Stand Mai 2011
Olympia im Sprung!
Hoch, höher, am höchsten! Mit Schwung, hartem Training und höchstem Engagement ist eine hübsche Werderanerin dabei, dem Olympia-Olymp entgegen zu springen!
Wenn Stabhochspringerin Caroline Hasse durch die Lüfte saust, ist das immer zugleich ein ästhetischer
Genuss. Denn die 20-Jährige gehört zu den Spitzensportlerinnen, die mit präziser Leistung und zugleich mit attraktivem Aussehen auf sich aufmerksam machen.
In festen Händen
Allerdings, Werders Olympia-Hoffnung ist bereits in festen Händen. Sie ist mit Carlo Paech aus Hohen Neuendorf  liiert. Mit ihm teilt sie die
Leidenschaft für Stabhochsprung und Spitzenleistungen. Er gehört wie Caroline Hasse zu den jungen deutschen Olympia-Hoffnungen. Sie selbst rechnet sich gute Chancen aus, bei den Spielen der XXXI. Olympiade in Rio de Janeiro, die vom 5. bis 21. August 2016 stattfinden, mit dabei zu sein. „Momentan liegen die deutschen Leistungen im Stabhochsprung der Frauen bei 4,60 Meter. Dafür muss ich noch eine ganze Menge trainieren“, sagt sie selbst.
Sport-Stress
Sich mit Caroline Hasse zu treffen, ist gar nicht einfach. Denn im neuen Einfamilienhaus mit dem schönen Garten und den alten Obstbäumen ist sie nur selten anzutreffen. „Ich trainiere oft zweimal am Tag und möchte jetzt mein Abitur machen“, berichtet sie. So kann das Gespräch erst am Abend stattfinden, denn der Terminkalender der 20-Jährigen ist randvoll!
Obwohl sich ihre Erfolge mehr als sehen lassen können, sie kann reihenweise Meistertitel im Freien und in der Halle aufzählen und auf Goldmedaillen verweisen, sind ihr Starallüren völlig fremd. „Ich fühle mich nicht als jemand Besonderes“, sagt sie, obwohl sie mit ihren Leistungen natürlich ziemlich
einzigartig ist. „Ich wäre noch viel besser, wenn mich nicht
immer wieder Verletzungen behindern würden“, begründet sie, weshalb ihr der Olympia-Himmel durchaus greifbar erscheint.
Erfolg liegt in der Familie
Wie kommt ein junges Mädchen dazu, ihr Leben darauf auszurichten, an einem biegsamen Stab durch die Lüfte zu sausen, während ihre Altersgenossen shoppen gehen, in der Disco sind und ihre Jugend genießen?
„Ich bin mit Sport aufgewachsen und war davon immer fasziniert“, ist die einfache Antwort. Schließlich waren die Eltern ebenfalls aktive Sportler. Vater Jörg Hasse war Leistungsturner, der es bis zu Weltmeisterschaften schaffte. Mutter Sigrun Hasse war Schwimmerin. Nun unterrichten beide an der Sportschule in Potsdam, der Kaderschmiede des Deutschen Sports, dort wo die Tochter sich nun für Olympia fit macht.
Verständlich, dass sich zu Hause alles um Sport drehte. Die kleine „Caro“ begann schon als ABC-Schütze
mit Geräteturnen. „Von der zweiten Klasse an machte ich Leichtathletik“, erinnert sie sich.
Sport wurde zur Leidenschaft. Mit Zwölf ging „Caro“ bereits dreimal in der Woche zum Training nach Potsdam. Die Nachwuchs-Scouts des Deutschen Sports wurden schnell auf sie aufmerksam. „In einem Trainingslager bekam ich einen Stab in die Hand gedrückt und sollte sehen, ob das
etwas für mich wäre.“
Ein Star war geboren!
Das Ergebnis: Ein Star war geboren. Doch das wusste man damals noch nicht. Von der Entdeckung des Stabhochsprungs dauerte es noch fast vier Jahre, bis sich die Werderanerin für diesen Sport entschied. „Bis dahin machte ich weiterhin Mehrkampf und zusätzlich Stabhochsprung.“ Im Siebenkampf brachte sie es bis zu den Deutschen Meisterschaften, wo sie sich 2006 in der Gruppe U15 den Vizetitel holte. „Ich sah aber ein, dass meine Chancen im Stabhochsprung einfach größer waren. Im Mehrkampf hatte ich das Problem, dass ich beim Laufen über 800 Meter nicht so gut war“, begründet sie, dass sie sich ab der 10. Klasse voll auf luftige Höhen konzentrierte.
Richtige Entscheidung
Der Erfolg gab ihr Recht: Bereits ein Jahr später holte sie mit 4,05 Meter den Titel bei den Deutschen Meisterschaften der U18. Der Preis dafür waren allerdings erste Verletzungsprobleme. Dennoch gewann sie 2009 erneut die Deutsche Jugendmeisterschaft, diesmal mit 4,25 Meter. Im letzten Jahr wurde sie Deutscher Jugend-Hallenmeister mit nun schon 4,40 Meter. Doch dann der Rückschlag: „Bei der WM in Kanada kam ich nur auf 3,90 Meter. Ich musste mit Seitenwind kämpfen, die Verhältnisse waren sehr chaotisch. So mussten die Wettkämpfe verschoben werden, weil es so heftig regnete, dass der ganze Platz unter Wasser stand.“
Dafür zeigte sie dann dem Publikum in Deutschland, dass mit Caro Hasse weiterhin zu rechnen ist: „Ich holte in der Halle und im Freien den Deutschen Meistertitel.“
Absage an die Bundeswehr
Dennoch wird der Weg zum Olympischen Himmel alles andere als leicht werden. Denn nach dem Abitur muss die ehrgeizige Sportlerin aus der Baumblütenstadt selbst sehen, wie sie Training und das angestrebte Psychologie-Studium unter einen Hut bekommt und alles
finanziert. Den bequemen Weg über die Bundeswehr, den viele Sportler einschlagen, um von dort aus als „Sportsoldaten“ sich systematisch entwickeln zu l<assen, prüfte sie zwar ebenfalls.
„Ich kam aber schnell zum Schluss, dass ich das nicht möchte. Geld ist nicht alles.“ So ist sie froh, dass der bisheriger Trainer an der Sportschule ihr versprochen hat, sie weiter zu betreuen – ehrenamtlich. „Außerdem werde ich durch die Deutsche Sportförderung etwas unterstützt.“
Schnelle Paula
Übrigens könnte der Sportstadt Werder noch ein weiterer Star entwachsen. Denn Paula Hasse, die 14-jährige „kleine Schwester“, ist ebenfalls vom Sportvirus angesteckt. Sie geht in Potsdam in die Sportschule, macht Leichtathletik und Hochsprung.
„Im Sprint hat sie gerade den Landesmeistertitel gewonnen“, ist die große Schwester sichtlich stolz auf das neue Nachwuchstalent der Sportfamilie Hasse.
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