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Gorillas ohne Pelz und Cavewoman ohne Höhle

Stand April 2014

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Eltern wissen, dass Kinder oftmals dazu
neigen, „Theater“ zu machen. Gar
häufig ist kaum einzuschätzen, was den
Kleinen im nächsten Moment einfällt.
Ungewöhnlich ist, wenn sich
Erwachsene von dieser „Spontanität“
anstecken lassen.

Mit Ramona Krönke traf es ausgerechnet
eine Erzieherin. Die heute 44-Jährige
stammt aus dem Dörfchen Prötzel in der
dünn-besiedelten „Märkischen Schweiz“.
Das ist eine sanfte Hügellandschaft rund
um den Kurort Buckow östlich von Berlin.
Sie lernte ganz brav Erzieherin. Dann trieb
sie es in die Alternativszene im
Westberliner Stadtteil Kreuzberg, wo sie
für einen „Kinderladen“ engagiert war.

Gorilla ohne Fell

Überregionale Bekanntheit allerdings
erlangte sie mit einem einzigartigen
Theater. Wer zur abendlichen Vorstellung
ins „Ratibor Theater“ in Kreuzberg kommt
um „Die Gorillas“ zu genießen, kann sich
auf jeden Fall sicher sein, dass hier einiges
an Überraschung auf ihn wartet. Das geht
schon damit los, dass „Die Gorillas“ im
Gegensatz zu ihren tierischen
Namensgebern ziemlich kurzfellig wirken.
Noch entscheidender ist aber, dass man
vorher einfach nicht weiß, wie der Abend
verlaufen wird. Denn die Schauspieler
lassen sich vom Publikum ein paar
Stichwörter zurufen und machen daraus
ganz spontan mit vielen schnellen
Geistesblitzen Theater.

Theater-Pioniere

Die ungewöhnliche Schauspielgruppe um
Ramona Krönke gilt als Muss für Berlin-
Besucher und hat bundesweit und sogar
international aus vielen Gründen einen
hohen Bekanntheitsgrad. „Die Gruppe
wurde vor mittlerweile 17 Jahren von
zwölf Personen gegründet, die alle heute
noch mit dabei sind. Das erlebt man bei
einer Theatergruppe selten“, weist die
Wandlitzerin auf ein tatsächlich sehr
ungewöhnliches Phänomen hin. Zudem
gelten sie als Pioniere für ein
ungewöhnlich frisches, spontanes,
kritisches und einfallsreiches Theater, das
jeden Abend „alles“ von den Schauspielern
abfordert. Die Truppe ist Ausrichter des
internationalen jährlichen Festivals
„IMPRO“ und machte Berlin damit zur
Hauptstadt dieser speziellen Theaterform.
Zudem waren sie 2006 Mit-Initiatoren der
„Theatersport-WM“.

Cavewoman

Als wäre das nicht genug, ist die
Wandlitzerin noch zusätzlich mit einer
Solo-Show unterwegs. In „Cavewoman“
ist sie freilich alles andere als eine
verstaubte Steinzeit-Höhlenfrau, sondern
nimmt mit großer Treffsicherheit den
Geschlechterkampf aufs Korn. Damit ist
sie seit mittlerweile sieben Jahren in über
1000 Aufführungen in ganz Deutschland
zu erleben. Als häufigste Spielstätten nennt
sie den Berliner Admiralspalast, München,
Köln, Hamburg, Augsburg und Karlsruhe.
Spontan sein, schnell antworten können
und schlagfertig sein ist im täglichen
Umgang ebenso hilfreich wie das
Quäntchen Humor, das den Alltag versüßt.
Deshalb gibt Ramona Krönke gerne ihr
Wissen an unterschiedliche Interessenten
weiter. Das geschieht oft in der „Akademie
für Kindermedien“, die Wissen für
angehende Autoren oder für den Start zur
Schauspielkarriere vermittelt. Mit den
„Gorillas“ bietet sie Kurse für Firmen, lädt
in eine „Improschule“ ein und ist auf
diversen Festivals zu sehen.  

Krimi bei Radio Fritz

Die gelernte Erzieherin weiß, obwohl
selbst kinderlos, was zu tun ist, wenn die
Kleinen ungewollt „Theater“ machen. Und
sie hat Erfahrung darin, den Nachwuchs zu
begeistern. Das bewies sie überzeugend bei
„Radio Fritz“, wo sie in der fürs
schnelllebige Radio ungemein langen Zeit
von 1998 bis 2005 jeden Sonntag als
„Cleo“ beim interaktiven Mitmachkrimi
„Der Ohrenzeuge“ zu erleben war.

Hilfe für Flüchtlinge

Ein Herz für Kinder und Familien zeigt sie
ebenso in der Realität. Als die Behörden in
einem theaterreif-bösartigen Akt eine
tschetschenische Flüchtlingsfamilie
bestehend aus Vater und vier Kindern
auswiesen, während die Mutter im
Krankenhaus in Berlin lag, platzte Ramona
Krönke ganz spontan der Kragen. Sie
machte um die Affäre soviel Wirbel und
Theater, dass die Entscheidung schließlich
rückgängig gemacht wurde. „Es war ein
ungemein bewegender Augenblick, als das
Flugzeug mit den vormals Abgeschobenen
in Tegel landete und die Familie wieder
vereint war“, berichtet sie über den Erfolg
der Menschlichkeit in einem Fall, der 2013
bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Infos:
www.die-gorillas.de

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