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Gruppen wie „Sweet“, „Smokie“,
„Slade“ und „C.C.R.“ begeistern seit
den wilden 1970-er Jahren das
Publikum.

Sie schrieben Pop-Geschichte und gehören
heute zu den Klassikern. Welcher Fan
würde sich nicht wünschen, den legendären
Musikern mal ganz nah zu sein? Für den
Wildauer Steffen Brock hat sich dieser
Wunsch auf vielfache Weise erfüllt.
„Brocky“, wie er von den Fans genannt
wird, bildet zusammen mit Jörg Hering,
den die Band-Anhänger gerne „Flunder“
nennen, das Duo „Silent Song“. Sie reisen
mit den Ikonen der Rock-Musik und
stimmen mit leisen Tönen auf deren heiße
Rock-Shows ein. „Wir waren als Vorband
die Anheizer für die Stars, die wir selbst
seit unserer Jugend als Vorbild hatten“,
berichtet „Brocky“. Ursprünglich waren
die Musiker in Magdeburg beheimatet.
Doch die Liebe sorgte dafür, dass aus dem
Sänger und Gitarrist ein „Wildauer“ wurde.    

In Wildau verwurzelt

Der Musiker verliebte sich ausgerechnet in
die Schwägerin des Band-Managers. Ines
Kreuziger stammt aus der Dahmestadt.
„Sie wollte keinesfalls aus Wildau weg. So
pendelte ich also seit Beginn unserer
Beziehung 1997 ständig hin und her. Das
war auf Dauer sehr anstrengend, sodass ich
vor zehn Jahren bei ihr einzog. Das habe
ich nie bereut, denn Wildau und die
Gegend sind sehr schön und geben mir
viele musikalische Impulse“, lobt Steffen
Brock seine neue Heimat. Er spielt Gitarre,
„seit ich 13 bin“. Bereits in der DDR
gelang dem gelernten Nachrichtentechniker
mit seiner Band „Monte Christo“ ein
beachtlicher Durchbruch.    

Tournee durch Polen

Die Rock-Gruppe wurde 1986 sogar zu
einer Tournee durch Polen eingeladen. Es
folgten ein Fördervertrag mit der
staatlichen Jugendorganisation „FDJ“, der
bewirken sollte, dass die Musiker während
der Armeezeit zusammen bleiben können.
Doch nach der Übersiedlung des
Leadgitarristen zum „Klassenfeind“ nach
Hannover, war es mit der staatlichen Liebe
vorbei. Die Bandmitglieder wurden auf
unterschiedliche Armee-Standorte
aufgeteilt, die Gruppe fiel auseinander.  

Wende mit der Wende

Nur Steffen Brock und Jörg Hering
konnten zusammenbleiben. Was machen
leidenschaftliche Musiker in dieser
Situation? „Da wir nur zwei waren, taten
wir uns eben als Duo zusammen“,
schmunzelt „Brocky“. Das neue Projekt
begann ausgerechnet 1989, im Jahr der
Wende. Schnell wurden sie zum
Geheimtipp in der Club- und
Studentenszene, 1996 erschien die erste
eigene CD „Something I know“.

Große Stars

Der mittlerweile sehr hohe
Bekanntheitsgrad in Mitteldeutschland
brachte „Silent Song“ schließlich auf die
große Bühne. Die beiden Vollblut-Musiker,
die ihr Hobby seit 1995 zum Beruf
gemacht haben, begleiten „Sweet“ und
„Smokie“. Als sie 1999 von den Musikern
von „Creedance Clearwater Revisited“ für
deren Deutschlandtour als Vorband
engagiert werden, sind sie auf dem
Höhepunkt ihrer Karriere. Die Gruppe war
1995 von den früheren Creedance
Clearwater Revival-Mitgliedern Stu Cook
und Doug Clifford gegründet worden, da
sich die ursprüngliche von den Brüdern
John Fogerty und Tom Fogerty beherrschte
Band 1972 aufgelöst hatte. Die Fans aber
wollten weiterhin die berühmten Songs
hören. „Wir teilten uns mit den Musikern
die Garderobe, waren im gleichen Hotel
unterbracht und hatten nach den Konzerten
viel Spaß zusammen“, erinnert sich Steffen
Brock.  

Karat ohne Glanz?

Karat engagierte das Duo ebenfalls. „Wir
waren mit der Ursprungsband unterwegs,
später mit der neuen Formation, wo
Claudius Dreilich die Rolle seines
verstorbenen Vaters Herbert Dreilich
übernommen hatte. Die ersten Konzerte
mit Claudius Dreilich waren sehr
bemerkenswert, da er damals noch sehr
unbedarft und sehr natürlich auf der Bühne
stand. Jetzt ist alles routiniert und
künstlich, das finde ich sehr schade,
obwohl ich kein ausgesprochener Karat-
Fan bin“, gibt der Wildauer seine
Einschätzung preis.  

Ärger mit Alphaville

Er erinnert sich an Auftritte mit Suzi
Quatro, „The Animals“, „Slade“, Bonnie
Tyler, „The Equals“, „The Glitter Band“,
„Münchener Freiheit“, mit der „Beatles
Revivalband“ oder mit Schlagerstar
Graham Bonney. „Fast alle sind
bodenständige Musiker, die auf
niemanden herabsehen und einfach eine
tolle Show machen möchten, um ihr
Publikum zu begeistern. Im persönlichen
Umgang sind sie meist unkompliziert und
nett.“ Nur an die in den 1980-ern
entstandene Synthie-Pop-Band
„Alphaville“ hat er schlechte
Erinnerungen: „Die haben mit ‚Forever
Young‘ gerade mal einen Hit geschafft.
Doch Sänger Marian Gold legte furchtbare
Diva-Allüren an den Tag. Das Schlimmste
war, dass er zu einem Konzert über eine
Stunde zu spät kam. Wir sollten als
Vorband nur 45 Minuten spielen und
mussten damit kämpfen, dass die Fans, die
uns ursprünglich feierten, immer
ungeduldiger wurden und die Stimmung
immer mehr umzukippen drohte.
Schließlich waren sie hauptsächlich wegen
Alphaville gekommen, und die erschienen
einfach nicht. Im persönlichen Umgang
war Gold ebenfalls sehr anstrengend.“

Unbekannt im eigenen Land?

Die Band „Silent Song“ kann auf diverse
Fernsehauftritte zurückblicken. Für die
Konzerte muss „Brocky“ allerdings nach
wie vor seine Heimat Wildau verlassen,
denn „hier im Land Brandenburg hat man
uns einfach noch nicht wahrgenommen. In
der Region Wildau fehlen zudem Räume
für Auftritte, in Berlin gibt es einfach zu
viele Bands“, beschreibt der Musiker die
schwierige Situation in der neuen Heimat.

Infos:
Tel. 01 51/ 70 50 12 24
www.silentsong.de

Silent Song vor der heißen Show

Stand Februar 2014

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