5. Platz unter immerhin 42 Mannschaften. Medaillen gab es auch bei den Oresundspielen in Schweden.

Wir selbst sind hier im Waldstadion ebenfalls Ausrichter vieler Wettkämpfe. Zweimal im Jahr gibt es Volksläufe, Sprint- und Springer- sowie Werfertage. Am ersten Septemberwochenende laden wir ein zu den traditionellen Löwenspielen. Dabei konnten wir schon Sportler aus Asien, Amerika und halb Europa begrüßen.

Wie denkt die Familie über ihren sportlichen Enthusiasmus?
Axel Klicks: Meine Frau hat dafür sehr viel Verständnis. Auch wenn sie beim Telefonklingeln witzelt, geh' ran, es ist ja doch dein Sport. Unsere beiden Kinder trainieren hier sehr fleißig bei den Leichtathleten mit.