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Suche nach der Saat der Franzosen

Stand Juni 2014

Der letzte Krieg ging selbst an einer
kleinen Ansiedlung wie Elisabethhöhe
nicht spurlos vorbei. Heute ist von den
Schäden natürlich nichts mehr zu
sehen. Aber wie ist es mit den
Früchten?

„Jedenfalls hatten wir bei uns
französische Kriegsgefangene, die den
Frauen auf dem Feld zur Seite stehen
sollten, weil ihre Männer einberufen
worden waren“, haben Dr. Brigitte
Wilhelm und Hermann Bobka
herausgefunden. Ob die feurigen
Franzosen es beim Obstaufziehen
beließen? „Darüber ist uns heute nichts
mehr bekannt“, bedauert das Duo,
bisher keine Erkenntnisse über
menschliche „Früchte der
Zusammenarbeit“ in Erfahrung gebracht
zu haben. „Bekannt ist nur, dass die
Franzosen bei Kriegsende nach Hause
fahren konnten, bevor die Russen zu uns
kamen.“

Drei Jubiläen

Der Vorsitzende vom „Förderverein
Elisabethhöhe“ ist gerade zusammen mit
der Chronistin dabei, noch unbekannte
Details der Geschichte der Ansiedlung
herauszufinden. Der Grund:
Elisabethhöhe möchte zusammen mit
Glindow und Werder 2017 großes
Jubiläum feiern. Während die beiden
anderen Orte auf die urkundliche
Ersterwähnung vor dann 700 Jahren
verweisen können, werden es im kleinen
Elisabethhöhe 90 Jahre sein, dass hier
planmäßig besiedelt wurde.  

Im Ort geboren

Insgesamt gibt es noch sechs Personen in
drei Familien, die sich selbst an die
Anfänge von Elisabethhöhe erinnern
können. Die werden nun von dem
Forscherteam befragt, damit möglichst
viele der noch ungeklärten Fragen
erhellt werden können. „Neben der
Kriegszeit geht es schwerpunktmäßig um
die Geschichte der Schule, des
Wasserwerks und des Straßenbaus“, so
Hermann Bobka, der in der kleinen
Ansiedlung als eines von vier Kindern
geboren wurde. Über die Zeit, die nun
gerade im Zentrum der Recherchen steht,
kann Bobka aus eigener Erfahrung
weniger sagen, dafür umso mehr über die
Ära danach, insbesondere seit der Wende.  

Verschlungene Wege

Denn damals war Bobka Bürgermeister
der Gemeinde Glindow, zu der sein
Wohnort Elisabethhöhe gehört. Nach der
Gebietsreform wurde er
Fraktionsvorsitzender der CDU im
Rathaus, die stets die Mehrheit stellte und
ist im Kreistag aktiv. Damit hatte er
genügend Gelegenheit, für eine gesunde
Entwicklung die richtigen Weichen zu
stellen. Heute ist ihm ein großes
Anliegen, dass die Menschen bei der
Entwicklung nicht „vergessen“ werden.
Dafür nimmt er durchaus mal schlitzohrig
verschlungene Wege in Kauf. So
engagierte er sich vehement für
Wanderdünen in der Bliesendorfer Heide
und erreichte schließlich, dass diese unter
Naturschutz gestellt wurden. Das hat nun
den für die Bewohner der Umgebung
erfreulichen Nebeneffekt, dass der von
Land und Kreis geplante Windpark nicht
entstehen kann. „Heute muss man eben
auf den Naturschutz setzen, weil der
Menschenschutz im Gesetz fehlt“, meint
Hermann Bobka stirnrunzelnd. Mit
solchem Engagement kann er sich sicher
sein, in späteren Chronik wohlwollend
erwähnt zu werden, schließlich wird sein
Elisabethhöhe noch viele runde
Geburtstage feiern!

Infos: 
Tel. 0 33 27/4 04 02

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