Kunst für Haus und Hof

Beutel liebt keine Farbbeutel

Eine sinnliche Umgebung regt die Genussfreude an. Diese Erfahrung machte ein renommiertes italienisches Restaurant in Alt-Tegel. Zu danken hat es diese Erkenntnis einem ungewöhnlichen Zeuthener Künstler. Susanne und Renato Mastrangelo wollten ihre Gäste in die farbige Fröhlichkeit ihrer italienischen Heimat entführen. In Frank Beutel fanden sie dafür genau den Richtigen. Denn der Neu-Zeuthener ist spezialisiert auf Wandbilder. Sie gehen von der Innenausstattung für ein Restaurant bis zu überlebensgroßen Ausführungen auf Hausgiebeln oder Wänden. Da wurde ein enger, dunkler Treppenflur in einem Charlottenburger Wohnhaus in eine traumhafte Weltreise verwandelt. Mauern um Plattenbauten oder Hausaufgänge in Marzahn verwandelten sich in unverkennbare Erlebnislandschaften. Davor machen selbst Vandalen halt: „Ich war nach zwölf Jahren wieder da und freute mich, dass keinerlei Grafitis oder andere Verunzierungen bemerkbar waren!“ Denn Künstler Beutel wünscht sich keine Farbbeutel-Attacken auf seine Freiluft-Werke.
Internationale Prominenz genießt dagegen die Gestaltung im Restaurant „Refugium“ im Französischen Dom am Gendarmenmarkt. Dort sorgte der Neu-Zeuthener für die farbliche Gesamtgestaltung inklusive gewölber Deckenbilder.
Frank Beutel ist einer der wenigen, der Kunst und Zweck, Dekors und Aussage in ein großflächiges Gesamtkunstwerk so vereinigt, dass die Auftraggeber, Kunstliebhaber und das „normale“ Publikum gleichermaßen fasziniert sind. Und Frank Beutel ist mittlerweile echter Zeuthener, der sich mit seiner Familie im gemeindeeigenen Einfamilienhaus An der Bahn super-wohlfühlt. Dabei ist er voll des Lobes auf die neue Heimat. Denn als ihm die langjährige Wohnung am Prenzlauer Berg wegen Alteigentümer-Ansprüchen gekündigt wurde, wollte der gebürtige Zernsdorfer wieder an die Wurzeln seiner Kindheit zurück.
Doch die Wohnungssuche gestaltete sich so schwierig, dass Beutel sich schließlich hilfesuchend an die diversen Gemeindeverwaltungen wandte: „Alle zeigten mir die kalte Schulter. Nur der Bürgermeister von Zeuthen engagierte sich. Schließlich bot mir die Wohnungsverwaltung dieses Haus an!“ Dass hier alle paar Minuten ein Zug vorbeirauscht, stört den renommierten Künstler wenig. „Das ist doch eine Erholung im Vergleich zur Prenzlauer Allee, wo ich vorher wohnte. Da war 24 Stunden am Tag ununterbrochen Straßenlärm.“
Mittlerweile hat Frank Beutel bereits Zeichen in der Region gesetzt. So geht die Außengestaltung der Kita im Zeuthener Winkel auf ihn zurück.
Wenn Frank Beutel keine Wände bemalt, dann macht er normale Bilder. Seiner Spezialisierung auf Berlin-Motive hat der Umzug bislang leider wenig anhaben können. Aber vielleicht sehen wir doch noch in absehbarer Zeit auch Eindrücke aus Zeuthen in seiner Berliner Stammgalerie im Angebot?
Infos Tel. 033762/21512

Bei Frank Beutel steht so mancher Star an der Wand.

Pinocchio hat es ganz schön eilig – auch die Kita in der Siedlung im „Zeuthener Winkel” trägt die Handschrift von Frank Beutel.