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Zuhause beim Dalai Lama!

Stand März 2014

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Der Dalai Lama ist bekannt für sein
Lächeln, für die Güte, Bescheidenheit
und seinen friedlichen, aber beharr
lichen Einsatz für seine Heimat Tibet,
das China 1950 gewaltsam und
widerrechtlich besetzt hat. Wie passt
dazu eine teure Rolex-Uhr?

Dieser Widerspruch stieß Kai-Uwe
Küchler sofort auf, als er die seltene Ehre
hatte, vom geistigen Oberhaupt der Tibeter
in dessen Exil-Residenz im indischen
Dharamsala zu einem persönlichen
Interview empfangen zu werden.    

Rolex und Fleisch

„Der Dalai Lama bewies viel Humor und
entgegnete auf die überraschende Frage,
dass die Rolex ein Geschenk ist, das ihm
hilft, immer pünktlich zu sein“, erinnert
sich der Zeuthener an dieses ungewöhn
liche Interview. „Mich interessierten
damals vor allem private Aspekte“,
erläutert er und ergänzt, dass der
Friedensnobelpreisträger sein berühmtes
Lächeln bei dem Gespräch niemals verlor:
„Er gab sogar offen zu, dass er sich vom
bisher propagierten vegetarischen Leben
entfernt hatte, da seine Blutwerte schlecht
waren und die Ärzte ihm rieten, Fleisch zu
essen.“    

Tibet-Spezialist

Der heute 48-jährige Bildjournalist Kai-
Uwe Küchler ist Autor von 18
hochwertigen großformatigen Bildbänden
und gilt als Tibet-Spezialist. Der Zeuthener
gehört zu den wenigen, die das von China
streng abgeschottete Land mehrmals
besuchten. „Insgesamt war ich zehnmal
dort“, verblüfft Kai-Uwe Küchler. Dabei
entstanden beeindruckende Fotoreportagen
und tiefe Einblicke: „Leider kann man
Tibet nur in einer Gruppe mit offizieller
Begleitung bereisen. Doch wenn man sich
auskennt, alles perfekt vorbereitet und die
richtigen Kontakte vor Ort hat, bekommt
man Eindrücke, die sich normale Touristen
so kaum verschaffen können“, weiß der
Zeuthener.      

Geheimnisvolle Pillen

„Ich versuche generell, auf meinen Reisen
möglichst unabhängig zu sein.“ Eine der
ersten Tibet-Reisen unternahm er mit
Ehefrau Ariane Küchler, die seine
Reiselust teilt und dies beruflich als
Flugbegleiterin weiterführt. Diese
gemeinsame Tibet-Reise war zugleich die
abenteuerlichste: „Wir erlebten einen
Unfall mit einer Rikscha. Das Rad hatte
sich von der Achse gelöst und war Ariane
mit der Nabe an den Fuß geprallt. Sie
konnte nicht mehr laufen. Ich habe sie also
auf dem Rücken getragen. Ich bin in
meiner Not mit ihr in eines der vielen
Klöster. Wir landeten per Zufall im
heiligsten Tempel der Tibeter. Zum Glück
sprachen die Mönche dort englisch. Ich
bekam für Ariane Kügelchen, die angeblich
vom Dalai Lama stammten und hohe
Heilwirkung haben sollten. Natürlich
waren wir sehr skeptisch, aber was hätten
wir machen sollen? Unglaublicherweise
waren in zwei Tagen die Schmerzen weg!“    

Plumsklo und keine Dusche  

Selbst wenn es keine so spektakulären
Zwischenfälle gibt, sind die Reportage-
Reisen von Kai-Uwe Küchler mit viel
Unbequemlichkeiten verbunden: „Es gibt
meist kaum Möglichkeiten zum Duschen,
man muss sich mit dem Plumpsklo
zufrieden geben und das Essen ist oftmals
für unsere Mägen sehr gewöhnungs
bedürftig und nicht immer auf Anhieb
bestens verdaubar“, gibt der Zeuthener
Einblick.  

Spannung in der Dunkelkammer  

Kai-Uwe Küchler war schon früh mit der
Leidenschaft für interessante Bilder in
Berührung gekommen, denn Vater
Manfred Küchler war Fotograf. „Ich
erinnere mich noch immer an die
spannenden Momente in der Dunkel
kammer, als man wartete, was sich
allmählich auf dem Fotopapier bildet.“
Klar, dass der Ostberliner nur darauf
wartete, endlich reisen zu können. Die
Wende kam, als Küchler gerade an der
Humboldt-Universität sein Studium für
Germanistik, Anglistik und Amerikanistik
begonnen hatte.  

Gleich mal nach Amerika    

„Als die Wende kam, habe ich zusammen
mit meinem Bruder und zwei
Kommilitonen die erste Möglichkeit
genutzt, im Rahmen eines
Austauschprogramms für ein halbes Jahr in
die USA zu gehen. Wir waren mit unserem
klapprigen VW-Käfer in Kalifornien,
Arizona, New York und haben uns mit
Postkarten über Wasser gehalten, an die
wir zerkleinerte Bruchstücke der Berliner
Mauer in Tütchen angeheftet haben. Alles
war neu, ungewohnt faszinierend. Ich war
wie ein trockener Schwamm und habe
begierig alle neuen Eindrücke aufgesaugt!
Leider ging uns schließlich das Geld
endgültig aus, so dass wir wieder zurück
nach Berlin mussten“, erinnert sich
Küchler an die Anfänge. Das Fernweh
sollte ihn niemals mehr loslassen. Zurück
in der Uni schweiften die Gedanken schon
zur nächsten Reise.

Reisen als Beruf    

„Es folgten das südliche Afrika, Ostafrika,
Patagonien, Ecuador, Nepal und
eine Europatour, die nach den Fernreisen
eigentlich gar nicht richtig zählte“, blickt
Weltenbummler Küchler zurück. Zuhause
erlebte er immer häufiger, dass dort das
Interesse an seinen Berichten und den
vielen exotischen Fotos auf großes
Interesse stieß. 1993 fiel der Entschluss,
das Hobby zum Beruf zu machen, drei
Jahre, bevor es Kai-Uwe Küchler schaffte,
trotz seiner vielen Reisen doch noch das
Studium abzuschließen. Nun ging es nach
Nepal und Norwegen.

Wildgewordenes Flusspferd    

Mit der Zeit kamen Wüstensafaris im
Landrover dazu, es kam zu gefährlichen
Momenten bei der Begegnung mit Tieren
Afrikas: „Ich hatte mich einer Gruppe
Flusspferde genähert, um sie zu
fotografieren. Urplötzlich begann der Bulle
auf mich loszustürmen. Ich konnte mich
gerade noch in letzter Sekunde in den Jeep
retten. Anschließend erfuhr ich, dass die
Flusspferde als aggressivste und
gefährlichste Tiere Afrikas gelten, denen
jedes Jahr am meisten Menschen zum
Opfer fallen, viel mehr als durch Raubtiere
wie Löwen ums Leben kommen“, war
Küchler wieder um eine Erkenntnis reicher.
In besonderer Erinnerung geblieben ist ihm
die Tour durch den Amazonas: „Dabei
hatte ich mir eine Malaria eingefangen.“

Elfenbeauftragte in Island    

Viel lieber denkt er an ein Interview in
Island zurück. „Dort beschäftigt die
Regierung wirklich eine ‚Elfenbeauftragte’,
was man sich bei uns gar nicht vorstellen
kann, die mich in die Mystik dieses
unglaublichen Landes einweihte.“
Insgesamt hat Kai-Uwe Küchler nach
eigenen Angaben 70 Länder vom eiskalten
Nordeuropa bis in die heiße Sahara bereist.
Meist geschah dies „in Familie“. Das ist
heute allerdings schwieriger, denn die
beiden Töchter sind mit sechs und neun
Jahren im schulpflichtigen Alter, was
gemeinsames Reisen auf die Ferien
begrenzt.

Ein halbes Jahr Vorträge    

Im kalten Winter, von Oktober bis März,
ist der Zeuthener in Deutschland,
Österreich, der Schweiz, ja sogar in den
Niederlanden und Südafrika unterwegs, um
seine Multi-Media-Schau vorzuführen.
„Dabei werden 600 bis 700 Aufnahmen
gezeigt. Ich fahre überall selbst mit
meinem VW-Bus und der gesamten Anlage
für Projektion und Ton hin. Bei 70 bis 100
Vorträgen kommen viele tausende
Kilometer zusammen.“ Dafür sind die
Erlebnisse des Zeutheners sehr gefragt. „Es
kommen zwischen 100 und 1700
Zuschauer, das hatte ich einmal in einem
Kongresszentrum in Ulm.“ Besonderheit
ist, dass Kai-Uwe Küchler die Schau
generell live kommentiert, um sich ganz
individuell auf das jeweilige Publikum
einzustellen. In Zeuthen kann man ihn
übrigens einmal im Jahr in der
Mehrzweckhalle erleben. Dann gibt es an
der Dahme sicher manch spannende
Begegnung mit dem Dalai Lama!

Infos:
www.art-adventure.de
Tel. 01 72/3 20 73 42

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