Kaiserjagden in Liebenberg
Das Schloß Liebenberg und der ganze Ort waren zu DDR-Zeiten ein Mustergut.

Vorher residierte hier der Adel.

Philipp Fürst zu Eulenburg und Hertefeld, Graf von Sandels, ging in die Geschichte ein.

Er war Botschafter in Wien und ein enger Freund und wichtiger Berater des Kaisers Wilhelm II.

Und so weilte der Monarch desöfteren in Liebenberg zur Jagd.

Die Liebenberger Wälder waren in Europa für ihren Wildreichtum bekannt.

Auf Weltausstellungen wurden Trophäen von dort ausgezeichnet.

Bummel durch den Schloßpark
Der Schloßpark gilt als das idealste und reifste Werk in der frühen Periode der Landschaftsgestaltung des Gartenkünstlers Peter von Lenné.

Sehenswürdigkeiten sind das um 1875/76 erbaute Teehaus, das Lindenhaus und die Rosenburg.

Museen täglich geöffnet
Auf dem ehemaligen Gutshof befinden sich interessante Museen zu den Themen Liebenberger Geschichte und zur Jagd im Revier.

Eine umfangreiche Sammlung von historischen Haushaltsgeräten und Landmaschinen ermöglichen Einblicke in die Landwirtschaft längst vergangener Tage.

So attraktiv präsentierte sich einst das Schloß mit Kaiserbrunnen.
Heike Helbing vom Museum zeigt, wie anstrengend eswar, Wäsche zu mangeln.
Libertas und Harro
Geboren wurde Libertas Victoria Haas-Heye am 20. November 1913 in Paris als Tochter von Professor Otto Ludwig Haas-Heye und Victoria Ada Astrid Agnes Thora Gräfin zu Eulenburg.

Hier in Liebenberg verbrachte Libertas einen Teil ihrer Kindheit bei den Großeltern.

Später arbeitet sie nach einem Englandbesuch bei der Metro-Goldwyn-Mayer Filmgesellschaft in Berlin.

Im Sommer 1934 lernt sie Harro Schulze Boysen kennen. „Eine feste Burg ist unser Gott“ erklang am 26. Juli 1936 als gar nichtübliches Hochzeitslied im Schloß Liebenberg.

Libertas und Harro-Schulze-Boysen symbolisierten mit dieser Melodie zu ihrer Trauung ihre Abneigung gegen die Nazis und deren Welt von Teufeln.

Beide engagierten sich im Widerstandskampf. Libertas wird 1938 in den oppositionellen Freundeskreis ihres Mannes aufgenommen. 1939 erfolgt eine erste kurzzeitige Verhaftung.

Sie sammelt ab November 1941 mutig Bilddokumenteüber Naziverbrechen in der Deutschen Kulturfilmzentrale. Für ihre Aktivitäten in der Roten Kapelle werden beide am 22. Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee mit dem Fallbeil ermordet.

Die Libertas-Kapelle im Schloß Liebenberg und eine Ausstellung im Gut erinnern heute an das engagierte Wirken beider.