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Große Räume und zahlreiche Erklärungen

Stand April 2014

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Lange Jahre musste Wandlitz um den
Bestand des einzigartigen Agrarmuseum
und der Heimatstube bangen. Mit dem
neuen „Barnim Panorama“ wurde jetzt
ein wichtiger Wunsch der Gemeinde
verwirklicht.

Die Trägerschaft hat die Gemeinde
Wandlitz. Mit dem Naturpark Barnim hat
sie einen engagierten Partner an der Seite.
Die Ausstellung zeigt am Beispiel des
Barnim die gesamte Breite des Kultur- und
Landschaftsraums. Seit September 2013
können die neuen Räume in dem groß
flächigen Winkelbau mit der markanten
Altziegel-Holz-Fassade bestaunt werden.
Die Gesamtkosten betrugen 6,85 Millionen
Euro. 3,9 Millionen Euro davon stammen
aus Fördermitteln des Programms für
ländliche Entwicklung. Der Landkreis
Barnim fördert bis 2023 anteilig die
Betriebskosten. Mit dem Neubau entstand
eine Ausstellungsfläche von 1650
Quadratmeter. Die Wandlitzerin Dr.
Christine Papendieck, die mit viel
persönlichem Engagement über lange Jahre
den Bestand von Agrarmuseum und
Heimatstube unter schwierigen räumlichen
Bedingungen zusammen gehalten hat,
bekam nun als Museumsleiterin mit der
Berlinerin Katja Hauptlorenz eine Leiterin
für „Koordination und Marketing“ zur
Seite gestellt. Die 38-Jährige aus Berlin-
Pankow bringt dafür ihre Erfahrung aus
der Leitung eines Besucherzentrums in
Spanien ein und hat sich beim
Naturschutzbund „NABU“ mit Themen
des internationalen Natur- und
Umweltschutzes wie dem „Schutz der
letzten Bergnebelwälder Äthopiens“
beschäftigt.

Traktoren-Herde

Der Rundgang durch das neue Haus
beeindruckt durch große Räume. Den
Anfang nach dem Eingangsbereich macht
eine relativ dunkle Halle, die von einem
präparierten Heckrindbullen dominiert
wird. Hier dreht sich alles rund um das
Thema Boden, Bodenarten, -nutzung,
Boden als Besitz und Spekulationsobjekt.
Im nächsten Raum kann man sich freuen,
„alte Bekannte“ aus dem früheren
Agrarmuseum in neuem Glanz anzutreffen.
Die Rede ist von der beeindruckenden
Sammlung an Traktoren, Erntemaschinen
und Geräten, die jeden Technik-Fan
verzücken. „Traktoren-Herde“ heißt das
auf der Präsentation im Internet. Ob
Traktoren aus unterschiedlichen Epochen
jemals in einer Herde aufgetreten sind?  

Hochzeit im Museum

Stolz ist Katja Hauptlorenz auf den
Themenraum „See-Blicke“ im balkonartig
gestalteten Obergeschoss, das immer
wieder den Blick auf die Technik-
Sammlung von oben ermöglicht. Eine
kleine Nische mit gemütlicher Couch lädt
zum Fernrohr-Blick auf den Wandlitzsee
ein. „Dieser Raum wird gerne für
Hochzeiten genutzt“, so die Marketing-
Leiterin. Der Rundgang „durch die
Jahreszeiten“ möchte Einblicke ins
Landleben ermöglichen. Es zeigt eine
ganze Reihe weiterer vielfach kleinteiliger
Exponate aus dem Agrarmuseum und der
früheren Heimatstube. Dazu gibt es viele
detaillierte Erklärungen auf zahlreichen
Tafeln an der Wand.

Ausgezeichneter Bau

Hier erhält man außerdem einen kleinen
Einblick in die „ökologische Bauweise des
Gebäudes, das in seiner Form den
historischen Vierseitenhöfen im alten Dorf
angepasst wurde“, so Katja Hauptlorenz.
Die Dimensionen verhindern, dass man das
auf den ersten Blick so erkennt. Die
Marketing-Chefin ergänzt: „Als
Dämmmaterial wurde konsequent Stroh
verwendet, die Wände haben Lehmputz.“
Das „Barnim Panorama“ ist so
ungewöhnlich dass es einen Sonderpreis
des Baukulturpreises der Brandenburger
Architekten erhalten hat.  

Begehbare Karte

Ein weiterer Raum bildet den großen Stolz
der neuen Schau. Dort wurde der Barnim
als topografisches Bild im Fußboden
abgebildet. „Diese Karte übt eine
immense Faszination aus. Fast jeder
versucht darauf sein Haus oder das
Lieblings-Ausflugsziel zu orten“, hat die
Berlinerin beobachtet. Etwas traurig in der
Ecke steht der alte Opel von 1936, mit dem
erst der Fleischer unterwegs war, der ihn
dann an den Gärtner weiterreichte. Damals
waren Autos offenbar sehr haltbar, denn
das Gefährt brachte es auf stolze 400 000
Kilometer. Schade, dass diese
Hintergründe den Besuchern nicht erzählt
werden. Der süße Kinderwagen mit der
putzigen Puppe stammt ebenfalls aus dem
Agrarmuseum. Er hat Filmgeschichte
geschrieben und war Requisite in dem
international preisgekrönten Film „Das
weiße Band“.

Multimedia-Schau

Noch ist die Ausstellung nicht komplett.
Im ersten Raum „Der wilde Barnim“ wird
es eine Multimedia-Show geben, die von
einer professionellen Agentur erstellt
werden soll. „Dazu läuft derzeit ein
Auswahlverfahren in Form eines
Wettbewerbs“, so Katja Hauptlorenz. Die
gesamte Schau ist auf 85 000 Euro
veranschlagt. „Außerdem wird der Garten
um einen Naturerlebnispfad erweitert. Das
ist als Naturpark in klein angedacht, wo
Wälder, Wasser und Felder insbesondere
von Kindern erfahren werden können.“
Wie bisher sollen rund ums Jahr
Veranstaltungen stattfinden. Dazu gehören
das traditionelle Museumsfest im Mai und
der „Tag der Regionen“ im Oktober. Für
Schulen und Kitas gibt es
Umweltbildungsprogramme, um junge
Besucher zu gewinnen.

Infos:
Tel. 03 33 97/ 68 19 20
www.barnim-panorama.de

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