Stand Mai 2012
Medien-Mogul ohne Gewinn-Absicht
Mal ehrlich, wenn der Heimatsender RBB aus Werder berichtet, freut sich doch jeder in der Baumblütenstadt. Es ist schon toll, wenn man seinen Ort im Fernsehen sieht! Allerdings, was viele noch gar nicht wissen, neben dem RBB gibt es nun noch einen weiteren Sender, und diesen kann man täglich rund um die Uhr sehen.
Ins Leben gerufen hat ihn Wahl-Werderaner Alfons Quick. Der Ex-Polizist aus West-Deutschland hatte Schlagstock und „Grüne Minna“ gegen „die Bretter, die die Welt bedeuten“ eingetauscht, als er seine Befähigung als Bauchredner entdeckte.    
Stars vor der Kamera
Er trat mit den Stars der 1970-er Jahre auf. Dann hat er sich die Havelauen für seinen Ruhestand auserkoren. Jetzt ist er „richtiger Werder-Fan“, stets bemüht, etwas in der neuen Heimat zu bewegen und dort den großen und kleinen Stars zum Wort zu verhelfen.
Erster Schritt war die „Havelzeitung“, die Alfons Quick vor gut zwei Jahren ins Leben rief und per Internet verbreitet. Seitdem ist der Ruheständler als „Rasender Reporter“ mit Stift, Fotoapparat und Block unterwegs, um aus Werder und der Umgebung zu berichten. Die Ergebnisse kann man dann zu jeder Zeit weltweit und kostenlos abrufen. Die Arbeit wird ernst genommen. Werders „Jung-Redakteur“ im Rentenalter geht bei Ministerpräsident Matthias Platzeck ebenso ein und aus wie in den Rathäusern der Region.  
Fernsehen für Werder
So im Pressefieber erinnerte sich Alfons Quick daran, dass er während seiner Show-Karriere immer wieder Fernsehspots für Künstlerkollegen gemacht hatte. Aus der Idee machte Quick so quick wie sein Name suggeriert, einen Fernseh-Sender aus Werder. Der Rentner griff dafür tief in die Kasse um sich mit einer professionellen HD-Kamera auszurüsten. „Havel-Zeitung-TV“ ist nun dabei, wenn in der Region gefeiert wird, wenn es interessante Ereignisse zu beleuchten gilt oder wenn politische Weichenstellungen verkündet werden.
„Kein Kommentar“
„Leider darf während der Sitzung der Stadtverordneten nicht gefilmt werden“, bedauert Alfons Quick, dass er nicht zeigen darf, wie die Stadt „regiert“ wird. „Dabei sollen die Sitzungen ja öffentlich sein.“
Alfons Quick verzichtet ganz bewusst darauf, in seinen Filmbeiträgen selbst zu kommentieren sondern setzt auf O-Ton. „Ich nehme auf, was vor Ort gesagt wird. Natürlich ist das eine oder andere kommentierungs- oder erklärungsbedürftig, aber das mache ich dann in der Havelzeitung!“  
Weltweit gefragt
Wie die Havelzeitung sind die bewegten Bilder ebenfalls über das Internet abrufbar.  Sie laufen auf You Tube. „Ein entsprechender Link in meiner Seite führt dahin“, erläutert Alfons Quick.
Eine tolle Sache ist das Angebot, dass man sich seinen Wunsch-Film in hoher HD-Qualität für kleines Geld auf DVD bestellen kann und damit eine eigene Erinnerung an bestimmte Ereignisse immer wieder am heimischen Fernsehen genießen kann.
Besonders stolz ist Alfons Quick, dass sein „Fenster in die Welt“ tatsächlich Fans in vielen Ländern der Welt hat. Besonders häufig werden seine Berichte von Werder-Fans aus Kanada, Russland, Frankreich und den USA aufgerufen. „Teilweise sind es Werderaner, die ausgewandert sind, Menschen, die hier mal im Urlaub waren oder welche, die zum Urlaub herkommen möchten und vorher wissen wollen, was bei uns los ist.“
Radio in Sicht?
Mit Zeitung und Fernsehen hat sich Alfons Quick in etwas mehr als zwei Jahren einen regionalen Ein-Mann-Medien-Konzern zusammen gebastelt, der sich sehen lassen kann.
Finanziellen Gewinn zieht „Medien-Mogul“ Quick allerdings keinen, denn „die Werbeeinnahmen decken nicht mal die Material-Kosten“. Deshalb ist es verständlich, dass Quick das fehlende dritte Medium, nämlich einen
Radio-Sender, bewusst außen vor lässt. „Das wäre zwar reizvoll, aber für die Musik müssten Gema-Gebühren entrichtet werden. Das geschieht in einem aufwändigen bürokratischen Verfahren und würde mich soviel Geld kosten, dass meine Rente wahrscheinlich gar nicht ausreichen würde!“
Infos:
www.havelzeitung.de
Tel. 0 33 27/57 47 75
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