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Zehn Jahre Gemeinde Wandlitz
Stand März 2013
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Die Gemeinde Wandlitz wird zehn
Jahre. Sie verdankt ihr Entstehen in
dieser Form der letzten Gebietsreform.
Vorher gab es das „Amt Wandlitz“, das
für die selbstständigen Kommunen die
Verwaltung besorgte. Die
Entscheidungen wurden im Ort gefällt.
Nun gibt es eine Gesamtgemeinde.
Ortsvorsteher und Ortsbeirat sollen für
Bürgernähe sorgen.
Im Sommer wird es eine gemeinsame
Veranstaltung geben, bei der sich in
Wandlitz alle Ortsteile mit ihren
Eigenheiten präsentieren.
So jedenfalls hat es sich die Gemeinde mit
ihrer Bürgermeisterin Dr. Jana Radant
vorgestellt. Wir wollten von den
Ortsvorstehern wissen, ob sie bereits in
Feierstimmung sind. Zudem baten wir sie
um einen Ausblick in die weitere
Entwicklung der Ortsteile und der
Gemeinde.

Die Freiwillige Feuerwehr Basdorf leistet
heute an die fünfzig Einsätze im Jahr.
Seit der Gründung 1912 haben sich die
Schwerpunkte allerdings deutlich
verlagert. Waren Brände früher die
Hauptaufgabe, so geht es heute zum
überwiegenden Teil um technische Hilfe
leistungen.
Basdorf
Peter Liebehenschel, Bürger für Bürger
Basdorf Schönwalde:
 „Die Bildung von
großen Verwaltungseinheiten ist im
Grunde ein Prozess gegen die kommunale
Selbstverwaltung. Bürgernähe wird damit
durch die nunmehr längeren Wegen alles
andere als verbessert.
Starke Kommunen, wie Basdorf  eine war,
verlieren dabei immer etwas von ihrer
Identität. Bürger fühlen sich selbst nach 30
Jahren wie beispielsweise in Hessen mehr
mit ihrem Ortsteil verwachsen als mit dem
Zentralort.
Wenn es gelingt, diese Verbundenheit und
das Selbstverständnis für sein
unmittelbares Lebensumfeld zu bewahren,
statt es zu unterdrücken, kann die
gebündelte Finanzkraft der Großgemeinde
ohne Egoismus zum Wohle aller Ortsteile
genutzt werden. Ich glaube, wenn kluge
Köpfe mit Umsicht und Gespür für das
intellektuelle Potenzial der
Andersdenkenden die Großgemeinde
lenken, kann der oft noch zu beobachtende
Kampf gegen Windmühlen, ich meine hier
die von Don Quijote, zum Vorteil für uns
alle werden.“.
Prenden
Hans-Joachim Auge, SPD: „Ich
persönlich stand von Anfang an einer
Gemeindebildung positiv gegenüber.
Wenn ich die Entwicklung der Gemeinde
Wandlitz und damit den Ortsteil Prenden
sehe, wurde meine Auffassung nur
bestätigt. Klar ist aber auch, egal wie ein
Gebilde heißt, die handelnden Personen
sind immer für Erfolg oder Misserfolg
verantwortlich.
Wichtig aus meiner Sicht ist für einen
kleinen Ortsteil wie Prenden, dass
engagierte Personen in den Gremien der
Gemeinde vertreten sein müssen. Das
haben wir. So ist unsere Infrastruktur in
den letzten Jahren ständig verbessert
worden. Beim DSL waren wir sogar Vor
reiter für den ländlichen Bereich. Alles
lässt sich aber nur mit einer starken
Gemeinde finanzieren, die Zuzug und
damit Einnahmen hat. Nachteile durch die
Großgemeinde kann ich für Prenden nicht
erkennen.
Wir werden weiter Schritt für Schritt die
Infrastruktur verbessern. Wir wollen im
Rahmen der Tourismusentwicklung einen
Stellplatz für Wohnmobile errichten. Zur
Erhöhung der Lebensqualität sehe ich es
außerdem als sehr wichtig an, dass das
Dorfgemeinschaftsleben weiter verbessert
wird.“
Stolzenhagen
Michael Gabbert, SPD: „Im Vorfeld der
vom Land Brandenburg verfügten Bildung
der Großgemeinde Wandlitz waren wir
sehr skeptisch. Wir hatten sparsam
gewirtschaftet und eine Million Rücklagen
erwirtschaftet, die an die neue
Gesamtgemeinde ging. Mittlerweile hat
sich vieles eingespielt. Die
Gemeindevertretung und die Ortsbeiräte
arbeiten gut zusammen, die Investitionen
werden gleichmäßig verteilt. Stolzenhagen
hat wieder eine eigene Kita, der
Straßenausbau ist weiter gegangen. Ich
denke dass der Umgang der Ortsteile
miteinander meistens fair ist, manchmal
gibt es natürlich kleine Eifersüchteleien
und die kleinen Ortsteile haben
Schwierigkeiten ihre Wünsche
durchzusetzen. Trotzdem hat sich ein
kleines Wir-Gefühl entwickelt. Leider hat
Stolzenhagen keinen Abgeordneten in der
Gemeindevertretung. Ob zehn Jahre
Gemeinde Wandlitz für die kleinen
Ortsteile ein Grund sind, lautstark zu
jubeln, weiß ich nicht. Auf jeden Fall
können wir gemeinsam auf das Erreichte
stolz sein und sollten das Jubiläum
entsprechend würdig begehen.
Stolzenhagen hat Jahr für Jahr
Einwohnerzuwachs und die Entwicklung
geht weiter aufwärts. Die Gemeinde
Wandlitz sollte sich für die nächsten Jahre
weiterhin auf Zuzug einstellen und alle
Anstrengungen unternehmen, um für junge
Familien attraktiv zu bleiben.“
Lanke
Christian Schmidt, parteilos: „In den
ersten zehn Jahren der Gemeinde Wandlitz
wurde Lanke schlichtweg vergessen. So
gab es bis auf den Parkplatz-Neubau keine
Aktivitäten. Was immer beantragt wurde,
Straßen- und Wegebau,  Radweg,
Lampenaufstellung, Barrierefreiheit, alles
erfuhr eine Ablehnung oder kam gar nicht
auf die Tagesordnung. In der einzigen
sozialen Einrichtung des Dorfes, der Kita,
wurden Reparaturen nur dann
durchgeführt, wenn der Zustand schon
unerträglich war. Nun haben sich die
politischen Winde etwas gedreht. Zudem
hat sich Lanke von der Einwohnerstruktur
her verändert. Damit kamen neue Ideen
und Denkansätze. Der Ortsbeirat, die
Feuerwehr, der Chor, zwei neue Vereine
und die engagierten Einwohner stehen
zusammen. Hauptaugenmerk liegt auf dem
Neubau des Bürgerzentrums mit Kita,
Feuerwehr, Mehrzweckraum und
Jugendklub. Dies ist der Kernpunkt, ein
Punkt, an dem der Fortbestand des Dorfes
hängt. Weiterhin äußerst wichtig ist die
Anbindung an das bereits gut ausgebaute
Radwegenetz der Gemeinde. Das Internet
gehört zur Grundversorgung. Deshalb
muss in den kommenden Monaten der
Anschluss an das Glasfasernetz geschafft
werden. 2015 wird Lanke sein 700-jähriges
Bestehen feiern. Sollte dann keines der
oben genannten Projekte umgesetzt sein,
ist das Vorhaben Großgemeinde Wandlitz
für uns gescheitert.“
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