Amtsdirektor Rolf-Dietrich Dammann im Interview

Freie Fahrt für die Märkische Schweiz

Durch Buckow zu kommen ist momentan ein Kunststück. Gerade jetzt, zur 750 Jahr Feier, ist die Durchfahrt wegen Baumaßnahmen nicht möglich. Wäre dieses Problem nicht vermeidbar gewesen?
Amtsdirektor Rolf-Dietrich Dammann erklärt im Interview die Hintergründe.
Warum wird gerade jetzt die Ortsdurchfahrt gebaut?
Rolf-Dietrich Dammann: „Der Straßenbau wird uns noch länger belasten, da die gesamte Ortsdurchfahrt erneuert wird. Das Problem ist, dass wir darauf angewiesen sind, dass das Land und der Landkreis die Mittel zur Verfügung stellen. Aus unserer Sicht hätte dieser Straßenbau längst geschehen können. Nun müssen wir aber froh sein, dass überhaupt gebaut wird, denn bekanntlicherweise streicht oder streckt das Land aufgrund der Haushaltsprobleme immer mehr Maßnahmen. Wir hoffen nun, dass es nach Abschluss der aktuellen Bauarbeiten sofort mit der restlichen Straße bis zum Ortsende weitergehen kann.“
Buckow freut sich darüber, nun Kneipp-Kurort zu werden. Wie kam man auf diese Idee?
Rolf-Dietrich Dammann: „Die Stadt hat eine lange Tradition als Luftkurort.
Außerdem gab es Ferienheime, in denen Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt wurden. Nach der Wende ging es uns darum, die Tradition wieder zu beleben. Wir fragten uns: Was haben wir, was die anderen nicht haben? 1992 beschloss die Stadt Buckow die Kurortentwicklungskonzeption, mit dem Ziel Kneipp-Kurort. Und nun werden wir in Brandenburg der einzige anerkannte Kneipp-Kurort sein.“
Nun ist die Kneipp-Idee schon etwas in die Jahre gekommen. Setzen Sie damit auf Senioren?
Rolf-Dietrich Dammann: „Es stimmt, dass Wasserkuren, Wandern und manch andere Ideen der Kneipp-Bewegung gerade bei Senioren sehr beliebt sind. Andererseits ist der ganzheitliche Lebensansatz bei jüngeren Generationen ebenfalls gefragt. Und wie man mit ein wenig Kneipp tolle Effekte erzielen kann, das zeigt doch unsere

Rolf-Dietrich Dammann sorgt tagsüber als Amtsdirektor und in der Freizeit als Vorsitzender des Eisenbahnvereins dafür, dass sich in der Märkischen Schweiz etwas bewegt.

Kneipp-Kita: Dort hat sich ergeben, dass mit Wassertreten und ein wenig Naturverbundenheit die Kinder viel seltener krank werden, als in normalen Kitas. Dabei kann jeder kommen und sich überzeugen, dass unsere Kinder beim Kneippen riesigen Spaß haben und die Eltern zufrieden sind.“
Tourismus ist sicher wichtig, aber können die Gemeinden des Amtes davon leben?
Rolf-Dietrich Dammann: „Ein wichtiges Rückgrat bildet in allen Gemeinden Handwerk und Gewerbe. Wir haben traditionell viele kleine Betriebe mit ein oder zwei Mitarbeitern. Das scheint ein großer Vorteil zu sein. Denn gerade in konjunkturell schlechten Zeiten scheinen diese Firmen bessere Überlebenschancen zu haben, als größere. Das höre ich immer wieder aus Gesprächen mit Gewerbetreibenden heraus. Rehfelde ist der einzige Ort des Amtes, wo wir ein Gewerbegebiet mit einigen größeren Firmen haben. Glücklicherweise kommen die momentan auch über die Runden.“