Dies ist ein Archiv-Eintrag aus dem Jahre 2016!

Sportler
Fynn-Ole Fritz, Christina Fritz, Karsten Unger, Sven Brade, Bob Hanning
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Großer Spieler, kleines Tor!

Stand: März 2016

Das Tor ist sichtbar kleiner als beim Fußball. Dennoch ist „Größe“ bei Handballspielern offenbar ein ent­scheidender Vorteil. So kommt Wildaus Nachwuchsstar mit überragenden 1,94 Meter aufs Feld!

Gerade soeben hat es die deutsche Nationalmannschaft sensationell geschafft, die Europameisterschaft zu gewinnen. Sie überzeugte mit sehr jungen Spielern. Wenn dieser Erfolg sich in den nächsten Jahren wiederholt, könnte ein Wildauer beteiligt sein!

Handball von Kindesbeinen an
Der gerade mal 18-jährige Fynn-Ole Fritz ist eine der großen Handball-Hoffnungen von Brandenburg. Er begann seine Karriere beim traditionsreichen HSV Wildau, der aus der Handballabteilung von „Motor Wildau“ hervorgegangen ist. „Ich habe Ball gespielt noch bevor ich richtig laufen konnte“, schmunzelt Fynn-Ole Fritz. „Meine Eltern Christina Fritz und Karsten Unger haben mir das in die Wiege gelegt!“ Tatsächlich ist Karsten Unger eine Handball-Legende von Wildau, der in den 1990-er Jahren als vielfacher Torschütze einer der Träger des Handball-Erfolgs im Ort war.

Vom Olympia-Trainer entdeckt
Sohn Fynn-Ole erinnert sich, bereits mit vier Jahren bei den Bambinis gespielt zu haben. Später ging es Stufe für Stufe entsprechend dem Alter nach oben. Der für den Bereich Männer und Jugend zuständige Trainer und Sven Brade erkannte in dem „langen Jungen“ schnell eine große Nachwuchs-Hoffnung. Ex-Profi-Spieler Brade hat dafür ein geschultes Auge. Er betreut hauptberuflich im Olympiastützpunkt Potsdam die Sportschüler.

Aufstieg in die Bundesliga
Dorthin holte er den Wildauer. „Nach mehreren Sichtungen wurde ich an der Sportschule in Potsdam aufgenommen“, erinnert sich Fynn-Ole Fritz. Zugleich spielte er beim „1. VfL Potsdam“ in der B-Jugend. „Wir wurden regelmäßig an die A-Jugend ausgeliehen, spielten um den Aufstieg in die Jugendbundesliga, was wir im zweiten Anlauf schafften.“ und Bob Hanning, der Manager des Handball-Bundesligisten „Füchse Berlin“, wurde daraufhin auf den vielversprechenden Wildauer aufmerksam. „Er hat mich bei einem Spiel gesehen und mir daraufhin den Wechsel nach Berlin angeboten“, gibt Fynn-Ole Fritz den Blick hinter die Kulissen frei.

Ball und Köpfchen
Das war eine große Ver­lockung, allerdings verbunden mit einer Ortsveränderung. „Ich zog während des Schuljahrs, damals war ich in der elften Klasse, ins Internat vom Sportforum Berlin-Hohenschönhausen um. Wie jeder weiß, ist das schulisch gesehen, relativ anstrengend. Ich musste das erste und zweite Semester zusammen machen, habe es aber mit großer Unterstützung der Schule und einigen Extrastunden geschafft“, bewies Fritz, dass er neben Reaktionsfähigkeit, Kraft und Gespür für die Situation auf dem Spielfeld „Köpfchen“ zeigen kann. Bereut hat er es sicher nicht, denn hier kann er Profi-Luft in einem Bundesliga-Verein schnuppern.

Schul-Weltmeister
Der Wechsel nach Berlin brachte erst mal Pech. Eine Schulterverletzung setze ihn außer Gefecht. Da zeigte sich, was ein Profi-Verein alles kann. Der erfolgversprechende Wildauer wurde zur Spezialbehandlung nach Bonn gesandt. Der Aufwand machte sich „bezahlt“. Was keiner dachte, Fynn-Ole Fritz konnte auf eigenen Wunsch bei der Schul-WM eingesetzt werden und holte mit dem Team den Weltmeistertitel!

Nationalmannschaft
Da war es logisch, dass der Handball-Bundestrainer auf den Wildauer aufmerksam wurde. Mit dem Ergebnis, dass er in die Junioren-Nationalmannschaft aufgenommen wurde. „Wir haben bereits Testspiele gegen Mannschaften von Portugal oder die Schweiz mit gutem Ergebnis bestanden“, resümiert Fynn-Ole Fritz. Klar, dass er davon träumt, in die „Erwachsenen-Nationalmannschaft“ aufzusteigen: „Allerdings gibt es gerade im Handball in Deutschland viele enorm gute Spieler, so dass die Konkurrenz groß ist.“

Noch zu haben
Da man vom Sport kaum leben kann, strebt der Wildauer nach dem Abitur in diesem Mai 2016 ein Studium an. Dabei schwankt Handball-Ass Fritz zwischen „Design“ und „Architektur“ als Wunsch­fächer. Hoffentlich wird es mit einem Studienplatz in der Region etwas, wäre ja mehr als schade, wenn er notgedrungen eine andere Mannschaft „aus Studiengründen“ verstärken würde. Er selbst könnte übrigens zarte Verstärkung mit Sinn für runde Freuden durchaus gebrauchen: „Durch die Belastung von Sport und Schule komme ich zu keinen Hobbys und bin momentan ohne Freundin“, lautet die Einladung an die Damenwelt!