Amt Märkische Schweiz

Die Märkische Schweiz – das ist bei weitem nicht nur Buckow und Umgebung. Seit der Ausweisung zum Naturpark auf 205 Quadratkilometer Fläche sind auch die kleinen verträumten Dörfer ins Blickfeld gerückt. Oft malerisch eingebettet in die hügelige Landschaft bieten sie Stoff für historische und da Entdeckungen.

Schlösser und Herrensitze, die teilweise in ihrer einstigen Pracht nur noch zu erahnen sind, gut erhaltene Dorfanger, kunstvoll aus Feldsteinen erbaute Scheunen, Bauernhäuser und Kirchen, sie alle legen weithin Zeugnis ab von Jahrhunderten. Man trifft auf manche Kleinode im Verborgenen, die zum Beispiel in Verbindung mit einem Konzert innerhalb der Reihe „Musik in Dorfkirchen“ besonders intensiv erlebt werden können.

Bollersdorf/Pritzhagen

Pritzhagen „...bedeutet wenig, seine Berge und Schluchten jedoch bedeuten viel...“ schwärmte einst Theodor Fontane und jeder kann das heute bestätigen, so ist es noch. Der Ortsteil Bollersdorf liegt auf dem Barnimplateau.

Das anmutige Angerdorf hat eine frühgotische Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert am schönen Dorfteich. Gegenüber entsteht das denkmalgeschützte Bauernhofensemble im neuen Glanz. Etwa einen Kilometer südöstlich von Bollersdorf bietet sich von der 83 Meter hoch gelegenen Bollersdorfer Höhe ein Blicküber den Schermützelsee und auf Buckow.

Buckow

Als „eine ländliche Schönheit, die mit nacktem Fuß in den See tritt und unter Weidenzweigen ihre Haar flicht“, beschrieb Theodor Fontane Buckow. Die „Perle der Märkischen Schweiz“, liegt im Zentrum des Naturparks.

In dieser abwechslungsreichen, bezaubernden Landschaft ist die höchste Erhebung der Krugberg mit stolzen 175 Metern. Die anmutigen Häuser in urwüchsiger Umgebung verleihen dem anerkannten Kneip-pkurort seinen speziellen Reiz.

Im Schloßpark kann man sich erholen und im Sommer das Schloßpark Sommertheater genießen.

Garzau

Garzau wird zu Recht als westliches Tor zum Naturpark Märkische Schweiz bezeichnet. Der regionale Wanderweg, angelegt an den Verlauf der alten Heerstraße, führt durch eine eiszeitlich geprägte Seen- und Waldlandschaft von ursprünglichem Reiz, am Roten Luch vorbei bis nach Buckow.

Garzau wurde um 1250 angelegt. Seine Feldsteinkirche stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. 1778 erwarb der berühmte Graf Friedrich Carl von Schmettau das Rittergut Garzau. Hier schuf er einen der schönsten Parks in Ostbrandenburg, der sich einst mit dem Wörlitzer Park vergleichen ließ. Das Schloß ist leider nur von außen zu betrachten, der Park lädt jedoch zum Verweilen ein.

Im Schutz slawischer Burgen entstand der Ort am alten Heerweg, dem sogenannten „Garzauer Paß“. Erstmals wurde Garzin 1309 erwähnt. Ältester Bau ist die spätromanische Feldsteinkirche aus dem frühen 14. Jahrhundert.

Der stille Ort mit den schönen Feldsteingehöften lädt zu Wanderungen in die reizvolle Feld-, Hecken- und Wiesenlandschaft ein. Wer im Frühjahr auf der von blühenden Sträuchern und Bäumen besäumten Feldsteinstraße nach Buckow fährt, fühlt sich in längst vergangene Tage versetzt.

Garzin

Mit einer alten Wassermühle am Sophienfließ erwähnte der Chronist 1333 erstmals urkundlich Grunow. Der Ortsteil Ernsthof wurde erst 1834/35 als Vorwerk von Grunow angelegt.

Jahrhundertelang haben Landwirte und Fischer den Ort geprägt. Im 18. Jahrhundert gab es hier noch eine Schneide-, eine Wasser- und eine Windmühle. Die ursprünglich im 13. Jahrhundert errichtete Wehrkirche wurde nach den Zerstörungen 1994 wiederhergestellt. Ein Spaziergang um den Ernsthofer Dorfteich ist zu empfehlen.

Grunow/Ernsthof

Ihlow hat viele charakteristische Feldsteinbauten. Die spätromanische Feldsteinkirche entstand um 1240 und ist ein eindrucksvolles Beispiel für damalige Wehrkirchen. Nach Beschädigung im letzten Krieg kam beim Wiederherrichten im Inneren ein Porträt von Ernst Christian von Illo zum Vorschein.

Sein Onkel soll der Kaiserliche Feldmarschall Illo gewesen sein, der vermutlich aus Ihlow stammte und 1643 im Schloße zu Eger erstochen wurde. Auch das ehemalige Gutshaus mit mehreren Sälen, Terrasse sowie Parkanlage konnte die Jahrhunderte überdauern. Ein Marmorkreuz und acht von Efeu umwachsene Grabplatten erinnern im Park an die Ahnen der Familie Bredow, die einst Ihlow und Ringenwalde besaßen.

Ihlow

Klosterdorf

Das typische Angerdorf beging 1997 seine 750-Jahr-Feier. Es wurde einst von Mönchen des Klosters Zinna gegründet.Die romanische Feldsteinkirche aus der Zeit um 1240 gehört zu denältesten Wehrkirchen der Umgebung. Heute ist der Ort Anziehungspunkt für viele Pferdeliebhaber und Freunde alternativer Lebensformen.

Rehfelde

Im 13. Jahrhundert gehörte Rehfelde zu den Dörfern des Klosters Zinna auf dem Barnim. Die Rehfelder begingen 1997 mit einem historischen Festumzug ihre 750-Jahr-Feier. Im Jahre 1858 begann der Bau der Ostbahn zwischen Berlin und Küstrin. Um die Strecke erst einmal populär zu machen und um Freude an der Fahrt zu wecken, durften alle Leute drei Tage lang kostenlos hin-und zurückfahren. Handel, Handwerk und Gewerbe prägen den Ort heute. In Rehfelde wirken 150 Gewerbetreibende. Dem Wohnungsbau wird ein großes Augenmerk geschenkt.

Waldsieversdorf

Im staatlich anerkannten Erholungsort errichtete Ferdinand Kindermann einst als eines der ersten Gebäude der Villenkolonie den Wasserturm. Er ziert heute das Gemeindewappen und symbolisiert, auf gelbem märkischen Sand stehend, den mit der Ortsgründung verbundenen Schöpfergeist und die Weitsicht der Ortsplanung.

Die stilisierten Lindenblätter auf grünem Grund stehen für den Wald, der den Ort wie ein grüner Ring umgibt. Der Große Däbersee und das Strandbad laden zur Erfrischung ein. Gern besucht wird das jährliche Jägerfest. Eine alte Postmeilensäule steht an der Landstraße Müncheberg-Prötzel beim Kilometer 7,5.

Am südwestlichen Rand der Märkischen Schweiz in unmittelbarer Nähe des Roten Luch liegt die Gemeinde Werder. Das Angerdorf wurde 1309 erstmalig erwähnt.

Wie viele Dörfer der Region gehörte auch Werder einst den Mönchen des Klosters Zinna. Ursprünglich soll es sich mehr westlich befunden haben, umgeben vom Wasser des Luchs und des Mühlenfließ. Daher auch der Name Werder-“Insel“. Sehenswert ist die Kirche aus der Zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, ein rechteckiger Bau mit halbrunder Apsis.

Vor einigen Jahren wurde sie nach umfangreicher Restaurierung wieder eingeweiht.

Werder

Zinndorf

Zinndorf ist ein typisches Angerdorf. Genau in der Mitte steht die Kirche und gleich daneben erblickt man einen kleinen Teich.

Balkendecke, Westempore und das Gestühl der Kirche aus dem 17. Jahrhundert erhielt bei der Restaurierung 1908/9 einen einheitlichen Farbanstrich. Der Altaraufsatz ist eine wertvolle Arbeit aus dem Jahre 1606. Der pokalförmige Taufstein stammt aus dem Spätmittelalter.

Sehenswert ist auch die Schnitzfigur der Anna Selbdritt. Durch Zinndorf führt der Europäische Radwanderweg R 1, der von hierüber 30 Kilometer den gesamten Naturpark Märkische Schweiz durchquert.