Solide Strukturen in Oranienburg für die Zukunft?

Für die ehemalige Industriestadt Oranienburg galt es in den vergangenen Jahren, wie für andere Städte und Gemeinden auch, einen tiefgreifenden Strukturwandel zu realisieren und wirtschaftliche Weichenstellungen für die Zukunft vorzunehmen. Was dabei erreicht wurde und wie es weitergeht, darüber sprach Reporter Klaus Zahn mit Heidrun Gassan, Amtsleiterin für Wirtschaftsförderung.

Welche Prioritäten gibt es bei Ihnen momentan?
Heidrun Gassan: Bereits 1991 bis 1993 wurde der neu aufgebaute Bereich Wirtschaftsförderung mit einem wahren Boom von Anfragen nach der Möglichkeit von gewerblichen Neuansiedlungen und Umsiedlungen konfrontiert. Auf die vorhandenen traditionellen Gewerbeflächen hatte die Stadt kaum Zugriffsmöglichkeiten, da diese der Treuhand unterstanden. Der dringende Bedarf an Gewerbeflächen konnte nur durch die Neuerschließung, in unserem Fall früher militärisch genutzter Flächen, befriedigt werden. Inzwischen ist der Gewerbepark Nord mit seinen etwa 50 Hektar Heimstatt zahlreicher Betriebe mit etwa 1200 Beschäftigten. So konnten ehemals in der Innenstadt ansässige Betriebe sich an neuem Standort den neuen Anforderungen des Wettbewerbes auf modernstem Niveau stellen.

Heidrun Gassan, Amtsleiterin für Wirtschafts förderung und Liegenschaften in Oranienburg.

Ein echter Brocken für die Stadt war der rigorose Abbau des Kaltstahlwalzwerkes durch die Krupp-Stahl AG. Die Firma hatte das Werk mit 1200 Mitarbeitern erst 1988 als das modernste Kaltwalzwerk Europas gekauft, um es dann zu schließen. Das hieß für die Stadt zur Kompensation noch mehr Flächen für Neuansiedlungen zur Verfügung zu stellen.

Aus all dem resultiert die wichtigste Aufgabe heute: Die Stabilisierung der erzielten Strukturen durch partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den etwa 1000 Unternehmen mit 13000 Beschäftigten und der Stadt zu erreichen. Dabei leisten wir gern, so es gewünscht ist, jegliche verwaltungsinterne Unterstützung und Hilfe. Derzeit ist die Stadt dabei, das alte Flugplatzgelände am westlichen Stadtrand als neues Gewerbegebiet zu entwickeln.

Welche Infrastrukturmaßnahmen sind in nächster Zeit vorgesehen?
Heidrun Gassan: Das wichtigste infrastrukturelle Vorhaben des Bundes in Oranienburg ist zweifellos der Neubau der B96 als Umgehungsstraße, der bis 2003 erreicht sein soll. Täglich 24000 bis 28000 Fahrzeuge in der Stadt sind einfach nicht mehr zu verkraften. Im Bereich der weichen Standortfaktoren ist der Bau des Freizeit- und Erholungszentrums am Lehnitzsee die wichtigste Maßnahme. Damit wird eine weitere Verbesserung des Wohnstandortes Oranienburg erreicht.

Warum sollte man sich als Gewerbetreibender in Oranienburg niederlassen?

Heidrun Gassan: Oranienburg hat das Ziel, sich als Wirtschafts- und Verwaltungs-zentrum weiter zu entwickeln. Als Kreisstadt und Mittelzentrum sind dafür beste Voraussetzungen gegeben. Dazu kommt die hervorragende Infrastruktur im unmittelbaren Verflechtungsraum zur Hauptstadt Berlin. Der Flughafen Tegel ist in 20 Minuten zu erreichen. Sowohl heute als auch in der Perspektive sind ausreichend Industrie- und Gewerbe-flächen vorhanden, die den Bedingungen von neuen Infrastrukturerschließungen entsprechen. Außerdem ist ein ausreichendes Arbeitskräftepotential vorhanden. Zudem sind wir als Stadt weltoffen für neue Unternehmen und neue Ideen und werden ein Ansiedlungs-interesse so befördern, daß es so unbürokratisch wie möglich realisiert werden kann.

Oranienburg hat viel zu bieten - ideal für Investoren.