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Schloss zum Schnäppchen-Preis?

Stand März 2013

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Lanke ist auf dem besten Weg, zu einem
Schmuckstück in der Gemeinde
Wandlitz zu werden. Die neuen
Schlossherren wollen außer dem
Herzstück des Ortsteils nun nach
Möglichkeit alle historischen Gebäude
wieder auf Vordermann bringen.

Dazu hat Jens Jacobi gerade soeben den
neuen „Förderverein Lanke“ gegründet, wo
der engagierte 34-jährige Bauingenieur
selbst Vorsitzender ist. „Dieser Verein soll
sich mit Kunst und Kultur beschäftigen. Es
geht um Erhaltung und Wiederherstellung
der denkmalgeschützten historischen
Bausubstanz außerhalb des Schloss-
Areals“, beschreibt er den Grundgedanken.  

Verein für historische Bauten

Als erstes Vorhaben soll die reizvolle
Kapelle neben der Kirche angegangen
werden. „Sie wurde etwa 1905 gebaut, ein
exakter Beleg fehlt allerdings“, so Jens
Jacobi. Als weiteres Objekt steht die
Fontäne in dem Teil des Schlossgartens auf
dem Programm, der weiterhin dem Land
Berlin gehört.  Dass Jens Jacobi
Fingerspitzengefühl für historische
Bausubstanz hat, zeigte er eindrucksvoll
am reizvollen Schloss Lanke.  

Teurer Verkauf

Das hat er im Verbund mit
Immobilienfachmann
Martin Czaja und
Architektin
Andra Schumann 2009
erworben. Als Schlossherren treten die
neuen Besitzer in die Fußstapfen von
Graf
Friedrich Wilhelm von Redern
. Der hatte
ein früheres barockes Gutshaus um 1853
herum von Architekt
Eduard Knoblauch 
in ein der französischen Renaissance
nachempfundenes Schloss umbauen lassen.

Redern spielte damals als Generalintendant
der Königlichen Bühnen eine wichtige
Rolle im Kulturleben der aufstrebenden
Hauptstadt.

Sein Urenkel verkaufte 1914 das Areal  für
20 Millionen an die Stadt Berlin,
„zusammen mit 4 500 Hektar Forst“, so
Jens Jacobi. Von solchen Summen konnte
der Berliner Finanzsenator 100 Jahre später
allerdings nicht mal träumen!

Schnäppchenpreis

Von 1945 bis nach der Wende fungierte
das Gebäude als Krankenhaus und
Pflegeheim. Seitdem suchte Berlin für das
einstmals schmucke Schloss, das immer
mehr vom Zahn der Zeit angenagt wurde,
nach neuen Besitzern.

Erst wurde es für 550 000 Euro angeboten.
2008 nennt eine Beschlussvorlage des
Senats nur noch 320 000 Euro für den
repräsentativen Bau und eine Parkfläche
von 25 035 Quadratmeter.

Der „Schnäppchenpreis“ darf aber nicht
darüber hinweg täuschen, dass die neuen
Eigentümer seit 2009 eine Menge in die
denkmalgerechte Sanierung investierten.

Besucher willkommen

„Wir hatten von Anfang an eine gemischte
Nutzung aus privatem Wohnen, öffent
lichen Veranstaltungen und Gästezimmern
vorgesehen“, berichten die neuen
Schlossherren. Mittlerweile haben hier
Konzerte stattgefunden, die Gemeinde lud
auf dem Areal im Sommer 2012 zu ihrem
Bürgerempfang, der Weihnachtsmarkt im
Hof soll zur alljährlichen Tradition
werden.

Solide gebaut

Die neuen Eigentümer sind als
Baufachleute von der Substanz sichtbar
begeistert: „Wir hatten eine
Wärmebilduntersuchung machen lassen.
Sie ergab, dass das Gebäudegängigem
Standard entspricht. Die Doppelfenster
können es bestens mit den heutigen Isolier
glasfenstern aufnehmen“, schwärmt Jens
Jacobi.

„Unser größtes Problem bei der
schrittweisen Renovierung ist die
Beschaffung der historischen Bauelemente.
Wer weiß heute schon genau, wie ein
Türbeschlag vor 150 Jahren exakt
ausgesehen hat?“.

Für Veranstaltungen werden im Endausbau
gleich mehrere Räume bereit stehen. Die
Gemeinde selbst trägt ebenfalls zur
öffentlichen Nutzung bei. So belegt sie den
historischen Pferdestall für eine
Kutschensammlung, die ursprünglich im
Agrarmuseum untergebracht war.

Infos: Tel. 01 62/2 80 09 96