Oranienburg im Aufwind

Vorwärts im Eilzug-Tempo

Kaum zu glauben, wie sich Oranienburg binnen eines Jahres verändert hat. Hier entstehen blühende Landschaften im Sauseschritt. Das zeigte ein Bummel mit Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke. Erster Halt ist natürlich die gerade im Umbau zum Veranstaltungszentrum befindliche Orangerie. Sie hat einen modernen Anbau erhalten, damit hier in Zukunft 190 Personen Konzerte, Kleinkunst und Kabarett genießen können. Renommierte Firmen wie das Vermessungsbüro Fienke und Horst oder die Öko Rein GmbH trugen ihren Teil zum Gelingen bei. Mit Günther Suppus hat die Stadt einen Kulturamts-Mitarbeiter gefunden, der als früherer Balletttänzer viel Erfahrung einbringt. Zusammen mit den Mitarbeitern der Kulturverwaltung will er dafür sorgen, dass das mit einem Aufwand von etwa 2,5 Millionen Euro umgebaute Gebäude für kulturelle Abwechslung sorgt, ohne dabei Löcher in den Stadtsäckel zu reißen. Nächster Halt ist die Bernauer Straße. Sie ist wirklich nicht mehr wiederzuerkennen. Mit Alleebäumen, liebevoll gestaltetem Pflaster und durchgehend sanierten Fassaden bietet sich die „Hauptschlagader der Innenstadt“ nun als veritable Bummelmeile an. Sogar Freiluft-Gastronomie wird angeboten. „Wir haben das nur geschafft, weil unsere WOBA mitzog und ihre Häuser konsequent saniert hat“, erinnert sich Laesicke zurück. An der Ecke Sachsenhausener Straße lädt das Alte Forsthaus junge Leseratten ein. Das historische Gebäude präsentiert sich liebevoll saniert als Kinderbibliothek. Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, dass es früher am äußeren Rand der Stadt lag. „Eigentlich wollten wir das Haus an Firmen vermieten. Als das nicht klappte, haben wir unsere Kinderbibliothek darin untergebracht!“ Sicher eine gute Entscheidung, denn die hat nun helle freundliche Räume. Gerade ist eine Lesung im Gange, eine Schulklasse hört gespannt der polnischen Autorin zu. Gleich gegenüber haben die Senioren in einem ebenfalls historischen Gebäude ihr neues Domizil gefunden. Das Regine Hildebrandt Haus riecht noch nach neuer Farbe. Zufällig treffen wir dort auf die Seniorenbeirats-Vorsitzende Gesine Malinkowski, die gerade mit Ursula Fehling und Jutta Grothusen die nächsten Veranstaltungen bespricht. Nun geht es aus dem direkten Zentrum heraus in die Mathias Thesen Straße. Dort hat die WOBA ihre sanierten Häuser mit Skulpturen bereichert. „Moderne Kunst, die ankommt“, freut sich Hans-Joachim Laesicke über die bisherige Zustimmung der Bewohner. Eine Kunst ist es ebenfalls, expandierende Firmen in der Stadt zu halten. Musterbeispiel dafür ist natürlich Altana. Der Pharma-Konzern ist mit seinen Produkten weltweit tätig und notiert selbst bei der derzeitigen Börsenflaute mit steigenden Kursen. Ebenso stolz ist der Bürgermeister auf Orafol im Gewerbegebiet Nord. „Das Unternehmen ging aus der VEB Spezialfarben hervor. Heute ist das Unternehmen unter Leitung von Holger Loclair in 70 Ländern mit Produkten aus Oranienburg aktiv.“ Was Laesicke besonders freut: „Wir hatten gerade die neunte Grundsteinlegung für ein neues Orafol-Gebäude im Gewerbegebiet!“ Viel Entwicklungspotenzial sieht der Bürgermeister im neuen Industriegebiet „Flugplatz“. Die Lage an der frisch gebauten B96neu mit ihrer Autobahnanbindung sorgt für eine ideale Infrastruktur. „Mit Genan haben wir einen ersten Investor gefunden. Besonders wichtig ist mir, dass dieses Unternehmen Arbeitsplätze für 40 bis 50 Personen anbieten will, die ganz normale Facharbeiter sind. Normalerweise werden ja meist spezielle Qualifikationen gefragt und dieser Personenkreis hat einfach keine Chance!“

Diese Treppe führt ins Nichts, dennoch wird in der Orangerie bald schon eine ganze Menge los sein.

Gesine Malinowski, Ursula Fehling und Jutta Grothusen laden Oranienburgs Senioren ins neue Regine Hildebrandt Haus.

In der Kinder- und Jugendbibliothek im Alten Forsthaus finden vielfach Lesungen statt.