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Ein Seelsorger ohne Theologiestudium, das gibt es jetzt in Zeuthen. Der gerade eingesetzte neue
Gemeindebrandmeister bringt zusammen, was bisher kaum denkbar war.
„Ich bin Notfallseelsorger, ohne allerdings jemals in Kirchendiensten gewesen zu sein“, verblüfft Stefan Wehner. Der
erst 27 Jahre junge Feuerwehrmann ist nun ganz neu für den aus Altersgründen ausgeschiedenen Peter Rublack für
die Sicherheit in der Gemeinde und die zwei Löschzüge beidseits der Bahnlinie zuständig. Als studierter „Ingenieur für
Sicherheit und Gefahrenabwehr“ bringt er für die neue Aufgabe wichtige Qualifikationen mit. Dazu kommt lange
Erfahrung. Stefan Wehner ist seit über zehn Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Pionier bei Kids-Feuerwehr
Er kam über einen Freund zum Löschzug in Miersdorf, der seine Beliebtheit in großen Teilen dem immensen
Engagement des langjährigen Zugführers Klaus Speiler und seiner ebenfalls feuerwehrbegeisterten Familie verdankt.
Stefan Wehner war vom ersten Tag an so von der überragenden Technik fasziniert, dass er bisher einen Großteil seiner
Freizeit dem Brandschutz „opferte“. Er hat zudem, obwohl solo und ohne selbst
Kinder zu haben, bewiesen, dass er seine Begeisterung an die ganz Kleinen weitergeben kann. Das beweist der Erfolg
der „Kids-Feuerwehr“, die er modellhaft in Miersdorf aufgebaut und bis zur Ernennung als neuer Gemeindebrandmeister
geführt hat. „Wir waren Vorreiter, weil wir früh erkannt haben, dass man die Kinder für diese Tätigkeit begeistern muss,
bevor sie sich für anderes entschieden haben“, erläutert Stefan Wehner den Hintergrund dieses Engagements.
Schockierender Unfall
Umso mehr war er schockiert, dass ausgerechnet Kinder die ersten Opfer waren, denen er nicht mehr helfen konnte:
„Der Fall der beiden Mädchen, die in Schönefeld beim Spielen ins Eis eingebrochen waren und später starben,
erschütterte mich innerlich sehr. Ich wollte herausfinden, wie man aus so einer Situation mental wieder heraus kommt
und wie man traumatisierten Kollegen helfen kann.“ Die Folge war die „Ausbildung zum Notfallseelsorger“. Damit hat
Stefan Wehner nun entsprechenden Rückhalt, um nach schwierigen Einsätzen Kollegen, Angehörigen und
anderen Beteiligten zu helfen. „Oft nützt es schon, wenn jemand zuhört“, so der frisch-gebackene
Gemeindebrandmeister.
Zwei Bewerber!
Obwohl Zeuthen zwei Löschzüge hat, gab es für die Nachfolge von Peter Rublack nur Bewerbungen aus Miersdorf.
Dennoch hatte Bürgermeisterin Beate Burgschweiger das Problem, entscheiden zu müssen, denn neben Stefan
Wehner hatte sich zudem Vornamenskollege Stefan Speiler beworben. Stefan Wehner lobt, dass die Feuerwehr in
Zeuthen über eine gute Ausstattung verfügt, sieht aber, dass es weiter daran zu arbeiten gilt, dass die freiwilligen Helfer
möglichst wohnortnah einen Arbeitsplatz finden, um im Alarmfall ausreichend schnell verfügbar zu sein. Dabei verweist
er gerne auf Ridi und die Gemeinde Zeuthen, wo Feuerwehrleute bevorzugt eingestellt und für Einsätze freigestellt
werden. Ausgerechnet die Profis unter den Rettern fehlen übrigens oft bei Einsätzen: „Einige der Kameraden sind bei
der Berliner Berufsfeuerwehr und können deshalb natürlich nicht einfach für Einsätze bei uns ihren Arbeitsplatz
verlassen“, nennt Stefan Wehner das Dilemma, das ihn selbst ebenfalls bald ereilen dürfte. Da in Zeuthen die Position
des Gemeindebrandmeisters eine nebenamtliche Tätigkeit ist, zieht es Stefan Wehner hauptberuflich in eine
Berufsfeuerwehr!
Infos:
Tel. 01 74/9 47 16 94
www.feuerwehr-zeuthen.de
Stand März 2015
Seelsorger ohne Theologiestudium
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