Die Havel in Premnitz als neuer Touristenmagnet
Mit der Havel hat Premnitz eine Perle, die lange Zeit für die Geschichte prägend war und jetzt immer wertvoller wird. Denn heute geht es vermehrt um wirtschaftlichen Aufschwung durch Tourismus – und nichts zieht Besucher so an, wie tolle Bademöglichkeiten.

Die gemütlich vor sich hinschlingernde Havel mit ihren Sandstränden, flachen Zugängen und kaum Strömung eignet sich dafür hervorragend. Das erkannte man schon sehr früh: Mit Beginn der Badebewegung vor knapp hundert Jahren ging es hier richtig los. Bereits 1925 war die Badestelle an der Gänsespitze in Döberitz ein Anziehungspunkt für Jung und Alt.

1930 war daraus unter dem findigen Waldemar Stoll ein Freibad geworden, das so viele Möglichkeiten für Spaß, Erholung und natürlich gastronomische Versorgung bot, daß es als Besuchermagnet für die ganze Region galt. Schließlich kam 1940 das Döberitzer Waldbad hinzu – zeitgemäß war es eine Fliegerkapelle, die für den entsprechenden Eröffnungsrummel sorgte.

Doch ganz schnell sorgte der Krieg dafür, daß man andere Sorgen hatte. Ein Zweigbetrieb der berüchtigten IG Farben war für die Alliierten sicher ein wichtiger Grund zu ihrer Angriffswelle von 1944. Wenige Monate später marschierte die Rote Armee ein.

Erst viel später kam es dazu, daß das Waldbad noch einmal „reanimiert“ wurde: Im Juni 1971 wurde hier der Badebetrieb wieder aufgenommen – heute ist davon nichts mehr zu sehen. Die schlechte Wasserqualität vertrieb schnell die Badefreunde.

Gern nutzte man auch den Premnitzer See, der aus einer früheren Lehmgrube hervorgegangen war: Die hatte sich urplötzlich mit Wasser gefüllt – aus war es mit der Ziegelindustrie – zum Wohle späterer Badefreunde.
Dort ging es zeitweise heiß her – viele erinnern sich mit Wehmut an die heißen Strandfeste, an denen sogar ein Seeungeheuer ab und an auftauchte.

Nun kümmert sich die Arbeitsförderungsgesellschaft darum, daß man wieder dort baden kann, wo es schon immer am reizvollsten war: Inmitten der Natur, an der schönen Havel.

Man darf Projektleiterin Christine Milde glauben, daß damit ein wichtiger „Beitrag zur touristischen Erschließung“ der Region entsteht, die auch dafür sorgen könnte, daß das Amt Premnitz wieder Besucher und sogar Urlauber anziehen könnte.