Stand April 2011
Clown Hoppla stolperte nach Zeuthen
Zeuthen ist mit seiner traumhaften Lage am Wasser traditionell Wohnort vieler Künstler und Schauspieler. Es war sogar schon Drehort für Film und Fernsehen. Das kann ungeahnte Folgen haben, wie man an „Clown Hoppla“ deutlich sehen konnte!
Denn exakt durch einen Dreh kam Fernsehliebling „Clown Hoppla“ auf den Dreh, mal schnell auf Hoppla vom quirrligen Berlin ins beschauliche Zeuthen zu „stolpern“. So hat die Gemeinde nun neben Star Herbert Köfer, der gerade mit viel Prominenz den 90. Geburtstag feiern konnte, mit Wolfgang Hosfeld noch einen Publikumsliebling unter seinen Bürgern. „Ich war damals für die Fernsehserie ‚Berühmte Ärzte der Charité‘ engagiert und durfte in einer Folge Dietrich Bonhoeffer spielen. Gedreht wurde in dem prächtigen damaligen Gästehaus der DDR-Akademie der Wissenschaften an der Seestraße“, erinnert sich Wolfgang Hosfeld zurück. Wenig später entschloss sich der Bühnenstar, der erste Bekanntheit als Boxer erlangte, nach Zeuthen zu ziehen. 1984 ließ er sich in der Seestraße nieder, heute findet man ihn in einem versteckten Haus in der Alten Poststraße.
Entdeckt vom Dieter Bohlen der DDR
Zur Schauspielerei kam Wolfgang Hosfeld erst auf  Umwegen. Aus dem gebürtigen Magdeburger hätte ein guter Boxer oder bekannter Musiker und Bandleader werden können.
Aber er ist in jungen Jahren Heinz Quermann über den Weg gelaufen, der mit seiner Talentsuche im Fernsehen der Zeit weit voraus war und Superstars wie Frank Schöbel und Dagmar Frederic förderte. „Ich war in der Kinder- und Jugendsportschule Magdeburg auf dem besten Weg, ein Boxer zu werden. Habe dann aber einmal so fürchterlich was abbekommen, dass dieser Weg nicht mehr sonderlich zukunftsträchtig war“, erinnert sich der 1947 geborene Hosfeld zurück.
„Als junger Bursche habe ich gleich drei Bands gehabt. Eine hieß ‚Swingtett 67‘. Mit der traten wir im ‚Alten Zirkus‘ in Leipzig auf. Heinz Quermann war immer für einen flotten Spruch gut und kündigte mich als ‚Hossi, der singende Koch‘ an, weil ich Koch und Kellner gelernt hatte“, schildert er einen seiner ersten öffentlichen Auftritte. Weil „Hossi“ aber seinen extrem ungebrochenen Magdeburg-Anhaltinischen Dialekt nicht los wurde, nahm er Sprechunterricht bei einem Magdeburger Schauspieler. „Der sah
Talent in mir. Er wollte immer, dass ich auf der Schauspielschule in Berlin vorspreche und hat einfach eine Bewerbung für mich losgeschickt. Die haben mich genommen.“ Nach dem Schauspielstudium ging es direkt an das renommierte Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Da ist er jetzt seit fast 40 Jahren und damit das letzte dort übriggebliebene männliche Urgestein. Los ging es mit der Hauptrolle des Adams in „Adam und Eva“. Allein hier sind über 550 Auftritte zusammen gekommen. Seine erste Filmrolle war 1972 die des jungen Johann Sebastian  Bach in „Bach in Arnstadt“.
Rocker in Lederjacke
Dem Fernsehen hat Wolfgang Hosfeld den wohl schnellsten Führerscheinerwerb weit und breit zu verdanken. „Das war bei den Dreharbeiten zu ‚Mord im Märkischen Viertel‘ in den 1970-er Jahren. Das war ein DDR-Film, der in Westberlin spielte. Wir haben in Ostberlin gedreht und dann wurden Originalstraßenszenen untergemischt. So hat man das damals gemacht. Das war ein toller Film, ich konnte darin singen, Auto und Motorrad fahren, war so eine Art Rocker in Lederjacke“, so Hosfeld. „Allerdings merkte der Regisseur schließlich, dass ich gar keine Fahrerlaubnis hatte. Da hat dann ein Volkspolizist drei Tage mit mir geübt, ich habe die theoretische Prüfung ganz gut hinbekommen, bin in Rangsdorf dreimal um die Kirche gefahren, dann hatte ich den Führerschein“, schmunzelt er noch heute.
In „Wehner. Die unerzählte Geschichte“ von Heinrich Breloer stellte er seinen anhaltinischen Landsmann Hans-Dietrich Genscher dar. Mit Harald Juhnke gehörte er zur Starbesetzung des „Hauptmann von Köpenick“ im
Maxim-Gorki-Theater.
Er spielte im Berliner „Tatort“ an der Seite von Dominic Raacke und Boris Aljinović. Vielen Kindern in der DDR
ist er als Clown Hoppla in unvergessener Erinnerung. „Das war eine ganz lustige Sendung im Fernsehen, ein Magazin für Kinder im Vorschulalter, das mit kleinen Geschichten und kurzen Trickfilmen die Dinge des alltäglichen Lebens vermittelte. Dazu kam immer
der chaotische Clown Hoppla mit seinen Pantomimen.“  Die Sendung lief stolze 14 Jahre bis 1990.
Die hübscheste Tänzerin
Hosfeld hat ein Faible für verborgenes Schaffen. So schreibt der gebürtige Magdeburger ganz heimlich unter dem Pseudonym „Arno von Magdeburg“ Texte für Lieder und hüllt den Mantel des Schweigens um weitere Pseudonyme, die ihm das Tanzen auf vielen Hochzeiten der Kreativität ermöglichen. „Viele Namen, viele Gesichter. Da bin ich wie ein Chamäleon. Fragen Sie meine Frau“, ist die verschmitzte Antwort von Wolfgang Hosfeld auf wiederholtes Nachbohren. Er kann sich dabei das Lachen kaum verkneifen, weil er seine Frau gerade  in sicherer Entfernung in Italien weiß. Kennengelernt hat er sie, als er vor 32 Jahren gerade seine erste Inszenierung mit dem „Staatlichen Tanzensemble der DDR“ machte. „Da war sie Tänzerin, und zwar die Hübscheste“, ist die klare Ansage noch Jahrzehnte später.
Brigitte Hube-Hosfeld studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Gesang, wirkte viele Jahre am Maxim-Gorki-Theater an zahlreichen literarisch-musikalischen Programmen mit und erwarb noch nebenher ihr Schauspieldiplom. Klar, dass da Sohn Paul Hosfeld schon frühzeitig Bühnenluft schnupperte und in zahlreichen Kinderrollen am Theater und im Film zu sehen war, so im
„Polizeiruf 110“ und bei „Für alle Fälle Stefanie“. Im wirklichen Leben studiert er an der TH Wildau Recht und Wirtschaft. So hat er immer beste Möglichkeiten die vielfältigen Veranstaltungen des Vaters im Zeuthener DESY oder auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen zu besuchen.  
 Neues Stück
Aktuell arbeitet Wolfgang Hosfeld gemeinsam mit Hans-Peter Paprozki, der ebenfalls in Zeuthen lebt, an einem Theaterstück über Dietrich Bonhoeffer, der zu den herausragenden Persönlichkeiten des Widerstandes
gegen den Nationalsozialismus gehörte. Regie führt Brigitte Hube-Hosfeld. „Wir haben bei diesem Projekt die Unterstützung der Gemeinde mit der Bürgermeisterin Beate Burgschweiger und der Kirchengemeinde mit Pfarrerin Cornelia Mix.“ Premiere wird am 11. Juni 2011 sein.
Bericht von Dr. Detlef Hansel
Infos:
Tel. 03 37 62/7 24 05
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