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Frauen sind ein Mysterium, das ist ein
Problem, das Männer „schon immer“
bewegt.

Die Frage, was die Geschlechter trennt und
vereint, geht beim biblischen Paar „Adam
und Eva“ los, hat die ganze Menschheits
geschichte beeinflusst und ist heute
ungelöster denn je. Ein Wildauer, der zum
vierten Mal verheiratet ist, hat sich daran
gemacht, seine Erfahrung einzusetzen, um
den Zeitgenossen wichtige Fingerzeige zu
geben. Hat Dr. Michael Germann mit
seinem Buch mit dem provokant-
ironischen Titel „Männer sind Schrott“ nun
endlich die Formel gefunden, die uns bei
diesem quer durch alle Länder gehenden
Problem weiterhilft? Jedenfalls zeigt der
promovierte Berufsschullehrer, der mit
einer Abhandlung über spezialisierte
Ausbildung für die Windkraftbranche an
der Technischen Universität Berlin
promovierte, dass er ein Anhänger von
Siegmund Freud ist.  

Frauen-Test

Das gipfelt darin, dass er einen „98:2 Test“
erfunden hat, nachdem er das „schwache
Geschlecht“ einteilt: Dem Gros der Frauen
macht es demnach Spaß, Männer zu
reizen, um sich schließlich zu verweigern.
Oftmals machen sie sich dann noch im
Freundinnen- oder Kolleginnenkreis
darüber lustig. Die anderen zwei Prozent
sind diskret und wissen, was sie wollen.
Mit „Männer sind Schrott“ hat Lehrer Dr.
Michael Germann aber kein Lehrbuch
verfasst. „Ich habe die Erfahrungen aus
vier Ehen, die meistens ziemlich exakt bis
zum verflixten siebten Jahr gehalten haben,
in eine Art Roman einfließen lassen. Es
gibt mehrere Handlungsstränge, das Buch
ist aber keine Biografie.“Also nur Zufall,
dass die Hauptperson der Lehrer Klaus ist,
der mit „Mitte 40“ zur Entstehungszeit des
Buchs ziemlich genau so alt war wie sein
Schöpfer? Eine wichtige Rolle spielt darin
eine Lehrerin, die in der selben Schule tätig
ist. Der Autor ist seit zwei Jahren mit
Romana Germann verheiratet, die
Schulleiterin ist. Doch Dr. Germann
müsste Prophet sein, um hier biografisch
zu wirken, denn als er das Buch zu
schreiben begann, bestand die Beziehung
noch gar nicht!

Familienfreundliche NVA?

Der Wildauer hat einen erstaunlichen
Lebenslauf hinter sich, der immer wieder
bei „Männer sind Schrott“
durchschimmert. Er stammt aus dem
Heilbad Heiligenstadt in Thüringen,
entschied sich für eine Offizierslaufbahn
bei der NVA und heiratete gleich mit
Volljährigkeit! „Das war kein
Widerspruch, die NVA förderte, dass ihre
Offiziere einen gesicherten familiären
Hintergrund hatten.“ Mit der Wende kam
die erste Wende: Er verließ die Armee, die
erste Ehe war ebenfalls am Ende.

Spaß am Bauen

Sein zweites Leben begann für den Mann,
der leidenschaftlich als Heimwerker tätig
ist, mit einer beachtlichen Karriere im
Baumarktsektor. Zuletzt war er für eine
bundesweite Kette für deren Berliner
Märkte zuständig. „Ich war dadurch viel
unterwegs. Das brachte das Ende meiner
zweiten Ehe, denn meine Frau war überaus
eifersüchtig“, so Dr. Michael Germann.
Einige Züge davon spiegeln sich im Buch
wieder: „Das war die Frau mit dem falsch
gewaschenen Pullover“, verrät der
ungewöhnliche Autor.  

Neue Liebe in Wildau  

Nach der Scheidung 1998 fand sich die
neue Liebe in Wildau. „Wir wohnen nur
wenige Häuser voneinander entfernt und
haben immer noch ein gutes Verhältnis“,
gibt der mittlerweile zum vierten Mal
verheiratete Wildauer Einblick in sein
Leben.

Das allerdings ist nur die thematische
Grundlage für sein aufschlussreiches Buch.
Provoziert dazu, als Autor
niederzuschreiben, was ihn in dieser Sache
bewegt, haben ihn die Erfahrungen
während des berufsbegleitenden Studiums
an der TU Berlin von 2004 bis 2006, das er
als Diplom-Berufspädagoge abschloss:
„Man konnte sich dort gar nicht bewegen,
ohne mit äußerst aggressiven ‚Schwanz ab‘
Parolen selbsternannter Feministinnen
konfrontiert zu werden. Das bewog mich,
das Thema mal aus anderer Sicht zu
zeigen. Im normalen Bild der
Öffentlichkeit sind Männer immer die
Bösen, sie sind die Täter und Frauen die
Opfer. Ich wollte aufzeigen, dass dies, wie
viele Klischees, nicht  stimmt“, so Dr.
Germann. Obwohl sein Buch keinesfalls
ein Pamphlet ist, brachte es manche
kampfesmutige Feministin auf die Palme:
„Zeitweise hagelte es Beschimpfungen,
zum Teil gab es sogar handfeste
Drohungen“, erinnert er sich zurück. Dabei
ist der Wildauer alles andere als ein
Macho: Er steht ebenso gerne in der Küche
wie er am Eigenheim herum baut. Wie man
sieht, mit gutem Grund, denn eine der
wenigen Arbeiten, die er aus der Hand gibt,
handeln sich um den elektrischen Strom.
Mit dem Effekt, dass das Haus keine
funktionierende Klingel hat. „Das sollte der
Elektriker schon im Herbst machen“,
schmunzelt Dr. Michael Germann und
weist die Idee weit von sich, dass diese
Erfahrungen vielleicht in einem weiteren
Buch mit dem Titel „Handwerker sind
Schrott“ enden könnten. „Die Handwerker
machen ihre Arbeit gut, sind oft nur
überlastet“, beweist er sich als „Versteher“
dieser Berufsgruppe. Zudem hat er viel
Spaß an der neuen Papa-Rolle. So kümmert
sich der 49-Jährige mit viel Freude darum,
dass das Fläschchen für den
zehnmonatigen Spross seiner vierten Ehe
die richtige Temperatur hat und es im
Höschen nichts zu bemängeln gibt. Trotz
der kurzen Dauer seiner bisherigen Ehen
hält er zudem konsequent daran fest, dass
eine Beziehung durch den Gang vors
Standesamt rechtlich gesichert werden
sollte. „Rechtssicherheit ist für jede
Beziehung wichtig“, findet Frauenversteher
Dr. Michael Germann. Irgendwie gibt es
bei ihm viel mehr wirkliches Verständnis
für beide Geschlechter, als es der Buchtitel
erahnen lässt.

Infos:
www.germanne.de
Tel. 01 60/98 51 51 83

Berufsschullehrer als Frauenversteher?

Stand Februar 2014

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