Nur das „Ferkeltaxi“ blieb

Was einst mit Pauken und Trompeten begann, sollte vor fünf Jahren enden: Die Bundesbahn wollte auch die Kleinbahn in der Märkische Schweiz ihrem Sparkonzept opfern. Doch beherzte Bürger schoben dem den Riegel vor: Ihnen verdanken wir heute, daß wenigstens das „Ferkeltaxi“, wie der Schienenbus gerne bespöttelt wird, heute noch fährt.

Als im Herbst 1991 bekannt wurde, daß die Kleinbahn eingestellt werden sollte, gingen die Bürger auf die Barrikaden, sammelten Unterschriften und organisierten sich im „Eisenbahnverein Märkische Schweiz“.Das Bahnhofsfest am 17. Mai 1992 war ein unübersehbarer Ausdruck dieses „Volkswillens“. Zwar wurde der elektrische Zugbetrieb dennoch ein Jahr später eingestellt, die Bahnwerker, die dies bewerkstelligen sollten, hatten es aber nicht leicht und notierten beim ersten Versuch in ihr Arbeitsbuch: „Abschaltung war nicht möglich, zwei gegen 2000.“

Der Volkszorn wird verständlich, wenn man weiß, daß der Bau der Ostbahn im letzten Jahrhundert für die landschaftlich reizvolle Region einen erheblichen Aufschwung brachte. Plötzlich war es möglich, daß die Bewohner des sich rapide entwickelnden Berlins für einen Tag bequem per Sonntagsrückfahrkarte nach Buckow und Umgebung kamen.

Wie wichtig das damals war, zeigt ein langer Streit zwischen Buckow und dem aufstrebenden Waldsieversdorf. Das war zwar auch Luftkurort und hatte ein Sanatorium, aber ohne Bahnanschluß blieben viele Besucher aus. Erst als der Koloniegründer Ferdinand Kindermann 1906 damit drohte, selbst eine Stichbahn legen zu lassen, gaben die Buckower nach und tolerierten einen Haltepunkt in Waldsieversdorf.

Mittlerweile müssen sich die Bürger mit einem reduzierten Zugbetrieb durch Schienenbusse abfinden, doch der Eisenbahnverein ist tüchtig dabei, Dampf zu machen. Eine Kleinlok KÖ aus dem Jahre 1934, eine Lok N 4 B und eine Rangierlok V 22 wurden mittlerweile erworben.

Angestrebt wird, die traditionsreiche Strecke in privater Regie zu betreiben. Bis dahin lohnt ein Besuch im „Kleinen Eisenbahnmuseum“ im Bahnhof von Buckow.